Saitenfrage

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Kuno Wagner
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Re: Saitenfrage

Beitragvon Kuno Wagner » So 5. Mär 2017, 17:18

Andique hat geschrieben:Der Kopfplattenwinkel hat mit der Zarge nichts zu tun. Für den Ansatz ander Zarge ist der Halswinkel entscheidend, damit auch für die Stegsaitenlage.


logisch :roll: , das hatte ich auch nur erwähnt um Vermutungen in diese Richtung zu vermeiden.

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Andique
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Re: Saitenfrage

Beitragvon Andique » So 5. Mär 2017, 17:27

@Bernd: danke für die Erklärung!
@Kuno: das Zitat in deinem letzten Beitrag ist nicht von mir, sondern von Bernd.
liebe Grüsse, Andreas

"Wir müssen zu einer neuen Sprache finden, die Poesie der tanzenden Biene, die uns sagt, wo der Honig zu finden ist."
(aus dem Film "Mein Essen mit André")

Boyko
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Re: Saitenfrage

Beitragvon Boyko » So 5. Mär 2017, 18:27

Andique hat geschrieben:
Boyko hat geschrieben:[...]
Man hat die Möglichkeit und daher die objektive Wahrnehmung, auf einem Instrument schneller zupfen zu können als auf einem anderen.

LG
Boyko


Ehrlich gesagt verstehe ich diesen Satz nicht so ganz. Er klingt, als ob es Gitarren gibt, bei dem der Fingeranschlag (Wechselschlag; Tremolo) nicht beliebig schnell sein kann.
Die Töne der Gitarre haben Hunderte, bzw. Tausende von Hertz, d.h. die Decke schwingt mit Hunderten, bzw. Tausenden von Schwingungen pro Sekunde.
Kein Mensch kann so schnell zupfen, als dass er die Decke nicht mehr zum Schwingen bringen könnte; die Decke also Töne schlucken würde, weil der Spieler zu schnell zupft.


Ich habe folgendes gemeint: auf der einen Gitarre finde ich es deutlich einfacher gleich schnell zu spielen als auf der anderen.
Möglicherweise hat ja nicht jeder diese Erfahrung.
Ich spiele viel Tremolo und dort hat es sich bemerkbar gemacht.
Natürlich auch beim schnelleren Wechselschlag.

LG
Boyko

CG-Fan
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Re: Saitenfrage

Beitragvon CG-Fan » So 5. Mär 2017, 19:12

Der einzige Parameter, den ich bisher aus dem komplexen Geflecht an Wechselwirkungen bei der Gitarre herausfiltern konnte, ist die Stegsaitenlage. Der Zug der Saiten "kippt" den Steg in Richtung Hals und setzt die Decke damit unter eine gewisse "Vorspannung"! Die Größe dieses Kipp- oder Drehmomentes hängt natürlich von der Steghöhe ab, weshalb sich dieselben Saiten auf derselben Gitarre härter anfühlen, wenn z.B. eine höhere Stegeinlage eingesetzt wird, was sehr schnell und einfach nachzuprüfen ist. ;)

Kuno Wagner
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Re: Saitenfrage

Beitragvon Kuno Wagner » So 5. Mär 2017, 20:48

Danke CG-Fan für deinen Beitrag bezüglich der Stegsaitenlage. Leider trifft das mit der unterschiedlich hohen Stegsaitenlage bei meinen Gitarren auch nicht zu.
Ich bleibe also beim Halswinkel. Daran liegt´s (für mich).

Bild

Bild

P.S. bitte nicht annehmen, dass die Saitenhöhe bei 4mm liegt, ich habe zum messen nur nichts besseres gefunden.
Btw. oben ist die "Weiche" unten die "Harte"
sorry an Andique, das Zitat war wirklich nicht von dir, das Programm hat es dir leider zugewiesen.
Danke an an Andique, das mit dem verlinken von Bildern klappt super.

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Re: Saitenfrage

Beitragvon CG-Fan » So 5. Mär 2017, 23:17

Missverständnis! Wenn du bei deinen Gitarren die Stegeinlagen gegen eine höhere austauschst, wirst du feststellen, dass sich die Saiten dann "härter" anfühlen.

Für den Vergleich zweier Gitarren taugt das jedoch nur bedingt, weil das hauptsächlich von dem Zusammenspiel zwischen Saitenspannung und Deckenkostruktion überdeckt wird! Die Stegsaitenlage ist nur eine der sekundären Einflussgrößen, wenn auch möglicherweise die größte!?

So brauche ich bei meiner Guten nur härtere Bässe aufziehen und ein vormals weicher Diskant fühlt sich plötzlich knochenhart an! Dieses Wechselspiel ist jedoch hoch komplex, so dass ich weder behaupten würde das voll verstanden zu haben, geschweige denn kompetent erklären zu können.

An den Halswinkel glaube ich pesönlich weniger. Dann vielleicht eher die Halsdicke bzw. Steifigkeit!? Das wäre aber auch nur Spekulation. Die Stegsaitenlage habe ich nur angeführt, weil man hier sehr einfach und isoliert den direkten Einfluß feststellen kann! ;)

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Re: Saitenfrage

Beitragvon Bernd C Hoffmann » So 5. Mär 2017, 23:51

CG-Fan hat geschrieben:Der Zug der Saiten "kippt" den Steg in Richtung Hals und setzt die Decke damit unter eine gewisse "Vorspannung"! Die Größe dieses Kipp- oder Drehmomentes hängt natürlich von der Steghöhe ab, weshalb sich dieselben Saiten auf derselben Gitarre härter anfühlen, wenn z.B. eine höhere Stegeinlage eingesetzt wird, was sehr schnell und einfach nachzuprüfen ist. ;)

Nein. Aus meiner Sicht hat das mit "Vorspannung" nichts zu tun. Ich halte es sogar für völlig falsch. Viele Gitarren haben eine gewollte Wölbung am Steg. Diese wird oft durch gewölbte Oberflächen der Fächerbalken erzeugt; hieraus entsteht eine gewisse Spannung. Dabei ist die höchste Stelle bei präziser Arbeit direkt unter der Stegeinlage. Würde die Decke durch den Saitenzug an der Steginnenseite (Richtung Schallloch) die Decke herunterdrücken, dann ergibt sich zwischen Schallloch und Steg eine Deckeninnenwölbung. Dieses Phänomen ist typisch für zu feuchte Hölzer. Die Decke ist damit quasi tot, die Gitarre klingt nur noch matt. Solche Gitarren hatte ich schon selbst in der Hand. Daran kann es aus meiner Sicht nicht liegen.

Das bekannte Phänomen der Vorspannung meint etwas anderes. Es macht sich bemerkbar, wenn man alle Saiten auf einmal wechselt. Es ist eine statische Sache der Kräfteverteilung, die bei gestimmter Gitarre auf die Decke wirkt. Diese Spannung ist weg, sobald alle Saiten entspannt sind. Spannt man wieder neu bzw. wechselt die Saiten aus, dann braucht es einen bis 2 Tage, bis die Decke sich wieder "in gewohnter Umgebung" befindet. Das ist auch deutlich hörbar. Deswegen wechseln Profis die Saiten immer nur stückweise.
Liebe Grüße
Bernd
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Re: Saitenfrage

Beitragvon CG-Fan » Mo 6. Mär 2017, 12:02

Jeder Erklärungsversuche ist an dieser Stelle nur ein mehr oder minder großes Herumstochern im Nebel, wenn sich selbst die Gitarrenbauer Fachleute uneins sind und keine klar definierten Begrifflichkeiten existieren. In sofern war mein gut gemeinter Erklärungsversuch vielleicht des Guten zu viel. Ungeachtet dessen empfehle ich, den Test einfach mal selbst zu machen, die Stegsaitenlage durch eine deutlich höhere oder niedrigere Stegeinlage zu verändern und zu beobachten, ob und wenn ja wie sich die subjektiv empfundene (!) Spannung verändert! ;)

Hanika Spieler wären hier z.B. im Vorteil, weil diese Gitarren löblicherweise mit zwei unterschiedlich hohe Stegeinlagen ausgeliefert werden!

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Re: Saitenfrage

Beitragvon bassklampfe » Mo 6. Mär 2017, 17:36

Ich habe keine Mail bekommen und das erst jetzt gelesen. Die Aufhängung ist tatsächlich ein üblicher Begriff im Gitarrenbau, Bernds Hinweis auf Deckenmontage trifft es genauso gut oder schlecht. Man kann den Bereich der Decke der an die Zarge grenzt dicker oder dünner ausarbeiten. Dünner = weniger Material = weicher. Die Decke taucht schneller und leichter ein, was dem Spieler den Eindruck vermittelt, dass sich das Instrument leichter spielen lässt. Das Gleiche gilt umgekehrt für die harte Aufhängung, mit den bereits genannten Vor- und Nachteilen. Vergleichbar ist das mit der Sicke eines Lautsprechers, die die Mambran im Korb "aufhängt".
______________
Gruß
bassklampfe


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