Eine alte Hanika wieder gut bespielbar machen

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KG-Igor
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Eine alte Hanika wieder gut bespielbar machen

Beitragvon KG-Igor » Mo 16. Jan 2017, 15:49

Hallo!

Ich habe das Glück gehabt, dass mir eine alte Hanika Konzertgitarre geschenkt wurde. Laut offizieller Einschätzung ist es eine alte Hanika 17P. Laut Originalkatalog komplett massiv aus Pallisander mit Fichtendecke. Zwar ein gutes Instrument, aber kein Sammlerwert o.ä., also nichts fürs Museum. Der Vorbesitzer wusste gar nicht, was er da hatte! Und die Hanika lag bei ihm im Keller. Jetzt habe ich den Vorbesitzer in Kenntnis gesetzt, jedoch besteht er weiterhin darauf, dass es ein Geschenk bleiben soll wenn ich denn das gute Stück spielen will.

Obwohl die Gitarre an sich OK ist, hat sie durch ihr Alter (und vermutlich auch durch die Keller-Lagerung) einen leicht verzogenen Griff. Die Saitenlage ist bei den ersten drei Bünden noch angenehm tief, darüber steigt sie jedoch an und ab dem fünften Bund ist es schon recht unbequem zu spielen. Darunter ist die Gitarre für mich nur in Ausnahmefällen noch spielbar. Z.B. die erste Saite kann ich noch bedienen, aber in der Mitte kommen mir die umgebenden Saiten voll in die Quere, wenn ich eine Saite loslasse, dann spiele ich mit der linken Hand ungewollt eine andere Saite an. Ich denke ein Profi würde diese Gitarre noch gut spielen können, für einen Anfänger wie mich ist es jedoch schwer.

Ich hoffe es ist möglich diese Gitarre wieder besser bespielbar zu machen. Habe mir schon überlegt die Plastikeinlage am Steg etwas herunter zu feilen. Aber damit würde ich die Saitenlage weiter oben, in der Nähe des Sattels auch verändern... Dort ist aber alles schon tief! Da der Winkel des Griffs nicht mehr stimmt, wird die Saitenlage aber immer höher, bis sie ca. ab dem 5 Bund für mich unangenehm hoch wird. Darunter wirds noch schlimmer.

Welche Optionen gibt es für mich in diesem Fall? Klar ist, ich will auf keinen Fall daran herumdoktern und es noch schlimmer machen! So wie sie ist kann ich ja schon ein bisschen spielen.

Bernhard Hiller
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Re: Eine alte Hanika wieder gut bespielbar machen

Beitragvon Bernhard Hiller » Mo 16. Jan 2017, 19:32

Das klingt nach einem verzogenen Hals. Das zu reparieren ist wohl mit ziemlichen Aufwand verbunden.

KG-Igor
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Re: Eine alte Hanika wieder gut bespielbar machen

Beitragvon KG-Igor » Mo 16. Jan 2017, 19:38

Ich dachte man kann am Plastikteil am Steg etwas wegschleifen, dann unter den Sattel einen kleinen "Abstandhalter" legen und so die Lage einigermassen ausgleichen?

JörgWagner

Re: Eine alte Hanika wieder gut bespielbar machen

Beitragvon JörgWagner » Mo 16. Jan 2017, 21:51

Hi,, das muß nicht zwingend sehr aufwändig werden, möglicherweise genügt es, das Griffbrett abzurichten, Hans Herb in Erlangen macht das incl. neuer Bünde für etwa € 150,--, wenn es sich um eine gute Gitarre handelt, wäre das sehr lohnend. Am Sattel rumbasteln wird keinen Erfolg bringen.
Jörg Wagner

KG-Igor
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Re: Eine alte Hanika wieder gut bespielbar machen

Beitragvon KG-Igor » Di 17. Jan 2017, 08:59

Danke für den Tipp. Ich versuche dann lieber meine Gitarre einem Fachmann vorzulegen, hoffentlich lässt sich das reparieren. Eine Gitarre in dieser Qualität bekommt man für 150€ glaub ich nicht.

JörgWagner

Re: Eine alte Hanika wieder gut bespielbar machen

Beitragvon JörgWagner » Di 17. Jan 2017, 09:23

Hallo Igor,
Hans Herb ist Fachmann von hohen Gnaden und für Reparaturen dieser Art höchstkompetent, einer Menge der jetzt gerade nachwachsenden jungen Gitarrenbauer bestätigen, daß er maßstabsetzend für sie war und ist, ein absolut perfekter Gitarrenbaumeister mit etwa 50-jähriger Werkstatt-Tradition, und er macht faire Preise (nicht verwandt oder verschwägert, aber seit 40 Jahren meine erste Wahl)
Jörg Wagner

KG-Igor
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Re: Eine alte Hanika wieder gut bespielbar machen

Beitragvon KG-Igor » Di 17. Jan 2017, 09:26

Wie gesagt, danke für deinen Tipp Jörg! Ich werde mich auf jeden Fall erkundigen. Da ich nun eine offizielle Bestätigung von Hanika habe, dass die Gitarre aus deren Haus kommt, werde ich einfach bei beiden vergleichen was so ein Eingriff kostet.

Ruby
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Re: Eine alte Hanika wieder gut bespielbar machen

Beitragvon Ruby » Mi 18. Jan 2017, 17:40

Du könntest mit einer Bundabrichtfeile (gibts zu kaufen) auch die ersten Bünde minimal abfeilen und dann die Stegeinlage hinten tiefer legen. Außerdem habe ich auch schon mal ein gewebeklebeband unter den Sattel geklebt. So ein blaues vom Gitarrenteile Händler.

Probiere erst einmal selber aus und wenns nicht ist, kannste immernoch 150 Euro für die Neubundierung hinblättern. Schau von oben herrab etwas seitlich auf die Gitarre. Da siehstDu ziemlich gut, ob der Hals krum ist oder nicht.

PS: Baue gerade meine 3. Gitarre und habe schon einiges probiert. ;) ;) ;)

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Bernd C Hoffmann
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Re: Eine alte Hanika wieder gut bespielbar machen

Beitragvon Bernd C Hoffmann » Mi 18. Jan 2017, 17:51

Ruby hat geschrieben:Du könntest mit einer Bundabrichtfeile (gibts zu kaufen) auch die ersten Bünde minimal abfeilen und dann die Stegeinlage hinten tiefer legen.

Da rate ich dringend von ab. Man kann damit erst richtig Schaden anrichten. Zudem ist es mit einer Bundfeile nicht getan. Man braucht auch ein Schutzblech, damit die Feilenkante keine Abdrücke ins Griffbrett prägt.
Liebe Grüße
Bernd
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Ruby
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Re: Eine alte Hanika wieder gut bespielbar machen

Beitragvon Ruby » Mi 18. Jan 2017, 21:29

Bernd C Hoffmann hat geschrieben:
Ruby hat geschrieben:Du könntest mit einer Bundabrichtfeile (gibts zu kaufen) auch die ersten Bünde minimal abfeilen und dann die Stegeinlage hinten tiefer legen.

Da rate ich dringend von ab. Man kann damit erst richtig Schaden anrichten. Zudem ist es mit einer Bundfeile nicht getan. Man braucht auch ein Schutzblech, damit die Feilenkante keine Abdrücke ins Griffbrett prägt.


Da gibts doch genug Möglichkeiten. Man kann sich in stärkere Folien einen entsprechenden Schlitz rein machen und auflegen. Ich nehme da gerne mein blaues Gewebe Klebeband.Das ist schön dick, lässt sich mehrfach abziehen und wieder aufkleben. Griffbrett ist hinterher viel sauberer und man kann es gleich ölen.

Ich persönlich würde den Versuch starten. Wenns schief geht, kann immernoch neu bundiert werden. Man muss nicht wegen jeder Kleinigkeit zum Gitarrenbauer rennen. Nur Bünde abrichten machen übrigens auch viele Gitarrenläden. Kostet viel weniger als 150 Euronen, vorrausgesetzt die Bünde selber sind noch gut...


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