Altern und Gitarre spielen

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Emandu
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Re: Altern und Gitarre spielen

Beitragvon Emandu » Mi 17. Dez 2014, 13:21

ich sehe es auch so, dass der Maßstab den ich dabei ansetze entscheidet.
Was will ich erreichen.....möchte ichim Alter von 50 Jahren einsteigen und mit 60 Konzerte geben, die internationales Aufsehen erregen...ja dann wird mir das Alter wahrscheinlich im Wege stehen.
Will ich jedoch ein Instrument lernen, Spaß an der Musik haben und vielleicht auch mal ein paar Leute damit unterhalten (Familie, Freunde)....nur zu.
Bei dem nötigen Enthusiasmus und Fleiß können dies dann nur wirkliche Handicaps verhindern.
Nach meiner persönlichen Erfahrung lässt der Spaß an der Musik und am Musizieren definitiv nicht nach und Fortschritte beim Spielen sind auch mit 50, 60 oder 70 noch zu erzielen.
Herzliche Grüße
Steffen

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Dominiqué
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Re: Altern und Gitarre spielen

Beitragvon Dominiqué » Mi 17. Dez 2014, 18:45

............. ich finde die Frage an sich schon seltsam :) wobei ich sie inhaltlich schon richtig verstanden habe.

Das größte Kapital, abseits der persönlichen Präferenzen, ist der Spaß und das Glücksempfinden im und am Alter! Und jenes ist dann nur eine Zahl, nicht mehr.

Und Impulsgeschwindigkeit kenne ich nur aus StarTrek, aus der Physik nicht. Vll. hatte ich aber auch Fehlstunden,........!
Die Definition Impuls kann man ja mal in der Datenkralle nachlesen, oder in Einsteins Büchern :roll:
Gruß Dominique

veetguitar
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Re: Altern und Gitarre spielen

Beitragvon veetguitar » Fr 19. Dez 2014, 00:47

Abel Carlevaro spielt mit 80 die Villa Lobos Etüde NR.10:

https://www.youtube.com/watch?v=AjuSEFoI0hE

Alles klar?

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Bernd C Hoffmann
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Re: Altern und Gitarre spielen

Beitragvon Bernd C Hoffmann » Fr 19. Dez 2014, 10:54

Der hat aber nicht mit 80 angefangen.

Wer technisch über hohe Tempofähigkeiten verfügt, der ist auch im Alter deutlich schneller als jemand mit Durchschnittsfähigkeiten. Hieran macht sich die Impulsgeschwindigkeit bemerkbar, d. h. die Reaktionsverzögerung vom neuralen Impuls bis zur tatsächlich ausgeführten Bewegung. Bei Tempoboliden fällt es nur weniger auf. Das gilt nicht nur in der Musik sondern auch, wie vorher gennannt, im Sport. Überall dort, wo es auf schnelle Reaktionsgeschwindigkeit ankommt, macht sich das im Alter bemerkbar. Typische Beispiele sind Kampfsportler (Boxer) und Sprinter.
Liebe Grüße
Bernd
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Re: Altern und Gitarre spielen

Beitragvon Heike » Fr 19. Dez 2014, 12:37

Pepe ist schneller denn je... jetzt mit 70! Gesunde Technik ( also mit viel eingebauter Entspannung), die das "Material" Körper nicht verschleisst, macht sich da dann doch bemerkbar.... :idea:

Die Leute im Physiobereich, denen ich mein "Material" anvertraue, sagen immer, jedes Gelenk, das benutzt wird, bleibt lebendig und ich habe speziell auch im Bereich Taichi immer wieder gesehen, daß scheinbar unumkehrbare Prozesse extrem gemildert, wenn nicht gestoppt wurden, einfach, weil die Gelenke auf schonende Art immer wieder gefordert werden. Also mit einer Prise asiatischer Geduld geht mehr als man denkt :lol:

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Andique
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Re: Altern und Gitarre spielen

Beitragvon Andique » Fr 19. Dez 2014, 15:35

Wenn bei jemanden, der (oder die) Musik macht, im Alter die technischen Fähigkeiten nachlassen - was soll's?
Es gibt ja auch noch wunderschöne Musikstücke, die nicht so virtuos sind.
Das wäre ja so, als würde ich behaupten, nur virtuose Stücke seien gute, hörenswerte Stücke. Das kann es ja wohl nicht sein.
liebe Grüsse, Andreas
Es gibt nichts, was es nicht gibt – außer dem Nichts selbst.

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Re: Altern und Gitarre spielen

Beitragvon veetguitar » Fr 19. Dez 2014, 17:37

Schon klar, aber jeder würde eben am Liebsten selber entscheiden, ob er nun Leichtes oder Anspruchsvolles spielt.
Da ich mich in letzter Zeit sehr viel mit Ernährung beschäftigt habe, bringe ich diesen Aspekt mal ins Spiel.
Damit kann man natürlich ganz schnell den Rahmen dieses Thread sprengen, aber ich gebe mal ein paar Stichworte:
- Übersäuerung
- kohlenhydratlastige Ernährung
- Durchblutungsstörungen
- schwankender Blutzuckerspiegel , dadurch suboptimale Gehirnleistung
- es fehlen ausreichend langkettige Omega 3 Fettsäuren
- Vitamin B Mangel

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Re: Altern und Gitarre spielen

Beitragvon ribaldcorello » Mi 24. Dez 2014, 15:39

@christian_k

ja, auf die Fingerchen muss man aufpassen, vor 3 Jahren wärs mit meinem Comeback beinahe aus gewesen, damals im Dänemark Urlaub, abends ca 20 Uhr, nochmal gassigehen mit den Kötern, ich stolpere über meinen offenen Schnürsenkel, knalle mit der linken Hand, die die Flexi, hält auf den Asphalt, und schrubbe mir am kleinen Finger die Haut mit Fleisch weg, am Ringfinger gingen ein paar Quadratzentimeter Haut flöten.

Nun stand ich bedröppelt da, konnte am kleinen Finger meine Sehnen bewundern und am Ringfinger das rohe Fleisch ohne Haut, natürlich voll mit Strassendreck.

So jetzt war guter Rat teuer, Sonntag abend Dänemark, wo gehe ich hin, ich erinnerte mich das ich am Kitestrand ein Schild "Hospice" gesehen habe, Hospice klingt nach Hospital, also hingefahren. Leider war das ein Altersheim, aber die waren mal froh über die Abwechslung, und so haben die mich ans Kreiskrankenhaus vermittelt. Also rein ins Auto und hin, das waren allerdings gute 100 km.

Dort meldete ich mich bei der Ambulanz an, der Arzt sah sich die Sache an und meinte, da könne er nichts machen zu tief die Wunden, also ab in die Unfallchirurgie. Doert hatte ich wieder Glück, die Diensthabende Ärztin war Spezialistin auf Hautrekonstruktionen bei Brandwunden, und sie nahm sich meiner an, bastelte so eine Stunden an meinen Fingern rum.

Jedenfalls ist alles gut verheilt, das einzigste was man noch merkt ist, das ich den kleinen Finger nicht ganz so strecken kann wie der an der rechten Hand, aber das hält sich in Grenzen.

Witzig an der Sache ist, das ich Risikosportarten, wie Boxen, Wakeboarden oder Kitesurfen betreibe, schon derbste Abflüge hingelegt habe, angeknackste Nasen, geprellte Rippen, aber nie was größeres passiert, und da stolpere ich einfach über einen offenen Schnürsenkel.

christian_k

Re: Altern und Gitarre spielen

Beitragvon christian_k » Mi 24. Dez 2014, 16:22

das mit der "Impulsgeschwindigkeit" ist schon richtig, man möchte gerne, aber die Umsetzung bis zur Tonerzeugung durch Muskeln, Nerven usw. braucht
eine gewisse Zeit, und diese wird vermutlich im Alter nicht besser.
Da muss Körper und Geist schon im absoluten Gleichklang sein, damit das im richtigen Rythmus zur Musik (Flamenco :!: ) alles passiert.
Eine Höchstleistung von Gehirn, Nerven und Muskeln.

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Bernd C Hoffmann
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Re: Altern und Gitarre spielen

Beitragvon Bernd C Hoffmann » Do 25. Dez 2014, 12:49

Heike hat geschrieben:Pepe ist schneller denn je... jetzt mit 70!

Er war schon immer außergewöhnlich schnell. Dies bestätigt im Grunde, dass es kaum auffällt. Oft wirkt vieles schneller, weil man vorher nur weniger schnelle Stücke gespielt hat. Mag sein, dass eine im Speziellen angelegte bewusste Denkweise dem förderlich ist, doch sind auch solche mentalen Prozesse welche, die i. d. R. immer während eines bestehenden Technikstadiums praktiziert werden und nicht, wenn es zu schwächeln beginnt.
Liebe Grüße
Bernd
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