Üben ohne Gitarre

Spieltechniken, Gitarristen, allgemeine Gitarristik (Konzertgitarre)

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klaus
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Üben ohne Gitarre

Beitragvon klaus » So 14. Feb 2016, 16:52

Hallo schönen Sonntag an alle,
Die Kommentare
zu "deralte" - Griffbrett beherrschen -
haben mich zu diesem Beitrag veranlasst.

Obwohl das Thema in anderen Themen schon mal angesprochen wurden. Am Schluss gings mal wieder ( wie so oft ) darum, wie man richtig und effizient übt. Da sind nützliche Kommentare aus vielen Ansichten zusammengeflossen. Man sollte sich beim Lesen ein bisschen vor Augen führen, wem man da schreibt. Es ist ganz wichtig in welchem Umfeld der beratene Gitarrist ist (Amateur, Profi, Autodidakt, Anfänger, Fortgeschrittener.)
Es geht um Übezeit, die man hat oder nicht, und ihre Nutzung.
Wer wirklich nur eine sehr begrenzte Zeit mit seiner Gitarre verbringen kann und hat den Wunsch am Tag mehr an seinen Interpretationen zu arbeiten, sollte sich mal überlegen, inwieweit das ohne Gitarre geht.
Ich meine gedächtnishaftes Erarbeiten, Analyse, interpretatorische und technische Gedankenvorstellung.

Fast alle Profis lernen die Werke erst mal theoretisch auswendig, einige soweit, dass sie aus dem Gedächtnis die Partitur wieder auf Papier bekommen. Dann gehts - erst jetzt mit dem Instrument - ans Feilen, Verbessern, interpretieren, Automatisieren u.s.w.

Amateure gehen eher den nur haptischen Weg, also alles an der Gitarre.
Man sollte aber mal den Vorteil dieser Vorgehensweise sehen: Man ist nicht auf seine Gitarre angewiesen. So können wir ohne Ballast Zeitlücken im Alltag nutzen, um ein bisschen an unserer Interpretation zu feilen. Man braucht nur die Noten. (Kann man ja auch dezent in seinen EBookReader laden)
Und dann ist fast jeder Ort geeignet um die freie Zeit auszunutzen.. Pausen, Wartezeiten, Bahn etc.. oder auch zu Hause aber so spät, dass wir niemanden mehr stören wollen.

Ihr werdet schon sehen, wie viel man OHNE Gitarre üben/lernen kann.

Liebe Grüße

Klaus

rwe
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Re: Üben ohne Gitarre

Beitragvon rwe » So 14. Feb 2016, 17:19

klaus hat geschrieben:Ich meine gedächtnishaftes Erarbeiten, Analyse, interpretatorische und technische Gedankenvorstellung.
<...>Ihr werdet schon sehen, wie viel man OHNE Gitarre üben/lernen kann.


Völlig d'accord. Bei der technischen Gedankenvorstellung kann man auch noch Fingerbewegungen üben. Und in der U-Bahn oder abends im Bett kann man auch Noten lesen und sich so das Stück erarbeiten, vorsummen (bzw. dies versuchen...).

deralte
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Re: Üben ohne Gitarre

Beitragvon deralte » Sa 20. Feb 2016, 15:39

danke klaus
hab ich zum Teil auch schon gemacht. Wenn man sich zuerst mit dem Notenbild befasst fällt manchmal sofort auf mit welchen Wiederholungen der
Komponist das Stück geschrieben hat. Na bzw. mit nur leichten Veränderungen in Melodie oder Bass. Oft ist es vielleicht auch hilfreich nur die Melodie
zu spielen.

Gruß deralte

klassikathi
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Re: Üben ohne Gitarre

Beitragvon klassikathi » Di 10. Okt 2017, 19:23

Hab' ich auch schon probiert, mit erstaunlich guten Effekten. "Mentales Üben" nannte mein früherer Lehrer das - fand und finde ich eine super Idee. Nur leider habe ich neulich vor lauter Konzentration darüber die U-Bahnstation verpasst, an der ich hätte aussteigen müssen ... :D

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Bernd C Hoffmann
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Re: Üben ohne Gitarre

Beitragvon Bernd C Hoffmann » Di 10. Okt 2017, 20:24

Das Pareto-Prinzip gilt (meiner bescheidenen Meinung nach) auch fürs musizierende Mentaltraining
Liebe Grüße
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klassikathi
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Re: Üben ohne Gitarre

Beitragvon klassikathi » Do 12. Okt 2017, 18:45

Die Station zum Aussteigen zu verpassen ist natürlich ein bisschen blöd. ;-)
Ansonsten konnte ich durch mentales Üben bisher keine gesundheitlich oder musikalisch schädigenden Effekte feststellen. Im Gegenteil war ich manchmal erstaunt, was real fluppte, nachdem ich 'nur unterwegs zwischendurch' das Notenbild verinnerlicht und/oder rein mental die Fingerbewegungen 'geübt' hatte.

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Bernd C Hoffmann
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Re: Üben ohne Gitarre

Beitragvon Bernd C Hoffmann » Do 12. Okt 2017, 19:28

Das Notenbild zu verinnerlichen ist überflüssig, weil das Stück über das musikalische Gedächtnistraining während des Übens nach einiger Zeit automatisch ins Unterbewusstsein geht. Man spielt dann nicht mehr nach dem Notenbild "vor dem geistigen Auge" sondern man führt Klang und Technik zusammen. Das mentale Üben zielt vorrangig auf die Präzision der motorischen Feinheiten ab, wo es enorme Vorteile für die gesamte Spieltechnik entfaltet. Das Notebild liefert dabei nur die klanglich-rhythmische Führung als Vorlage.
Liebe Grüße
Bernd
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Kuno Wagner
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Mentales Training

Beitragvon Kuno Wagner » Do 12. Okt 2017, 22:35

zum Glück gibt es ja für Alles ein Buch. Wer tiefer in das Thema Mentales Üben einsteigen will, hier ein Buchtipp von mir.


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Bernd C Hoffmann
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Re: Üben ohne Gitarre

Beitragvon Bernd C Hoffmann » Fr 13. Okt 2017, 02:55

Ich empfehle hierzu die Diplomarbeit von Christian Moritz. Das ist der Veranstalter von Hamburger Gitarrenfestival. Den Titel habe ich jetzt nicht zur Hand, weil ich umsortiert habe. Ich liefere ihn nach.
Liebe Grüße
Bernd
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