Bachs 1006(a)

Spieltechniken, Gitarristen, allgemeine Gitarristik (Konzertgitarre)
Roberlin
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Bachs 1006(a)

Beitragvon Roberlin » Mo 9. Jul 2018, 16:53

Sagt mal...
...wisst ihr, ob die meisten Arrangements von Bachs Suite E-Dur vom Umstimmen der G-Saite auf fis ausgehen?

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Bernd C Hoffmann
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Re: Bachs 1006(a)

Beitragvon Bernd C Hoffmann » Mo 9. Jul 2018, 20:44

Sie gehen nicht vom Umstimmen von g auf fis aus, sondern das Umstimmen von g auf fis liegt der Renaissance Laute zu Grunde. Sie ist liefert in ihrer Normalstimmung exakt die selben Intervalle, wenn man an der Gitarre die g-Saite nach fis umstimmt. Bezüglich Deiner Frage weiß ich lediglich, dass bei weitem nicht die meisten Transkriptionen hiervon Gebrauch machen. Beispiele kann ich Dir allerdings nicht nennen.
Liebe Grüße
Bernd
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Tariq
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Re: Bachs 1006(a)

Beitragvon Tariq » Sa 4. Aug 2018, 20:27

Die meisten gedruckten Arrangements dieser Suite lassen die 3. Saite auf g, davon kenne ich etwa zehn Stück.
Editionen, die ich kenne und die mit 3 auf fis gehen sind die von Karl Scheit, Reinbert Evers, Miklos Mosoczi und Walter Despalji, letztere wird m.W. von Ana Vidovic gespielt.

Jörg Wagner
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Re: Bachs 1006(a)

Beitragvon Jörg Wagner » So 5. Aug 2018, 15:25

Auch Karl Scheit hat eine Ausgabe mit Fis-Stimmung herausgegeben, mit der verwegenen Argumentation, Bach habe das womöglich für eine Renaissdance-Laute in Tenor-Stimmung komponiert, er meinte, die daraus resultierenden spieltechnischen Erleichterungen wären ein ernsthaftes Argument, das war sozusagen in der Steinzeit auf einem seiner Bad Hersfelder Gitarrenseminare.
Jörg
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Roberlin
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Re: Bachs 1006(a)

Beitragvon Roberlin » Do 9. Aug 2018, 05:21

Tariq hat geschrieben:Die meisten gedruckten Arrangements dieser Suite lassen die 3. Saite auf g, davon kenne ich etwa zehn Stück.
Editionen, die ich kenne und die mit 3 auf fis gehen sind die von Karl Scheit, Reinbert Evers, Miklos Mosoczi und Walter Despalji, letztere wird m.W. von Ana Vidovic gespielt.

Aha, danke für die Info.
Ich habe die Gesamtausgabe von Reinbert Evers, die ich sowieso recht fehlerhaft finde - sollte mir vielleicht mal eine andere zulegen... ;-)

Ekkehard
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Re: Bachs 1006(a)

Beitragvon Ekkehard » Do 9. Aug 2018, 14:54

Jörg Wagner hat geschrieben:....... das war sozusagen in der Steinzeit auf einem seiner Bad Hersfelder Gitarrenseminare.
Jörg
Wagner

Und ich denke genau aus der Perspektive muss man die Ausgaben auch betrachten. Karl Scheit, Luise Walker und viele andere haben mit dem zu der Zeit vorhandenen Wissen gearbeitet und ihre Ausgaben hatten ihre Berechtigung. Universal Edition hatte vor Kurzem eine "Neue Karl Scheit" Ausgabe herausgebracht, und leider aus rechtlichen Gründen (Erben) wieder einstellen müssen.
Es wurde erkannt, dass mit heutigem Wissen mancher "Bach" musikalisch einfach nicht mehr so gespielt werden darf.
Zuletzt geändert von Ekkehard am Do 16. Aug 2018, 14:19, insgesamt 1-mal geändert.

Ekkehard
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Re: Bachs 1006(a)

Beitragvon Ekkehard » Do 16. Aug 2018, 14:17

Aus hier angestoßenem Interesse habe ich mir kürzlich die verschiedenen Ausgaben vorgenommen. Natürlich bin ich aus dem Alter raus, in dem ich mir ein Vielseitiges Präludium vornehme - das überlasse ich Wettbewerbsinteressenten. Aber die berühmte Gavotte en Rondeau hat's mir wieder angetan. Und da empfinde ich für mich die Karl Scheit Version technisch in Fis-Stimmung als sehr handlich, da viele Spreizungen wegfallen.
Wie sind da eure Erfahrungen.
Übrigens bietet Thomas Königs auf seiner Homepage ebenfalls eine vollständige Ausgabe an.
Ekkehard

Roberlin
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Re: Bachs 1006(a)

Beitragvon Roberlin » So 19. Aug 2018, 15:47

Ich sage das jetzt einfach mal frei heraus, auch wenn ich mir da vielleicht eine Fundamentalbelehrung einhandeln könnte: Mir geht es einfach gegen den Strich, in Fis-Stimung Noten zu lesen , tiefes D geht ja noch, aber alles andere lasse ich ;-)

Ekkehard
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Re: Bachs 1006(a)

Beitragvon Ekkehard » Fr 24. Aug 2018, 20:05

Roberlin hat geschrieben:Ich sage das jetzt einfach mal frei heraus, auch wenn ich mir da vielleicht eine Fundamentalbelehrung einhandeln könnte: Mir geht es einfach gegen den Strich, in Fis-Stimung Noten zu lesen , tiefes D geht ja noch, aber alles andere lasse ich ;-)

Mich würde jetzt noch interessieren, welche Ausgabe du bezüglich des besagten Bach'schen Werkes spielst oder war der Einwurf eher allgemeiner Natur?

Ergänzung noch: Die Thomas Königs Version ist sehr gelungen und verzichtet auf Fis-Stimmung.

Roberlin
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Re: Bachs 1006(a)

Beitragvon Roberlin » Sa 25. Aug 2018, 09:17

Ekkehard hat geschrieben:
Roberlin hat geschrieben:Ich sage das jetzt einfach mal frei heraus, auch wenn ich mir da vielleicht eine Fundamentalbelehrung einhandeln könnte: Mir geht es einfach gegen den Strich, in Fis-Stimung Noten zu lesen , tiefes D geht ja noch, aber alles andere lasse ich ;-)

Mich würde jetzt noch interessieren, welche Ausgabe du bezüglich des besagten Bach'schen Werkes spielst oder war der Einwurf eher allgemeiner Natur?

Ergänzung noch: Die Thomas Königs Version ist sehr gelungen und verzichtet auf Fis-Stimmung.


Ich spiele die Gesamtausgabe von Reinbert Evers, die, wie gesagt, recht fehlerhaft ist.
Ich kann zwar einiges von Bach auswendig, spiele aber auch viel vom Blatt, Bach hat ja immer so viele verschiedene Noten! Z.B. kann ich jetzt die Fuge BWV 1000 so gut wie auswendig, aber nie so, dass es flüssig wird - also habe ich es aufgegeben und spiele jetzt mit Notenunterstützung. Das Präludium von 1006 finde ich eines der schönsten Stücke überhaupt, weil es auf der Gitarre auch so schön klingt. Mein Eindruck ist, dass man es auch ohne fis gut spielen könnte bis auf ein paar Stellen, aber es ist halt anstrengend, über die Fingersätze von Evers hinwegzulesen... Daher ist das ein guter Tipp mit Thomas König, schaue ich mir mal an.
Auch die Gavotte konnte ich mal auswendig, habe sie aber wieder vergessen und fummle sie ab und an vom Blatt. Ist ganz gut spielbar bis auf die Akkorde im letzten Drittel, die ohne VEreinfachung (ob mit oder ohne Fis) in der Evers-Version ziemlich heftig sind. DIe Youtube-Version von Segovia irritiert ich, denn da scheinen ein paar Bassnoten anders, beziehungsweise es sind ein paar mehr - habe ich aber noch nicht Note für Note geprüft. Außerdem spielt er die Triolen am Ende m.E. im doppelten Tempo, warum auch immer. Echt immer kompliziert mit dem Bach, hätte der nicht Gitarrist sein können...?


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