Lagrima von Tarrega - Fingersatz

Spieltechniken, Gitarristen, allgemeine Gitarristik (Konzertgitarre)
lautzeichen
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Lagrima von Tarrega - Fingersatz

Beitragvon lautzeichen » So 4. Sep 2016, 12:44

Hallo zusammen,
bin nagelneu hier im Forum. Um mich in ein Notensatzprogramm einzuarbeiten, hab ich mich an Lagrima von Tarrega versucht - weil's so schön kurz ist, hab ich mir gedacht. Hab dann aber doch Tage gebraucht. Technisch kann ich das Notensatzprogramm nun bedienen, jetzt stellen sich allerdings Fragen zu meinen Fingersatz-Vorschlägen.

Kurzum: Hat vielleicht jemand von Euch Zeit und Lust zu gucken, ob das so akzeptabel ist? https://gitarrenlehre.de/noten/tarrega/ ... agrima.pdf

Die Noten hab ich übrigens hiervon übernommen: http://img.kb.dk/ma/RiBSms/RiBSms-234b.pdf (ist allerdings offenbar nicht das Autograph von Tarrega - gibt's das überhaupt?)

Herzliche Grüße
Ralf

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Bernd C Hoffmann
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Re: Lagrima von Tarrega - Fingersatz

Beitragvon Bernd C Hoffmann » So 4. Sep 2016, 13:09

Fingersatzvorgaben sind immer individuell zu sehen. Wenn die Tabulatur automatisch erzeugt wurde, dann ist zunächst zu prüfen, ob sie überhaupt spielbar ist. Ist das nicht der Fall, dann müssen die Fingersätze geändert und die Tabulatur auf die neuen Notenpositionen angeglichen werden. Hierzu ein besonderes Beispiel, dass die Ausgaben eines bestrenommierten Musikers dazu führte, dass sämtliche Ausgaben zu einem riesengroßen Misserfolg wurde: Julian Bream brachte Transkriptionen mit Fingersätzen heraus, die er gut spielen konnte. Die waren allerdings so schwierig, dass niemand sie kaufte. Ergo: Du musst selber probieren und entscheiden, welcher Fingersatz sinnvoll ist. Ansonsten ist es nicht Deinn Fingersatz und daher auch nicht Deine Bearbeitung.
Liebe Grüße
Bernd
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lautzeichen
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Re: Lagrima von Tarrega - Fingersatz

Beitragvon lautzeichen » So 4. Sep 2016, 13:39

Hi Bernd,
vielen Dank für den Input. Ja, die Tabulatur hab ich geprüft. Und ja, ich spiele das so, wie ich es angegeben habe. Aber Dein Beispiel zeigt ja, das man sich da dennoch nen Kopf drüber machen sollte :-) Zumal die zahlreichen Videos auf YT zeigen, dass es viele unterschiedliche 'Lösungen' gibt.

Tschö
Ralf

Bernhard Hiller
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Re: Lagrima von Tarrega - Fingersatz

Beitragvon Bernhard Hiller » Mo 5. Sep 2016, 19:43

lautzeichen hat geschrieben:Um mich in ein Notensatzprogramm einzuarbeiten, hab ich mich an Lagrima von Tarrega versucht - weil's so schön kurz ist, hab ich mir gedacht. Hab dann aber doch Tage gebraucht.
Diese Befürchtung habe ich auch, deswegen habe ich das noch nicht versucht...
Fingersätze sind recht individuell. Ich greife im ersten Takt durchgehend 1/4 ohne Wechsel zu 2/4. Im zweiten Teil im Takt 6 verwende ich ein kleines Barree (1 über die beiden hohen Saiten).
Die Tabulatur schaut in Ordnung aus.
Hat diese dänische Bibliothek, von der du die Handschrift herhast, noch weitere Schätzchen zu bieten? Über das pdf kommt man leider nicht weiter...

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klaus
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Re: Lagrima von Tarrega - Fingersatz

Beitragvon klaus » Mo 5. Sep 2016, 21:51

Hallo..

B.Hiller schreibt:
Hat diese dänische Bibliothek, von der du die Handschrift herhast, noch weitere Schätzchen zu bieten? Über das pdf kommt man leider nicht weiter...

Ich nehme an, der Link kommt hierher.

http://www.kb.dk/en/

über die Suchfunktion hat man Zugang zu Allem was ein Stichwort hat....... funkt.....

In Delcamp hat man es auch schon gefunden:

http://www.classicalguitardelcamp.com/v ... hp?t=51380

Schöne Woche...

Klaus

lautzeichen
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Re: Lagrima von Tarrega - Fingersatz

Beitragvon lautzeichen » Di 6. Sep 2016, 08:36

Ja, die Bibliothek ist ein riesiger Fundus - Einstieg hierüber: http://rex.kb.dk/primo_library/libweb/a ... b=online&# Oben lässt sich auf Sprache "englisch" einstellen und dann z. B. Carcassi eingeben ins Suchfeld. Die mit "Score" gekennzeichneten Suchergebnisse sind interessant.

@Bernhard - jau, ich hab eigentlich auch im ersten Takt durchgehend 1/4 gespielt. Hab mir dann aber zig Videos angeguckt und tatsächlich niemanden gefunden, der das auch so macht. Und irgendwann hab ichs dann plötzlich auch mit 4/2 4/2 4/1 gespielt. Ob das vom Angucken kommt - keine Ahnung.

zettel
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Re: Lagrima von Tarrega - Fingersatz

Beitragvon zettel » Di 6. Sep 2016, 15:50

Ich finde diesen Satz unnötig kompliziert. Wieso wird in den ersten 4 Takten zwischen erstem und zweitem Finger gewechselt? Im Takt 10 wird wieder gewechselt. Diesen Fingersatz kann ich überhaupt nicht nachvollziehn.

Ekkehard
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Re: Lagrima von Tarrega - Fingersatz

Beitragvon Ekkehard » Mi 7. Sep 2016, 07:51

Fingersätze sind tatsächlich sehr individuell. Aber natürlich ist der Fingerwechsel zwischen 1 und 2 in den ersten 4 Takten für den klassisch ausgebildeten Gitarristen eine sehr nachvollziehbare, dem Lagenspiel entsprungene und somit günstige Lösung.

JörgWagner

Re: Lagrima von Tarrega - Fingersatz

Beitragvon JörgWagner » Mi 7. Sep 2016, 13:03

Hi,
der beanstandete Fingersatz macht durchaus Sinn.
Viele Fingersätze gehen von dem Beherrschen eines Vierbundraumes aus, wir habe 4 Greiffinger, und nach diesem Prinzip ist in jeder Griffbrettlage eine eindeutige Zuordnung von Bünden und Fingern gegeben, das fördert die Übersichtlichkeit.
Wenn man durchgängig den Fingersatz 1-4 verwendet, staucht man diesen Vierbundraum bei gewissen Stellen.
Bei "Fingerwechsel besteht hier im "Lagrima" der Kernfingersatz für die große Dezime aus der Kombination 1./4. Finger und für die kleine 2./4. Finger(der 1. Finger bleibt durchgängig im Kontakt mit der D-Saite). Sehr schön Systematisch und vorteilhaft wegen durchgehend gleichbleibende Hand- und Fingerstellung.
Jörg Wagner

lautzeichen
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Re: Lagrima von Tarrega - Fingersatz

Beitragvon lautzeichen » Mi 7. Sep 2016, 15:13

zettel hat geschrieben: Im Takt 10 wird wieder gewechselt. Diesen Fingersatz kann ich überhaupt nicht nachvollziehn.


In Takt 10 habe ich nach einem Fingersatz gesucht, um bei den 3 letzten Terzen einen Sprung des Zeigefingers von a zu e zu a zu vermeiden (so würde man es in der üblichen/einfachen Art machen). Ist nur ein Vorschlag von mir, hab lange drüber nachgedacht.


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