Theoretische Frage zu Asturias

Spieltechniken, Gitarristen, allgemeine Gitarristik (Konzertgitarre)

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muemmel
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Theoretische Frage zu Asturias

Beitragvon muemmel » Mo 3. Apr 2017, 10:57

Hi,

mal ne Frage zur berühmten Asturias von Albenitz: Ist das nicht eigentlich eine ganz "stinknormale" Malaguena, nur etwas aufgehübscht, oder shee ich das falsch?

Gruß Mümmel

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Bernd C Hoffmann
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Re: Theoretische Frage zu Asturias

Beitragvon Bernd C Hoffmann » Mo 3. Apr 2017, 18:08

Das siehst Du falsch. Eine Malagueña hat einen ganz anderen Charakter. Es gibt grundsätzlich zwei "Hauptsorten" von Malagueñas. Die eine ist die nach Ernesto Lecuona (einem Südamerikaner), die das typische Klangmuster im 3/4 Takt mit E - F# - H beginnend immer wieder durchscheinen lässt, während die andere eine rhythmisch freie Form ist, die dem Flamencorepertoire angehörig ist. Sie wird gelegentlich auch Tangos de Málaga genannt.
Gelegentlich könnte man bei Asturias darauf kommen, es verbirge sich eine Malagueña dahinter. Das Hauptthema (Anfangsmelodie) wird oft in eine Granaína hineinimprovisiert.
Liebe Grüße
Bernd
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klaus
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Re: Theoretische Frage zu Asturias

Beitragvon klaus » Mo 3. Apr 2017, 23:48

Hallo muemmel,
mit Bernds Erklärung bist du ausreichend bedient.
Wenn du tiefer in die Analyse dieses Werkes gehen möchtes, setzt einfach.
--Asturias leyenda analyse --
in das GoogleSuchfenster..dann bekommst du Erklärungen ..Analysen in jeder Stufe.
Es gibt aber noch einen vollkommen unanalytischen Grund, warum das nicht zusammengehört.
Asturias ist eine Region in Spanien ..(Nordspanien) Und darum von der Wiege der Malgeña ziemlich weit entfernt. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass unser Komponist diese Regionen und ihr Musikerbe irgendwie durcheinander bringen wollte.
Das wäre irgenwie so, als wenn man in Deutschland einen Schuhplattler aus Bayern mit ein paar Änderungen als Seemanslied von der Waterkant verkaufen wollte. :lol:

Also GrÜBe an Andalusien, Nordsee und Bayern

Klaus

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Thomas
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Re: Theoretische Frage zu Asturias

Beitragvon Thomas » Di 4. Apr 2017, 09:45

Kleine Anmerkung: Albéniz hat nie ein Stück mit dem Titel Asturias komponiert. Er hatte vor für die „Suite espagnole" opus 47 acht Titel zu schreiben. Er komponierte aber nur die Titel 1 bis 3 und 8. Die Namen hat er aber schon für alle 8 Titel vergeben. Nr. 5 Asturias (Leyenda).
Erst nach dem Tode des Komponisten hat ein Verleger die Suite mit anderen Werken Albéniz "vervollständigt".
Für Asturias nahm er das Prélude op. 232 N° 1 (1897).
Grüße
Thomas

muemmel
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Re: Theoretische Frage zu Asturias

Beitragvon muemmel » Mo 15. Mai 2017, 17:09

Hi,

erst mal ein ganz dickes Dankeschön Euch allen. Es steckt eben auch in solch bekannten Stücken immer nochmehr als man so denkt.
Ich war von der Spielweise ausgegangen, Melodie in den tieferen Seiten und dazu eine immer wieder geschlagene Oberstimme, erst jeweils einmal, dann zweimal und ich glaube zum Schluss auch bei der Asturias drei mal. Das sah zumindest vom Technischen her sehr ähnlich aus.
Also nochmals vielen Dank, jetzt bin ich schlauer.

Gruß Mümmel


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