Aguado Rondo Op. 2 Nr. 2

Spieltechniken, Gitarristen, allgemeine Gitarristik (Konzertgitarre)

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Bernd C Hoffmann
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Aguado Rondo Op. 2 Nr. 2

Beitragvon Bernd C Hoffmann » So 17. Sep 2017, 22:51

Wer es nicht kennt, hier eine sehr schöne Interpretation von der Asiatin Thu Le:

http://www.youtube.com/watch?v=eSWLZVsdZgk

Vor 8 Jahren bin ich mal dran gewesen. Weil es mir zu schwierig war, legte ich es ad akta. Vor 3 Wochen habe ich es wieder hervor geholt, um bei meiner Arbeit mit der Fokalen Dystonie durch fragmentale Zerlegung in die bewusste Entspannung zu kommen. Das hat so gut funktioniert, dass ich es bald über eine etwas längere Distanz am Stück mit völliger Entspannung spielen konnte. Nun hat mich wieder der falsche Ehrgeiz gepackt, und das Spiel wird wieder krampfiger.

In der Auseinandersetzung mit dem Stück ist mein Eindruck, dass man viele Möglichkeiten für alternative Fingersätze hat. Dabei merke ich, dass dies für mich zum Tragen kommt. Eine besondere Hürde, wo sich nichts zu machen lassen scheint, ist der Übergang vom Akkord E in den melodischen Triolenlauf. Der Lauf selbst ist kein Problem, jedoch nur der Übergang. Hierbei treffe ich, aus dem Akkord kommend, das e auf der D-Saite nicht rechtzeitig sondern muss den Akkord minimal verlängern. Mich würde interessierenk, mit welchen Fingersätzen Ihr diese Stelle?
Liebe Grüße
Bernd
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Thomas
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Re: Aguado Rondo Op. 2 Nr. 2

Beitragvon Thomas » Di 19. Sep 2017, 15:50

Hallo Bernd,
es ist gut, dass du den dreistimmigen E-Dur etwas verlängerst. Er ist das Ende einer Phrase. Eine kleine natürliche Atmung vor dem e auf der D-Saite ist interpretatorisch attraktiv. Deswegen würde ich das e auch mit dem Daumen erzeugen.

Viele Grüße
Thomas

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Bernd C Hoffmann
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Re: Aguado Rondo Op. 2 Nr. 2

Beitragvon Bernd C Hoffmann » Di 19. Sep 2017, 22:04

Hallo Thomas,

herzlichen Dank für den Hinweis. Ich habe dieses Verlängern schon als attraktiv gefühlt, war mir aber nicht sicher. Die letzten Tage habe ich mich daran versucht, den E Akkord auf der 1. und 3. Saite mit a und m anzuschlagen, um dann zeitgenau mit den Lauf mit i auf der 4. Saite (e) einzuleiten. Aber das fällt mir derart schwer, dass ich ein sehr langes Üben wird, bis das flüssig über die Hand geht.

Das Stück hält noch einige Hürden bereit. Auf den ersten 3 Seiten habe ich Potenzial für diverse Möglichkeiten alternativer Fingersätze gefunden. Es ist doch sehr komplex in den Anforderungen, aber es ist eins, dass ich unbedingt können will, weil es mir sehr gefällt. Manches Mal habe ich überlegt, ob ich was Eigenes daraus mache. Aber zunächst sollte ich es einigermaßen "in die Finger" bekommen. Schau mer mal...
Liebe Grüße
Bernd
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richtm
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Re: Aguado Rondo Op. 2 Nr. 2

Beitragvon richtm » Mo 25. Sep 2017, 21:35

Hallo Bernd,

hier also die x-te Interpretation von Aguados Rondo op 2 No 2... und doch nicht!

Tal Hurwitz spielt das Stück schön langsam, auf seiner Daniel Friedrich ... ich hätte ihn das ganze auch gern auf seiner Andreas Kirmse spielen hören...

https://www.youtube.com/watch?v=wGzNST56Oac

Vielleicht eine Anregung für Dich? Viel Erfolg und natürlich Spaß mit dem Stück!

Viele Grüße aus Hamburg
Michael

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Bernd C Hoffmann
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Re: Aguado Rondo Op. 2 Nr. 2

Beitragvon Bernd C Hoffmann » Mo 25. Sep 2017, 22:42

Hallo Michael,

schön, dass Du wieder da bist.

Das Video kenne ich. Die Introduktion ist getragen, aber Ich finde nicht, dass er das Rondo langsam spielt. Er spielt es vom Tempo her so, wie ich es für normal halte und liefert eine absout "amtliche" Interpretation.
Liebe Grüße
Bernd
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aläx
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Re: Aguado Rondo Op. 2 Nr. 2

Beitragvon aläx » Do 12. Okt 2017, 23:19

Hallo Bernd,

ich habe diese Stück früher mal gespielt und vielen Dank, dass du es mir wieder ins Gedächtnis gerufen hast :)

Ich liebe diese Stück aber es ist schon eine echte Herausforderung, deshalb ist mir deine Passage aufgefallen:

herzlichen Dank für den Hinweis. Ich habe dieses Verlängern schon als attraktiv gefühlt, war mir aber nicht sicher. Die letzten Tage habe ich mich daran versucht, den E Akkord auf der 1. und 3. Saite mit a und m anzuschlagen, um dann zeitgenau mit den Lauf mit i auf der 4. Saite (e) einzuleiten. Aber das fällt mir derart schwer, dass ich ein sehr langes Üben wird, bis das flüssig über die Hand geht.

Ich habe mich gefragt weshalb du dir das Leben da so schwer machst.
Die natürlichste Sache in dieser Passage ist, dass du wie auch Thomas schreibt, mit deinem Daumen den Lauf auf der 4. ten Saite einleitest

Ich kenne auch keinen Gitarristen der das anders macht.
Wenn ich das so üben würde wie du es beschrieben hast
den E Akkord auf der 1. und 3. Saite mit a und m anzuschlagen, um dann zeitgenau mit den Lauf mit i auf der 4. Saite (e) einzuleiten.

dann würde ich ne Menge Übungszeit verschwenden um es dann im Endeffekt trotzdem nicht besser hinzukriegen.

Da du ja geschrieben hast, dass dich die fokale Dystonie quält kann ich ja nicht beurteilen, ob du vielleicht deshalb die nicht nahe liegendsde Lösung suchst.
Die leichte Verzögerung tritt bei mir nicht auf wenn ich es nicht möchte,
aber wie Thomas es geschieben hat.
Hallo Bernd,
es ist gut, dass du den dreistimmigen E-Dur etwas verlängerst. Er ist das Ende einer Phrase. Eine kleine natürliche Atmung vor dem e auf der D-Saite ist interpretatorisch attraktiv. Deswegen würde ich das e auch mit dem Daumen erzeugen.


in diesem Sinne und ich wünsche dir, dass du deine "Einschränkungen" überwindest. :)

Gruß Aläx

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Re: Aguado Rondo Op. 2 Nr. 2

Beitragvon Bernd C Hoffmann » Do 12. Okt 2017, 23:35

Hallo aläx,

dass ich mir das Leben damit schwer gemacht habe, liegt vor allem daran, dass ich einige Einspielungen auf Youtube gesehen habe, wo ich diese Atmung nicht wahrgenommen habe. Ein weiterer Grund ist, dass der Großteil meiner CD-Sammlung seit knapp 12 Jahren in Umzugskartons liegt. Norbert Kraft hatte eine CD mit amtlichen Interpretationen eingespielt, die dort noch irgendwo herumliegt. So hatte ich dort keinen Zugriff drauf.

Nachdem ich in den letzten 4 Wochen gute Sprünge nach vorne machen konnte, ist der Tag heute ein deutlicher Rückschlag. Aber dieses Auf und Ab scheint dazu zu gehören. Deswegen frustriert mich das nicht mehr, ich nehme es sportlich (als Mittelstreckenläufer) ;) Solange es vorwärts geht, geht es wegen der Rückschläge nicht wirklich rückwärts. Die Schritte sind nur kleiner.
Liebe Grüße
Bernd
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aläx
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Re: Aguado Rondo Op. 2 Nr. 2

Beitragvon aläx » Fr 13. Okt 2017, 00:04

Hallo Bernd,

ich bin jetzt schon lange im "Gitarrengeschäft" und meine Lehrerin war unmittelbare Schülerin von Julian Bream.
Der "atmet" das Stück
https://www.youtube.com/watch?v=uWwk2_eOers

Da ist die Tonqualität vielleicht nicht so toll aber bei Bream ist es mir immer kalt den Buckel runtergelaufen wenn er in seinem Element (Klassik, Romantik und moderne Musik) war.
Spanier wie Albeniz fand ich nicht gut.
Jedenfalls wirst du auch in dieser Aufnahme feststellen, dass da einfach ein "kleiner Break" ist und genau da hin passt :D
Die wahre Herausforderung dieses Stückes ist für mich der Dur- Teil.
Da sind relativ weite Griffe angesagt.
Nixdestotrotz.
Tolles Stück und ich freue mich es wieder zu üben.

Gruß aläx

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Re: Aguado Rondo Op. 2 Nr. 2

Beitragvon Bernd C Hoffmann » Fr 13. Okt 2017, 02:08

Die Atmung fällt bei mir deutlich länger aus. Bei mir kommt erschwerend hinzu, dass ich meine Anschlagshaltung ändern musste, d. h. ich bin mit dem Grundgelenk des Zeigefingers auf einer Höhe mit der Saite, die er anschlägt. - Zumindest sollte es laut meinem Mentor so sein. Tatsächlich bin da aber nur "in der Nähe". Zudem habe ich beobachtet, dass ich durch die sehr leichten Anschläge, die das Retraining der Dystonie bedingen, ich links mit der Griffkraft etwas schlampig geworden bin. Auch "hinkt" mein rechter Ringfinger noch recht häufig hinter, was noch seine Zeit brauchen wird. Der macht noch bei den Sechstolenarpeggien Probleme, weil das vordere Fingerglied beim Einschlag kraftlos nach hinten knickt.

Die Herausforderung sehe ich auch im Dur-Teil. Hier bleibe ich immer wieder an einigen Übergängen hängen, wo die Akkorde in 16teltriolen von der 8. bis in die 1. Lage abwärts gespielt werden. Das geht über in einen G-Akkord in Terzlage und einem Fis, der in G7 übergeht und dann C in der 1. Lage einleitet. An dieser Stelle (bei C) muss man die Mittelstimme gut herausarbeiten. Früher konnte ich sowas ziemlich gut. Heute erschwert es die Dystonie. Mein Ehrgeiz ist, dass ich im neuen Jahr ein How To Play Video zu diesem Stück veräußern werde (auch zu anderen Stücken). Mal sehen...
Liebe Grüße
Bernd
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aläx
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Re: Aguado Rondo Op. 2 Nr. 2

Beitragvon aläx » Fr 13. Okt 2017, 02:22

Hallo Bernd

aber ich denke mal, dass dieses Stück der Mühen wert ist :D
Natürlich sollten wir uns Julian Bream nicht zum Maßstab machen. Ich stufe dieses Stück in meiner persönlichen Skala praktisch knapp unter der Höchststufe ein. Zumindest technisch.
Da nehme ich auch nicht die Chaconne oder La Cathetral aus.

Ich habe es jedenfalls dank dir wiederentdeckt und habe im Moment riesigen Spaß es zu üben :D .

Gruß und Dank

aläx


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