Störgeräusch beim Anschlag der Basssaiten mit i/m/a

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Heike
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Re: Störgeräusch beim Anschlag der Basssaiten mit i/m/a

Beitragvon Heike » Mi 7. Feb 2018, 12:00

...ich benutze Manikürfeilen aus dem Drogeriemarkt, Sandpapier gibt es im Baumarkt! ( 1500er oder 1200er ist sinnvoll)

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Bernd C Hoffmann
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Re: Störgeräusch beim Anschlag der Basssaiten mit i/m/a

Beitragvon Bernd C Hoffmann » Mi 7. Feb 2018, 12:37

Juan hat geschrieben:Jetzt bin ich ehrlich gesagt ein bisschen verwirrt. :-) Also ich hab das so gelernt, wie das hier bei 4. b)/c) beschrieben ist:
http://www.gitarrenlinks.de/workshops/rechte_hand.htm
Meinen wir das gleiche und reden nur aneinander vorbei oder gibt es da grundlegende inhaltliche Differenzen???

Die Bilder zeigen den linksseitigen Anschlag. Dass Kuppe und Nagelkante gleichzeitig die Saite berühren, ist rein individueller Natur. Die Darstellung mit dem Daumen weicht davon ab, d. h. typischer Kombinationsanschlag aus Kuppe und Nagel. Wenn Du damit klar kommst, dann behalte es bei ansonsten ändere es.
Liebe Grüße
Bernd
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Re: Störgeräusch beim Anschlag der Basssaiten mit i/m/a

Beitragvon Juan » Mi 7. Feb 2018, 14:03

Das habe ich dazu auf Wikipedia gefunden (Artikel: Classical Guitar Technique)

An important factor for the quality of sound is the angle of the finger as the string is plucked. This is usually not at a right angle to strings, but usually where the outstretched fingers would point slightly to the left. This is considered both beneficial to tone and creating less noise due to nail contact, since the string can glide over the rounded nail, rather than being hooked or caught by it.

Holding the fingers and hand perpendicular to the strings may cause other difficulties. Since the string is aligned with the groove between fingertip and nail: this may cause clicking noises or double sounds (fingertip sound, then nail sound). By holding the fingers and hand to the left, it is impossible for the string to land in the groove, since the left side of the nail will touch the string first.


Speziell den zweiten Absatz fand ich da interessant, weil das das war, was ich an Deiner Beschreibung des Anschlags zunächst merkwürdig fand. Aber es ist zweifellos interessant wie viele unterschiedliche Techniken es gibt, die auch praktisch zur Anwendung kommen. Vor allem weil ich bisher immer davon ausgegangen war, meine Anschlagstechnik sei die "einzig wahre" XD

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Bernd C Hoffmann
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Re: Störgeräusch beim Anschlag der Basssaiten mit i/m/a

Beitragvon Bernd C Hoffmann » Mi 7. Feb 2018, 16:10

Bei Wikipedia-Artikeln bin ich von Haus aus immer skeptisch. Weil dort jeder schreiben kann, der meint, er habe was zu sagen, finden sich darin immer wieder Fehler oder einseitige Darstellungen, weil die Abhandlungen unvollständig sind. So auch hier.

Das vermeintliche Problem im 2. Absatz ist hauptsächlich physikalischer Natur. Was dort nicht gesagt wird, ist, dass der Anschlag aus einer sehr kurzen, schnellen Bewegung besteht. Das suggerierte Zweitongeräusch - erst von der Kuppe, dann vom Nagel - ist nur dann wahrnehmbar, wenn die Anschlagsbewegung langsam ausgeführt wird. In diesem Fall sollte man sich gründlich überlegen, ob die Gitarre das richtige Instrument ist.
Liebe Grüße
Bernd
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Re: Störgeräusch beim Anschlag der Basssaiten mit i/m/a

Beitragvon Juan » Mi 7. Feb 2018, 21:07

Okay, alles klar! Ich habe ein bisschen herumprobiert und bei mir stellt sich der Anschlag im rechten Winkel insofern als schwierig dar, als meine Fingernägel aufgrund meines seitlichen Anschlags mit "Abrollen über die Fingernagelkante" etwas zu lang dafür sind. Ein doppelter Ton entsteht da auch nicht, allerdings klingt der Ton ein bisschen hart und dünn, weil ich vermutlich mit zu viel Fingernagel die Saite treffe. Außerdem gibt es das, was im Wiki-Auszug wohl mit "clicking noises" umschrieben wird. (Ich glaube allerdings nicht, dass ich mir deshalb überlegen muss, ob die Gitarre das richtige Instrument für mich ist... ;-))
Noch eine Frage an alle:
Sind hier tatsächlich alle der Ansicht, dass meine Technik (mit der ich im Übrigen abgesehnen vom Problem, um das es in diesem Thread hier eigentlich geht :lol: , überhaupt keine Schwierigkeiten habe) total unüblich ist? Immerhin sieht es doch im Video übers Nägelfeilen von McAllister ganz so aus, als würde er es ganz genauso machen wie ich. Er schlägt definitiv nicht in einem (annähernd) rechten Winkel an und mit solchen Nägeln, die nochmal ein Stück länger sind als meine eigenen, dürfte sich das auch als sehr kompliziert darstellen.

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Re: Störgeräusch beim Anschlag der Basssaiten mit i/m/a

Beitragvon Bernd C Hoffmann » Mi 7. Feb 2018, 22:19

Aus meiner Sicht kannst Du Deine Technik beibehalten. Weil Du damit keine (echten) Probleme hast, ist das ok. Die Nebengeräusche (clicking noises) treten hauptsächlich nur in 3 Fällen auf:
1) Bei einer langsamen Anschlagsbewegung
2) Wenn man direkt mit dem Nagel anschlägt
3) Wenn der Nagel zu lang ist bzw. bei zuviel Nagelsubstanz
Letzteres ist auch der Fall, wenn die Rampe im zu steilen Winkel gefeilt wurde.

Der linksseitige Anschlag ist deshalb so verbreitet, weil die meisten Menschen eine anatomische Handstellung haben, bei der die Finger bei entspannter Handhaltung linksseitig an den Saiten anliegen. Lediglich der Ringfinger weicht hiervon oft etwas ab, weil er in der gekrümmten Haltung von rechts außen an die Saite kommt.
Liebe Grüße
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Re: Störgeräusch beim Anschlag der Basssaiten mit i/m/a

Beitragvon Heike » Do 8. Feb 2018, 11:41

Also ich spiele mit superkurzen Nägeln, rechts sehr kurz, dafür links länger .... da stellen sich viele Probleme gar nicht. Es gibt wirklich keine allgemeingültige Lösung für die "Nagelfrage" und nur weil Stars es so und so machen, heißt es noch lange nicht, daß es für die eigene Anatomie passt, also einen Handzwilling suchen :lol:
Und auch ganz viel herumprobieren. Dann ist es zusätzlich noch eine Frage der Technik, ich gehe z.B. sehr gerne tief in die Saiten rein, da stören lange Nägel nur. Aber da musste ich auch erstmal draufkommen!

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Re: Störgeräusch beim Anschlag der Basssaiten mit i/m/a

Beitragvon Bernd C Hoffmann » Do 8. Feb 2018, 14:11

Und tief in die Saite greifen kann nicht einfach jeder, weil man insbesondere mit "Wurstfingern" anatomische Einschränkungen hat.
Liebe Grüße
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