Technische Vereinfachung vs. Werktreue

Spieltechniken, Gitarristen, allgemeine Gitarristik (Konzertgitarre)
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peterg
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Re: Technische Vereinfachung vs. Werktreue

Beitragvon peterg » So 20. Mai 2018, 11:25

Exakt!
Vielen Dank Roberlin.
Genau auf dieses Problem (Takt 37-39), dass das a nicht über die drei Takte gehalten werden kann bin ich gestern auch gestoßen. Hab ehrlich gesagt zunächst einfach drüber weg gespielt ohne es zu bemerken ;-). Was mir z.B. dann noch auffiel, war, dass die Arpeggien ja nur in Takt 1,3,5,7 also durchaus bewusst in jedem zweiten angegeben sind. In der Phrase nach dem Staccato ab T.9 nicht mehr. Bewusst auch nicht z.B. in den fantastischen Takten 13 und 29 (siehe Bream-Interpretation).
Ich bin fest davon überzeugt, dass das von Walton so beabsichtigt war.

Roberlin
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Re: Technische Vereinfachung vs. Werktreue

Beitragvon Roberlin » So 20. Mai 2018, 11:55

peterg hat geschrieben:Ich bin fest davon überzeugt, dass das von Walton so beabsichtigt war.

Ich bin mir sicher, dass vieles von dem, was Walton wollte, in den Noten steht ;-)
Dass ab Takt 9 nichts mehr über den Akkorden steht ist in der Tat auffällig. Jones spielt hier ein klares Crescendo, was naheliegt, weil in den vier Takten sonst gar nichts passieren würde und der 13 sicher, wie du sagst, ein Höhepunkt ist. Aber das Creescendo steht z.B. nicht drin... ;-)
Sicher kommt es bei der Arbeitsweise klavierspielender Komponist mit Gitarrist zu einigen Besonderheiten, die sicher auch einen Reiz der Stücke ausmachen; bei der Bagatelle no 3 stehen in Takt 45 extrem gespreizte Akkorde, die man nicht gebunden spielen kann. Trotzdem wollte Walton wohl die Basstöne so lange wie möglich halten: Das Fis ist als sechzehntel notiert, von der Phrasierung ist es aber wie das Achtel-G davor gedacht. Ich tippe hier auf Kompromiss. EIn Gitarre spielender Komponist hätte die Akkorde vielleicht nicht so gesetzt, weil das sehr schwer so zu spielen ist, dass der eigentlich ruhige Charakter des Stückes erhalten bleibt, aber so ist man eben als Spieler mit Akkorden konfrontiert, die man so wohl fast nie auf der Gitarre findet...

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peterg
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Re: Technische Vereinfachung vs. Werktreue

Beitragvon peterg » So 20. Mai 2018, 15:24

Bagatelle Nr. 3, soweit bin ich noch nicht. Aber die Alla Cubana, hab ich mir als nächstes fest vorgenommen, man soll sich ja langsam steigern :D
Vielleicht sollte man eine Thread: "Walton-Bagatellen" aufmachen.
Spielt die sonst noch jemand?
Wie handhabt ihr z. B. in der zweiten Bagatelle, die Bassstimme, Dämpft ihr und wenn ja wo?

Kuno Wagner
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Re: Technische Vereinfachung vs. Werktreue

Beitragvon Kuno Wagner » So 20. Mai 2018, 21:18

wie gesagt, passt auch hier:

viewtopic.php?f=16&t=3973&start=20#p18274

Roberlin
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Re: Technische Vereinfachung vs. Werktreue

Beitragvon Roberlin » Mo 21. Mai 2018, 10:45

peterg hat geschrieben:Bagatelle Nr. 3, soweit bin ich noch nicht. Aber die Alla Cubana, hab ich mir als nächstes fest vorgenommen, man soll sich ja langsam steigern :D
Vielleicht sollte man eine Thread: "Walton-Bagatellen" aufmachen.
Spielt die sonst noch jemand?
Wie handhabt ihr z. B. in der zweiten Bagatelle, die Bassstimme, Dämpft ihr und wenn ja wo?

Die Bagatellen sind ja sehr unterschiedlich von der Schwierigkeit. Ich spiele 1,2,3. Wer die alle kann, ist sicher nah am Profitum dran...;-) Ich denke, die einzeln anzugehen, ist völlig ausreichend...
So wie ich No 2 verstehe, dämpfe ich gar keine Bassstimme, weil die Basssaiten für mich wie eine Art Grundklang unter allem drunter liegen während sich drüber die Skalen und Akkorde immer ein bisschen verschieben. Z.B. Takt 99-103 können sowohl Flagolett als auch das A und das D usf. immer weiterklingen, das entspricht für mich der Stimmung des Stücks...


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