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La Cathedral

Verfasst: Do 17. Mai 2018, 08:51
von Kuno Wagner
ich hatte ja erwähnt, dass ich mich mit dem dritten Teil von A. Barrios´ La Cathedral beschäftigen wollte.
Nach 1,5 Wochen kämpfe ich mich jetzt notenfrei durch den dritten Teil (Allegro solemne).
Schön langsam mit Metronom.

Ausgehend von folgender Version:

https://www.classical-guitar-school.com/en/Solo

von Eythor Thorlaksson (die ich übrigens als nicht sehr gelungen ansehe), habe ich einige Fragen zu alternativen Fingersätzen.
Die Thorlaksson-Bearbeitung soll nur zur Orientierung dienen.
Meine Primäre Quelle ist die Bearbeitung von Jesús Benites R. bei ZEN-ON Music. (gelbes Buch, Band1)

Wenn jemand im Forum Hilfe anbieten kann, würde ich gerne meine „Problemstellen“ aufführen.


P.S. die Noten der oben aufgeführen isländischen Webseite (http://www.classical-guitar-school.com) nutze ich seit Jahren als Quelle der Inspiration

Re: La Cathedral

Verfasst: Do 17. Mai 2018, 15:55
von klaus
Hallo Kuno,
das Stück wird doch eigentlich sehr oft gespielt. Und sicher sind auch hier noch ein paar mehr, die das drauf haben.
Schreib doch einfach mal um welche Stellen es sich handelt.
Die Zen-on Version habe ich auch , und das war/ist die einzige Quelle, von der aus ich meine Interpretationen bastle.
L.G.
Klaus

Re: La Cathedral

Verfasst: Do 17. Mai 2018, 19:07
von Kuno Wagner
ich wollte ja erst mal wissen, ob es hier gespielt oder geübt wird. Bei all dem Carulli - YT Geposte weiß man ja nie..

mein erster Stolperstein ist Takt 11-12 (F#-Hm). Geht das auch anders (zB H-A#-H auf 5. statt 6. und d vorher leer statt auf 5.)?

Re: La Cathedral

Verfasst: Do 17. Mai 2018, 19:29
von Bernd C Hoffmann
Catedral war schon öfters ein Thema. Bei mir war es das auch einmal. Ich habe aber festgestellt, dass ich meine Notenausgabe verbummelt habe. Bei mir ist es für die zweite Jahreshälfte in der Pipeline. Wenn man bei Paco de Lucía etwas genauer hinhört, dann erkennt man welches Stück bei Fuente y Caudal Pate gestanden hat.

Ich meine mich zu erinnern, dass unser Mitglied Aläx auch an dem Stück dran ist. Evtl. kann er Dir auch weiter helfen.

Re: La Cathedral

Verfasst: Do 17. Mai 2018, 21:06
von paco
Hallo Kuno,

was bereitet dir den Schwierigkeiten an der Stelle? Das Barré am Anfang des 12. Taktes? Ich finde das so, wie es da steht ganz entspannt zu spielen. Ich spiele allerdings kein "kleines" Barré nur über die 3. und 4. Saite sondern lege den Zeigefinger flach, so dass die Fingerspitze über das Griffbrett rüber ragt. Erst das Fis in der zweiten Hälfte spiele ich ganz gewöhnlich. Wenn ich ein kleines Barré versuche, verrenke ich mir auch fast die Hand. Du kannst natürlich auch den Fingersatz ändern und die leere D-Saite spielen, so wie du das beschrieben hast. Dann kann man sogar vorher ein Abzugsbindung spielen (fis-d), allerdings verändert sich dadurch die musikalische Linie (was mich persönlich überhaupt nicht stört). Ich finde aber, dass die Stelle durch die Veränderung nicht leichter spielbar wird.

Ich finde grundsätzlich, dass man eigene Fingersätze machen und Wege finden sollte, die für einen selbst gut spielbar sind. Ich habe schon oft erlebt, das Gitarristen meinten, die eine oder andere Stelle sei eine "Schweinerei". Wenn ich dann meinte: "Warum spielst du es denn nicht so?" (z.B. anderer Fingersatz oder Leersaite), fragen sie dann: "Echt, darf man das?" Ich denke, dass bei schwierigen Stellen eine spieltechnisch leichtere Lösung meist auch die musikalisch bessere ist ,weil man sich besser auf den Ton und die Phrasierung konzentrieren kann.

Beschreib doch mal genauer, worin dein Problem bei der Stelle besteht!

Genug geklugscheißt (kluggescheißt?), Grüße paco

Re: La Cathedral

Verfasst: Do 17. Mai 2018, 21:37
von Bernd C Hoffmann
paco hat geschrieben:Ich finde grundsätzlich, dass man eigene Fingersätze machen und Wege finden sollte, die für einen selbst gut spielbar sind. Ich habe schon oft erlebt, das Gitarristen meinten, die eine oder andere Stelle sei eine "Schweinerei". Wenn ich dann meinte: "Warum spielst du es denn nicht so?" (z.B. anderer Fingersatz oder Leersaite), fragen sie dann: "Echt, darf man das?" Ich denke, dass bei schwierigen Stellen eine spieltechnisch leichtere Lösung meist auch die musikalisch bessere ist weil man sich besser auf den Ton und die Phrasierung konzentrieren kann.

Ich halte das auch, sofern es noch möglich ist, damit es zum Stück passt.

Re: La Cathedral

Verfasst: Fr 18. Mai 2018, 09:01
von Kuno Wagner
als hätte man morgens zwische 7:00 und 8:00 nichts besseres zu tun ;)

Bild


Vari1 (Barree) klappt bei mir gar nicht, bin ich zu lahm
Vari2 ist wie Vari1 nur mit leerer H-Saite vor dem Barree
Vari3 und 4 sind die von mir bevorzugten Versionen
Vari5 (wie 3und4) mit leerem h am Anfang von Takt 12

mein Tempo liegt zZ bei 56 (ein Schlag pro Sechsergruppe)

Danke für die Hilfe

Re: La Cathedral

Verfasst: Fr 18. Mai 2018, 09:09
von kallemann
Genau so, wichtig sind nicht die akrobatischen Fingerartistiken, sondern der gute und richtige Klang. Das Endergebnis soll gute Musik sein.
Gruß kallemann

Re: La Cathedral

Verfasst: Fr 18. Mai 2018, 12:29
von Heike
EIn Fingersatz muss funktionieren und er muss so sein, daß man ihn im Hirn behalten kann. Ich vermeide Barréegriffe, wann immer es geht. Und leere Saiten kann man klanglich rechts ausgleichen.
Wenn ein Fingersatz klanglich toll ist, aber die Hände kaputtmacht, landet er in der Tonne, daß ist kein einzelner Takt wert.
Ich gehe natürlich davon aus, daß ich ein Stück in meinem Repertoire zigmal auf Bühnen spiele, das heißt hunderte, wenn nicht tausende Male zuhause in den Fingern haben werde, da ist die Gesunderhaltung ein zentraler Aspekt.
Und der dritte Satz Kathedrale beansprucht - egal mit welchem Fingersatz- die linke Hand schon ziemlich, speziell den Zeigefinger, da würde ich immer Entlastungsfingersätze nehmen, wo auch immer Entspannungsphasen möglich sind.

Re: La Cathedral

Verfasst: Fr 18. Mai 2018, 13:21
von wortspur
Kuno Wagner hat geschrieben:Vari2 ist wie Vari1 nur mit leerer H-Saite vor dem Barree


"...vor dem Barree"?
Verstehe ich nicht ganz was damit gemeint ist. Ist damit der darauffolgende Takt gemeint?

Ich spiele jedenfalls Takt 12 wie in deiner Variante 2. Das a# im Takt davor mit dem Mittelfinger.