Paganini: Cantabile für Violine und Gitarre

Spieltechniken, Gitarristen, allgemeine Gitarristik (Konzertgitarre)
Kuno Wagner
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Paganini: Cantabile für Violine und Gitarre

Beitragvon Kuno Wagner » Sa 12. Jan 2019, 11:36

Wir spielen gerade Paganinis Cantabile für Violine und Gitarre. Erwin Schwarz-Reiflingen gibt folgende Spielanweisung für den "geschmackvollen" Begleiter.

Bild
http://www.free-scores.com/download-she ... ?pdf=47100

Unser aller verehrte Heike hält sich weites gehend an die originale Vorgabe. (Tolle Version! Glückwunsch).

https://www.youtube.com/watch?v=3MfSstn0Hcg

Wie weit würdet ihr als (Gitarren) Begleiter gehen?

CG-Fan
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Re: Paganini: Cantabile für Violine und Gitarre

Beitragvon CG-Fan » Sa 12. Jan 2019, 12:15

Kuno Wagner hat geschrieben:...Wie weit würdet ihr als (Gitarren) Begleiter gehen?

Nicht weiter als Heike und alle anderen Interpreten, von denen ich das Stück bisher gehört habe, nämlich überhaupt nicht! Die Begleitung mag auf den ersten Blick etwas stupide wirken, hat es aber bei der vor allem auch rythmisch anspruchsvoll gesetzten Solostimme wirklich in sich. Die Variationen sind subtil und sparsam, dabei aber sehr wirkungsvoll gesetzt und jede zusätzliche Eskapade in der Gitarrenbegleitung würde der Solostimme etwas von dem Freiraum rauben, den sie benötigt. Ich sehe den Gitarrenpart bei diesem Stück im wirklich positive Sinne als rein dienende Begleitung!

BTW eine wirklich guten Darbietung des Duo Luminoso. Meine Referenzeinspielung ist und bleibt aber die von Itzhak Perlman und John Williams aus dem Jahre 1976!

Interessant finde ich beim dem Cantabile, dass die Geigenstimme auf der Gitarre überraschend komfortabel zu spielen ist! Das läßt vermuten, dass Paganini auch diese Stimme auf der Gitarre komponiert hat, die er übrigens ebenso gut beherrscht haben soll, wie die Violine. So ist überliefert, dass er bei privaten Hauskammerkonzerten in der Regel immer die Gitarre und nicht die Geige gespielt hat! ;)

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Heike
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Re: Paganini: Cantabile für Violine und Gitarre

Beitragvon Heike » Mo 14. Jan 2019, 14:51

Ich wäre überhaupt nicht auf die Idee gekommen, da noch irgendwie was dazuzubasteln. Ich finde die Begleitung so sehr stimmig.
Außerdem liegt es ja auch in der Hand eines guten Begleiters zu stützen und sogar zu führen, damit der Solist einen schönen Teppich drunter hat. Da hab ich keinerlei "Ego-Probleme" mit scheinbar einfachen Begleitungen.
Mit meiner Geigerin spiele ich inzwischen sooooo viel Paganini, da gibt es ja alle möglichen Kombinationen von "Wichtigkeitsgrad" der Stimmen. Ich finde es persönlich faszinierend, wie unterschiedlich da die Stücke von ihm sind. Im Konzert mischen wir das immer durch, eben von Gitarre als reine Akkordstütze bis zur surrealen Geigenbegleitung der großen Sonate :lol: , die ja eigentlich ein Duostück ist!

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klaus
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Re: Paganini: Cantabile für Violine und Gitarre

Beitragvon klaus » Di 15. Jan 2019, 11:54

Hallo ..
Heike schrieb:

Ich wäre überhaupt nicht auf die Idee gekommen, da noch irgendwie was dazuzubasteln. Ich finde die Begleitung so sehr stimmig.
Außerdem liegt es ja auch in der Hand eines guten Begleiters zu stützen und sogar zu führen, damit der Solist einen schönen Teppich drunter hat. Da hab ich keinerlei "Ego-Probleme" mit scheinbar einfachen Begleitungen.

Da spricht der Vollprofi...
Es nicht immer nur die "Kür" die man abliefern muss, sondern auch mal "nur" einen guten Job.
Ich vergleiche das mit einem Koch, der mit seinem super Gericht die Gaumen der Welt entzückt. Aber bevor der Teller mit dem ausgesuchten Fleisch, der raffinierten SoBe und dem dekorativen Beiwerk vor dem Gast steht, muss dass Gemüse, die Kartoffeln gekauft, geputzt und geschält werden, sonst iss nix mit 3 Sternen.
Heike hat mal wieder gezeigt, dass sie nicht nur Sahnehäubchen setzen kann, sondern auch gut im Kartoffelschälen ist.
L.G.
Klaus

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Re: Paganini: Cantabile für Violine und Gitarre

Beitragvon Heike » Mi 16. Jan 2019, 14:58

Haha, ich hätte da einen weniger kulinarischen Vergleich genommen. Es ist für mir dann so wie im klassischen Ballett, wenn der Herr manchmal einfach damit beschäftigt ist, die Primaballerina gut aussehen zu lassen... aber natürlich auch seinen fetten Soli hat!

Kuno Wagner
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Re: Paganini: Cantabile für Violine und Gitarre

Beitragvon Kuno Wagner » Do 7. Mär 2019, 21:08

Am Sonntag Nachmittag lasse ich die "Primaballerina" bei einem Konzert in Wiesbaden-Klarenthal bestimmt gut aussehen.
(Auch wenn ich mir dabei meine Freiräume schaffen werde.)

Sonate 1-6 und 13-15 liegen schon auf dem Notenpult. (herausgegeben von Kurt Schumacher bei Zimmermann)
Kennt das jemand? (Heike?) Aus gitarristischer Sicht auch eher überschaubar.
Lohnt sich das?

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Re: Paganini: Cantabile für Violine und Gitarre

Beitragvon Bernd C Hoffmann » Do 7. Mär 2019, 21:28

Ich habe ein paar Kompositionen in den Umzugskartons (seit ca. 13 Jahren) Gekauft hatte ich sie Mitte der 90er Jahre im Antiquariat von Hieber in München. Das Material war so billig, dass ich nach ca. 1,5 Stunden einen Stapel von ca. 20 cm "für´n Appel und ´nen Ei" mitgenommen habe. Gespielt hatte ich das jedoch nie.

Ob sich die Sonaten von Paganini "lohnen", können andere für Dich nicht entscheiden. Man muss selbst wissen, ob es technisch passt und musikalisch bzw. kompositorisch passt oder zumindest interessant ist.
Liebe Grüße
Bernd
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Kuno Wagner
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Re: Paganini: Cantabile für Violine und Gitarre

Beitragvon Kuno Wagner » So 10. Mär 2019, 20:46

Bernd C Hoffmann hat geschrieben:Ob sich die Sonaten von Paganini "lohnen", können andere für Dich nicht entscheiden. Man muss selbst wissen, ob es technisch passt und musikalisch bzw. kompositorisch passt oder zumindest interessant ist.



mein Duopartner meinte nur: "sau schwer!"


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