Stimmstabilität

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Kuno Wagner
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Re: Stimmstabilität

Beitragvon Kuno Wagner » Mo 10. Apr 2017, 18:09

docsteve hat geschrieben: Kuno hat mich ganz kirre gemacht


sorry, das wollte ich nicht :oops:

Aber:

durch Nachfrage bei Antonio Rey und Mahmoud Turkmani ist mir jetzt klar, dass Saiten zu unterschiedlichen Zeiten stimmstabil werden!
Es gibt sogar Saiten die benötigen fast eine Woche bis sie richtig gut klingen (stimmstabil sind sie aber schon lange vorher) z.B. DÁddario ProArté.
Die halten bei mir auch den Haltbarkeitsrekord (5 Wochen) im Bassbereich.

Savarez New Cristal stimmen spätestens am nächsten Tag und Luthier (20er Bass/30er Diskant) stimmen am gleichen Tag. ("Nachmittags aufziehen, abends Konzert" A. Rey / Paco de Lucia).

Dass die Saiten am zweiten Tag gleichmäßig! in der Stimmung (Materialbedingt) um ca. 1/4 Ton runter gehen ist normal. Auch, dass man Gitarren nachstimmen kann ;) .

docsteve hat geschrieben:Nachgestimmt wird vor jedem Spielen
klar! wenn nötig.

Oben genannte Meister teilen meine Meinung dass, je gerader der Halsansatz, desto stabiler die Stimmung ist. Und, dass sich ein Saitensatz weniger hart anfühlt als bei einem starken/größeren Halswinkel! Vermeidung des Flitzebogen-Effekts.
Der Steg, kommt bei einem geradem Hals, durch Wölbung der Decke, bedingt durch die Beleistung nach oben. Was durch Kenntnis der Klassiker (Torres und Santos) belegt werden kann.

Interresant waren auch die Gespräche über die Höhe der Stegeinlage für Bass und Diskant. Ihr erinnert euch? Auch hier gilt: Alles so symmetrisch wie möglich. "Kein Pianist würde auf unterschiedlich hohen Tasten spielen".

...mir ist klar, dass es dazu auch ganz andere Meinungen geben wird.

Bild


Das obere Bild zeigt eine Reyes das untere eine Hauser.

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Bernd C Hoffmann
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Re: Stimmstabilität

Beitragvon Bernd C Hoffmann » Mo 10. Apr 2017, 19:57

Kuno Wagner hat geschrieben:durch Nachfrage bei Antonio Rey und Mahmoud Turkmani ist mir jetzt klar, dass Saiten zu unterschiedlichen Zeiten stimmstabil werden!
Es gibt sogar Saiten die benötigen fast eine Woche bis sie richtig gut klingen (stimmstabil sind sie aber schon lange vorher) z.B. DÁddario ProArté.
Die halten bei mir auch den Haltbarkeitsrekord (5 Wochen) im Bassbereich.

Savarez New Cristal stimmen spätestens am nächsten Tag und Luthier (20er Bass/30er Diskant) stimmen am gleichen Tag. ("Nachmittags aufziehen, abends Konzert" A. Rey / Paco de Lucia).
(...)
Oben genannte Meister teilen meine Meinung dass, je gerader der Halsansatz, desto stabiler die Stimmung ist. Und, dass sich ein Saitensatz weniger hart anfühlt als bei einem starken/größeren Halswinkel! Vermeidung des Flitzebogen-Effekts.
Der Steg, kommt bei einem geradem Hals, durch Wölbung der Decke, bedingt durch die Beleistung nach oben. Was durch Kenntnis der Klassiker (Torres und Santos) belegt werden kann.

In den ersten 3 Jahren meiner Selbständigkeit im Gitarrenunterricht habe ich neben dem Unterricht 6 bis 8 Stunden täglich für mich gespielt. Weniger spielen auch professionelle Konzertmusiker nicht. Wer so an der Gitarre sitzt, redutziert das Nachstimmen von mehreren Tagen auf einen einzigen oder maximal 2 Tage. Deswegen kann Deine Aussage pauschal gar nicht stimmen. Die Savarez Christal habe ich auch schon auf Gitarren mit unterschiedlichen Halswinkeln gespielt. Ich widerspreche Deiner Aussage. Auch D´Addario Pro Arte und Luthier machen dabei keine Ausnahme, denn auch die habe ich alle durch. Unter realen Bedingungen würde es Folgendes bedeuten:
Man zieht morgens neue Saiten auf, stimmt die Gitarre und packt sie bis zum nächsten Abend in den Koffer. Beim Rausholen stimmt sie dann immer noch. Es ist völlig egal welchen Halswinkel die Gitarre oder welche Wölbung die Decke hat. Zudem hat längst nicht jede Gitarre ihre Deckenwölbung von der Form der Fächerbalken und folgt nicht den Bauplänen von Torres oder Santos.

Kuno Wagner hat geschrieben:Dass die Saiten am zweiten Tag gleichmäßig! in der Stimmung (Materialbedingt) um ca. 1/4 Ton runter gehen ist normal. Auch, dass man Gitarren nachstimmen kann ;)

Damit kehrst Du Deine ursprüngliche Aussage ins Gegenteil ;)

Kuno Wagner hat geschrieben:Interresant waren auch die Gespräche über die Höhe der Stegeinlage für Bass und Diskant. Ihr erinnert euch? Auch hier gilt: Alles so symmetrisch wie möglich. "Kein Pianist würde auf unterschiedlich hohen Tasten spielen".

Der Vergleich geht deutlich daneben. Er würde passen, wenn die Lochabstände im Steg und die Nutabstände im Sattel unterschiedlich wären. Die abfallende Höhe der Stegeinlage ist der geringeren Amplitude der Diskantsaiten geschuldet. Hierfür hatte - glaube ich - Ramírez das Griffbrett an den Kanten unterschiedlich hoch gearbeitet. Dies habe ich vereinzelt auch auf anderen Gitarren gesehen. Nur in diesem Fall kommt man mit einer gleichhohen Stegeinlage hin. Hier wäre interessant, was ein Gitarrenbauer dazu sagt. Für die Motorik der Anschlaghand ist dieser Höhenunterschied egal,
Liebe Grüße
Bernd
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Re: Stimmstabilität

Beitragvon Bernhard Hiller » Di 11. Apr 2017, 19:23

Beim Halswinkel kann ich mir vorstellen, daß er einen - indirekten - Effekt hat: die Reibung am Sattel dürfte stärker sein, je weiter der Hals nach hinten zeigt.

Kuno Wagner
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Re: Stimmstabilität

Beitragvon Kuno Wagner » Di 11. Apr 2017, 22:57

Bernd C Hoffmann hat geschrieben:Wer so an der Gitarre sitzt, redutziert das Nachstimmen von mehreren Tagen auf einen einzigen oder maximal 2 Tage.


da haben wir doch die Lösung! Spielt einfach mehr, dann stimmen eure Gitarren auch!

Trotzdem:
Ich habe am Donnerstag Abend neue Savarez 500CR Saiten aufgezogen, bin Freitags von Las Palmas nach Frankfurt geflogen (4,5 Stunden, Btw. 90€ for Musical Instrument :x ), Samstags 3 Stunden Fahrt nach Würzburg. Bis dahin hatte ich, abgesehen von Donnerstag Nacht, nicht gespielt bzw. gestimmt. In Würzburg habe ich nachgestimmt (Samstags), ab dann war meine A-Saite (und nicht nur die) während des gesamten Kurses (Sa. und So.) der Stimmton für Antonio Rey´s (frisch besaiteter) Lester DeVoe. Ich mußte nicht nachstimmen. Auch am Montag nicht.

Heute (Di) habe ich meine Zweitgitarre bespielt (intensiv). Ich mußte häufiger nachstimmen. Der Unterschied beider Gitarren ist zum einen das Alter zum anderen der Halswinkel und die damit verbundene Parallelität von Saite, Hals und Decke.

Bernd C Hoffmann hat geschrieben:Zudem hat längst nicht jede Gitarre ihre Deckenwölbung von der Form der Fächerbalken


es geht um die Querbalken

Bernd C Hoffmann hat geschrieben:und folgt nicht den Bauplänen von Torres oder Santos.


und genau da liegt das Problem.


Ich habe gerade Gitarre A getestet, sie stimmt (heute ungespielt) immer noch und das seit Samstag :o

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Bernd C Hoffmann
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Re: Stimmstabilität

Beitragvon Bernd C Hoffmann » Di 11. Apr 2017, 23:29

Also hängt Deine Erfahrung von allerlei Einschränkungen ab, die praktisch nur selten anzutreffen sind. Folglich ist das bestenfalls eine Ausnahme. Die alten Conde aus der Zeit wo Mariano und Felipe Conde zusammenarbeiteten, hatten keine Deckenwölbung. Die Saiten haben über der Decke bis zum Steg an jeder Stelle die gleiche Saitenlage.

Etwas Anderes:
Es wurde die Saitenspannung angesprochen. Vom Halswinkel hängt sie nur sehr indirekt ab, im Grunde gar nicht konkret fühlbar. Sie hängt vom Kopfplattenwinkel ab. Das wird sofort deutlich, wenn man eine HSL Flamenca spielt. Ein wenig Einfluss kann man auch nehmen, wenn die Sattelkerben bereits im Winkel der Kopfplatte feilt, also nach hinten tiefer werdend.
Liebe Grüße
Bernd
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