Sevilla Albeniz

Empfehlungen, Fragen zu bestimmten Stücken & Ausgaben
Roberlin

Sevilla Albeniz

Beitragvon Roberlin » So 8. Dez 2019, 13:33

Hallo zusammen!
Ich wage mich gerade an das Traumstück meiner Jugend: Sevilla. Das war, ohne eine große Ahnung zu haben, einfach das Lieblingsstück von den Bream, Williams, Yepes-Schallplatten, die bei uns so rumstanden.
Dazu eine Frage, auch wenn sie am Ende für mich nicht sehr relevant ist: Bream spielt bei dieser Youtube-Version https://www.youtube.com/watch?v=HaZgZJrJmdk
in der Hauptmelodie immer einen zusätzlichen Ton (Am Anfang ist das ein d). Warum mag das so sein? Im Klavieroriginal steht das so nicht und auch keine andere transkription behandelt das so. Any ideas?

Achso, und kann irgendjemand eine Transktiption besonders empfehlen? Im Moment benutze ich eine No-Name-Transkrition aus dem Netz, wo ich dann hie und da was ändere...
Schönen Sonntag noch, Robin

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peterg
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Re: Sevilla Albeniz

Beitragvon peterg » So 8. Dez 2019, 15:31

Meinst Du das tiefe D am Anfang im Hauptthema, das viele als Arpeggios (z. B. auch Segovia) bzw. Rasgueados (z. B. Williams) spielen?
Ich denke, das ist Geschmacksache. Vielleicht möchten sie damit den Stil einer Sevillana unterstreichen.
Freilich muss man aufpassen, dass die Melodiestimme in einer Linie möglichst gleichmäßig laut klingt. Der wahrscheinlich leiseste Punkt ist ja die Verzierung mit der Aufschlagbindung im vierten Takt.
Die Bässe in dem Arpeggio so schön wie Bream zurückzunehmen ist ja nicht so einfach, gerade wenn man dann zum Schluss müde wird. Und keine Hauser hat :D
Die Youtubeversion von Bream kenne ich, ist lustig, wenn es ihn einmal fast vom Hocker reißt.
Eines der größten Probleme im Anfangsteil dieses schweren Stückes sind m. E. die Aufschlagbindungen die, da das Ganze ja forte und flott wie eine Sevillana eben laufen soll, schnell, kräftig und präzise ohne Berührung der Nachbarsaiten ausgeführt werden müssen.
Ich verwende diesen Anfangsteil regelmäßig als Übung zur Kräftigung des Kleinfingers.

Ich glaube, die Versionen unterscheiden sich nicht so wesentlich.
Ich verwende das Tarrega-Llobet Arrangement.

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klaus
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Re: Sevilla Albeniz

Beitragvon klaus » So 8. Dez 2019, 20:28

Hallo ..
wie Peter habe ich die Llobet-Tarregaversion. Aus dem einfachen Grund,weil sich Tarrega und Albeniz über die Version ausgetauscht haben.
Aber ich glaube heutzutage spielen die meisten die Barrueco-version.
Viel Spass beim Üben. Dieses Stück ist wunderschön!!!
Klaus

Roberlin

Re: Sevilla Albeniz

Beitragvon Roberlin » Mo 9. Dez 2019, 09:14

Danke!
Meinem Eindruck nach gibt es im langsamen Teil die meisten Unterschiede. Habe mich aber noch nicht so intensiv damit beschäftigt.
Ja, der Anfang ist schwer, das war auch der Grund, warum ich davor immer zurückgeschreckt bin. Dachte, wenn ich das nicht hinkriege, sollte ich es lassen. Aber inzwischen geht es eben.
@peter nein ich meine das hohe d, nicht bei der Einleitung sondern am Ende des Hauptthemas zu hören im Video das erste mal bei 7 Sekunden...

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peterg
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Re: Sevilla Albeniz

Beitragvon peterg » Mo 9. Dez 2019, 13:52

Ach so, das meinst Du.
Das ist halt eine individuelle Verzierung.
Die spielt er aber z. B. in diesem Konzert von ihm auch nicht.
https://www.youtube.com/watch?v=1rzzKztnenQ

Dieses Video ist insofern recht interessant, weil es das Stück quasi "by fair means" wiedergegeben zeigt.
Nicht eine Studioaufnahme mit spanischem Hintergrund, wie in dem Video das Du erwähnst.
Die Sevilla beginnt in diesem Konzertvideo ab 30:30.

Es schrecken ja an diesem Stück schon die Bindungen in den ersten beiden Takten (Einleitung wiederholt) ab.
Diese sauber zu spielen ist schon eine Hausnummer.
Nicht nur uns macht das Probleme :D , es gibt da ein Masterclass Video von Bream in dem sich der Schüler um diese Einleitung herumdrücken möchte.
Bream bittet ihn dann das zu spielen. Der weiß genau, wie der Hase läuft. Hier ab 16:08
https://www.youtube.com/watch?v=v4R82HxBLKo
Das Hauptthema mit dieser Einleitung kommt ja zum Schluss (wenn man schon etwas müde ist) nochmals vor.
Hör Dir diese Passage mal in seiner Konzertaufnahme an (ab 33:45). Da hört man dann die Bindungen beim Maestro in dieser Phrase kaum mehr.
Doch ein deutlicher Unterschied zwischen Studio und Konzert.

Die Sevilla wird ja unzählige Male auf youtube (Konzerte und Wettbewerbe) gepostet.
Wenn man sich diese genau anhört finde ich ist es beeindrucken auf welchem hohen Niveau die jungen Leute heute spielen.

Roberlin

Re: Sevilla Albeniz

Beitragvon Roberlin » Mo 9. Dez 2019, 21:03

peterg hat geschrieben:
Es schrecken ja an diesem Stück schon die Bindungen in den ersten beiden Takten (Einleitung wiederholt) ab.
Diese sauber zu spielen ist schon eine Hausnummer.
Nicht nur uns macht das Probleme :D , es gibt da ein Masterclass Video von Bream in dem sich der Schüler um diese Einleitung herumdrücken möchte.
Bream bittet ihn dann das zu spielen. Der weiß genau, wie der Hase läuft. Hier ab 16:08

Haha! Die INterpretation ist ja leider furchtbar, warum spielt er auch so schnell, wenn er es nicht kann? Aber okay, leicht reden, mal sehen, wie weit ich komme. Und ja, man ist verwöhnt vom Niveau der jungen Leute, das man auch per Youtube überall vorgeführt bekommt. Im Übrigen tut man sich schon einen Gefallen, wenn man das hohe c bei den Bindungen mit dem Ringfinger spielt, wie es auch Bream tut, dann muss der Mittelfinger nicht so springen, nachdem er ja gerade noch die abgezogene Note halten sollte...
peterg hat geschrieben:Das Hauptthema mit dieser Einleitung kommt ja zum Schluss (wenn man schon etwas müde ist) nochmals vor.
Hör Dir diese Passage mal in seiner Konzertaufnahme an (ab 33:45). Da hört man dann die Bindungen beim Maestro in dieser Phrase kaum mehr.
Doch ein deutlicher Unterschied zwischen Studio und Konzert.

Ja, der Maestro greift auch ganz schön daneben, auch bei dem Lauf in Es-Dur am Ende. Ich bewundere Bream ja, vor allem für seine Innoavationskraft, sein riesiges Repertoire, seine Impulse, die er gegeben hat. Aber das Konzert ist wirklich Licht und Schatten, was aber seine Anhänger nicht zulassen, da herrscht Kritikverbot! Immer wieder interessant diese Glaubenskämpfe in den Kommentaren zu lesen.
peterg hat geschrieben:Die Sevilla wird ja unzählige Male auf youtube (Konzerte und Wettbewerbe) gepostet.
Wenn man sich diese genau anhört finde ich ist es beeindrucken auf welchem hohen Niveau die jungen Leute heute spielen.

Ich habe letztes Jahr Stephanie Jones live gehört, sie hat ein wirklich schweres Programm (z.B. Walton alle Bagatellen und dieses krasse Stück hier. https://www.youtube.com/watch?v=7UwA8zvDcho) und hat fast fehlerfrei gespielt. Mich hat gewundert, dass sie das schwerste Stück an den Anfang gestellt hat; Reverie von Regondi. Aber der Grund ist wahrscheinlich ganz banal, dass dann die Finger noch frisch sind :-)

Roberlin

Re: Sevilla Albeniz

Beitragvon Roberlin » Sa 18. Jan 2020, 14:17

Harte Arbeit... Vor allem, wenn die Aufnahme läuft... - ;-)
https://www.instagram.com/p/B7dlPCsC_b7 ... _copy_link

Tobias
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Re: Sevilla Albeniz

Beitragvon Tobias » So 2. Feb 2020, 21:55

Ihr findet die Bindungen am Anfang schlimm. Interessant. Ich finde die Bindungen im Es-Dur-Teil eine Herausforderung. Man streicht die Saiten mit dem Daumen durch. Dadurch kriegen sie eh schon eine starke Schwingung. Und jetzt soll man auf der G-Saite d (3. Finger) Abzug auf c (1. Finger) machen, während der 4. Finger fest auf dem h sitzt, ohne die leere schwingende H-Saite zu berühren. (Azpiazu-Bearbeitung).

Reza Chitsaz
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Re: Sevilla Albeniz

Beitragvon Reza Chitsaz » Di 4. Feb 2020, 22:45

Ein herrliches Stück,
viel Spaß beim Spielen :D
Die leichteste Version ist wohl von Barrueco, versuch doch diese!

Herzliche Grüße,
Reza

Roberlin

Re: Sevilla Albeniz

Beitragvon Roberlin » Do 6. Feb 2020, 12:47

Tobias hat geschrieben:Ihr findet die Bindungen am Anfang schlimm. Interessant. Ich finde die Bindungen im Es-Dur-Teil eine Herausforderung. Man streicht die Saiten mit dem Daumen durch. Dadurch kriegen sie eh schon eine starke Schwingung. Und jetzt soll man auf der G-Saite d (3. Finger) Abzug auf c (1. Finger) machen, während der 4. Finger fest auf dem h sitzt, ohne die leere schwingende H-Saite zu berühren. (Azpiazu-Bearbeitung).

Hi Tobias, habe eine andere Bearbeitung, aber trotzdem dachte, ich müsste die Stelle finden, die du meinst, aber irgendwie... hast du eine Taktnummer?


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