Welches Aufnahmegerät für Konzertgitarre im Homerecording?

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docsteve
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Welches Aufnahmegerät für Konzertgitarre im Homerecording?

Beitragvon docsteve » Fr 15. Mär 2013, 10:46

Hallo zusammen,

Die Betreffzeile sagt es schon:

Welches Aufnahmegerät würdet ihr für die Aufnahme von 1 oder 2 Konzertgitarren (Solo / Duo), zunächst im Heimbereich, wählen?

Preisbereich so um die 200 €.

Ein iPad und ein Laptop sind ist vorhanden, also wäre eventuell eine Alternative, mit einem guten Mikrofon direkt in den Rechner aufzunehmen. Daher gleich die Anschlussfrage: Welches Mikrofon ist empfehlenswert?

Viele Grüße, Stephan
Viele Grüße Stephan

matthias
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Re: Welches Aufnahmegerät für Konzertgitarre im Homerecordin

Beitragvon matthias » Fr 15. Mär 2013, 11:03

Hi Stephan,

kommt natürlich auf Deine Qualitätsanforderungen an...aber mit unter 200 Euronen gibt es da eigentlich nur die gängigen Handy-Recorder von z.B. Zoom, Tascam usw.

An den Laptop könntest Du alternativ z.B. ein vernünftiges interface anschließen (ich benutze eines von Focusride) und da dann 2 abgestimmte Mic z.B. Rode NT5 anschließen.

Kostenpunkt zusammen neu: so um 400- 500 Euronen aber um längen!! bessere Aufnahmen;
mit etwas Glück bekommst Du das Ganze gebraucht auch günstiger.

l.G. matthias

es335

Re: Welches Aufnahmegerät für Konzertgitarre im Homerecordin

Beitragvon es335 » Fr 15. Mär 2013, 12:52

Hi Stephan,

ich möchte mich Matthis anschließen.

Mittlerweile haben sich die Handyrecorder hierfür weitgehend durchgesetzt, weil sie klein, portabel und vor allem einfach zu handhaben sind und das bei überraschend guter Aufnahmequalität. Bis 200,- findest du da ein großes Angebot und wenn man sich an den Bestsellerlisten orientiert ist man i.d.R. gut beraten.

iPad oder Laptop bieten natürlich mehr Möglichkeiten, man braucht jedoch auf jeden Fall ein Audio-Interface, weil die Qualität der interen Audiohardware nicht ausreicht und geeignete Anschlußmöglichkeiten und/oder Phantomspeisung o.ä. fehlen. D.h. bei halbwegs ordentlichen Mikrophonenen könnte das mit deinem Budget für Stereo-Aufnahmen knapp werden.

Ich würde mich persönlich durchaus als Audiofreak bezeichnen, der lange mit aufwendigem Aufnahmeequipment gearbeitet hat, heute aber nicht nur aber auch aus Bequemlichkeit nur noch den Zoom H2n Mobilerecorder einsetzt. Besser und einfacher geht's nimmer! ;)

Gruß
es335

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Bernd C Hoffmann
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Re: Welches Aufnahmegerät für Konzertgitarre im Homerecordin

Beitragvon Bernd C Hoffmann » Fr 15. Mär 2013, 14:14

Hallo Stephan,

mit 200 € setzt Du den Preis sehr weit unten an. Ich würde heute mit der MG-Serie von Yamaha liebäugeln. Die beginnt bei "Big T" allerdings bei 135 € ohne Effektprozessor. Mit USB liegen die allerdings über 200 €. Alternativen gibt es von Behringer.

Mixer
Ich habe ein altes Behringer Eurorack UB1202. Es ist analog. Der Rauschabstand des Vorverstärkers ist für Heimaufnahmen und Workshops ok, was der Grund des Anschaffens war. Eine CD würde ich damit aber nicht aufnehmen.
Wenig Stress und gute Aufnahmen bekommst Du heute mit einem USB Mixer hin. Hier ist die Soundkarte bereits eingebaut. PC oder Laptop dienen sozusagen nur noch als Festplatte und zur Nachbearbeitung. Meine UB-Serie gibt es schon länger nicht mehr. Behringer hatte ab der Nachfolgeserie sehr gute Vorverstärker verbaut, die sich durch ihren Rauschabstand auszeichnen. Inzwischen gibt es auch bezahlbare mit Effektprozessor, wo per Knopfdruck voreingestellte Effekte zur Verfügung stehen, die tatsächlich praxistauglich sind. Das ist sehr nützlich weil man damit Unmengen an Stunden manueller Nacharbeit mittels einem HD Recording Programm spart - sofern man es überhaupt benötigt. Ansonsten gibt es günstige Geräte mit einfachen Multieffekten, die für Aufnahmen im Heimbereich auch ok sind. Daneben ist wichtig zu wissen, dass eingebaute Netzgeräte gelegentlich Brummspannungen erzeugen können. Evtl. tauschst Du ein Gerät um, wenn Du Brummgeräusche feststellst. Ebenfalls wichtig zu wissen ist, dass Behringer im Bühneneinsatz den Ruf als Aldigerät hat, während sie im Heimbereich seltener ausfallen. Meins funktioniert immer noch und ist inzwischen 8 oder 10 Jahre alt.

Folgende Geräte (ich würde auch darauf achten, dass sie einen Compressor haben) schlage ich als Überlegung vor:
http://www.thomann.de/de/behringer_xenyx_1204_usb.htm => Mein Kleinmixerfavorit bei Behringer, allerdings mit eingebautem Netzteil. Also ggf. auf Brummen testen.
http://www.thomann.de/de/behringer_xenyx_qx1202_usb.htm
http://www.thomann.de/de/behringer_xenyx_1202_fx.htm => kein USB
http://www.thomann.de/de/behringer_xenyx_q1202_usb.htm
http://www.thomann.de/de/behringer_xenyx_1202.htm
http://www.thomann.de/de/behringer_xenyx_qx1002_usb.htm => 10 Kanäle, nur 2x Phantomspeisung

Mikro
Als Mikro empfehle ich Dir das t.bone SC 450. Für den Preis von knapp 100 € gibt es nichts besseres. Mein Sohn hat es als USB Version zum Chatten. Ich habe es mir kürzlich mal geborgt und war begeistert. Mein PC hört man deutlich surren. Ich saß einen halben Meter davon entfernt und habe ohne Gain Pegel Sprachaufnahmen gemacht. Es scheint auf der Rückseite dicht zu sein. Das PC-Geräusch wurde nicht aufgenommen, lediglich ein leises Rauschen. Das habe ich mit Audacity ganz schnell wegbekommen. Dieses Mikro findet man oft auch gebraucht. Für ein Duo würde ich allerdings 2 Mikros einsetzen. Je nach Nähe zur Gitarre würde ich evtl. auch einen Popkiller mitbestellen.
Hier eine Auswahl an Liefermöglichkeiten: http://www.thomann.de/de/search_dir.htm ... =3&gk=&bn=

Eine hochwertige Alternative für das SC 450 ist das Rode M3. Für 79 € gibt es kann ich mir kaum etwas besseres vorstellen:
http://www.thomann.de/de/rode_m3.htm

Ebenfalls für den Heimbereich tauglich ist das t.bone EM 800. Ich hatte es mir als Stereoset gekauft. Die angegebenen 107 dB SPL standen bei meinem Kauf noch nicht dabei. Ich musste das Mikro gut 1 m von der Gitarre entfernt aufstellen, weil sonst das Signal übersteuert. Auch der Rauschabstand ist - bei meiner Version - mit dem SC 450 nicht zu vergleichen aber für meinen Zweck absolut akzeptabel. Wegen der 107 dB würde ich testen oder vorher einen Verkäufer fragen.
http://www.thomann.de/de/the_tbone_em800_stereo_set.htm

Das EM 700 ist mit einem Schalldruckpegel von 136 dB angegeben, ist deutlich günstiger, hat aber einen deutlich schlechteren Frequenzgang.
http://www.thomann.de/de/the_tbone_em700_stereoset.htm

Sonstiges
Mit gewissen Einschränkungen kann man das knappe Budget von 200 € einhalten. Mich würde interessieren, wie Deine Entscheidung fällt und ob es einen Umtausch gegeben haben wird. Du solltest auch daran denken, dass Du Kabel und Stative sowie ggf. Popkiller brauchst ;)
Liebe Grüße
Bernd
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Re: Welches Aufnahmegerät für Konzertgitarre im Homerecordin

Beitragvon Bernd C Hoffmann » Fr 15. Mär 2013, 15:46

Matthias und es335 haben den Zoom H2N angesprochen. In spätestens 4 Wochen werde ich ihn auch haben. Für Gitarrenaufnahmen zuhause habe ich ihn gar nicht eingeplant. Mein Einsatz ist als portables Aufnahmegerät für Interviews im mobilen Einsatz gedacht. Inzwischen habe ich auch gesehen, dass er über ein USB-Kabel mit dem PC verbunden und so als USB-Mikrofon eingesetzt werden kann. Mit 5 eingebauten Mikrofonkapseln (stehen die selektiv auch mit USB-Verbindung zur Verfügung?) sollte sich damit schon ganz ordentliche Akustikeindrücke einfangen lassen.
Liebe Grüße
Bernd
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es335

Re: Welches Aufnahmegerät für Konzertgitarre im Homerecordin

Beitragvon es335 » Fr 15. Mär 2013, 16:11

Bernd C Hoffmann hat geschrieben:... (stehen die selektiv auch mit USB-Verbindung zur Verfügung?) sollte sich damit schon ganz ordentliche Akustikeindrücke einfangen lassen.

Hi Bernd,

fünf Mikrokaspeln ist natürlich ein Marketinggag anzusehen wie z.B. Gitarre mit 6 Saiten oder Auto mit 4 Rädern und einem Ersatzrad.
Selektiv sind sie nicht nutzbar sondern nur in den folgenden Konfigurationen:
- X/Y => zwei Richtmikros
- MS => zwei Richtmikros + ein Kugelmikro
- 4 Channel surround => Alle 4 oder 5 Mikros

Der einzige Haken beim H2n ist, dass er als USB-Interface 96kHz/24 bit nicht unterstützt. Auch wenn ich diese Option kaum nutze, hätte das meine Entscheidung ggf. beeinflußt. Was nicht heißt, dass ich mit dem H2n unzufrieden wäre! ;)

Gruß es335

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Re: Welches Aufnahmegerät für Konzertgitarre im Homerecordin

Beitragvon Bernd C Hoffmann » So 17. Mär 2013, 14:55

Hi es335,

das mit den Schaltkonfigurationen der Mikrokapseln war mir bekannt. Ich Stelle es mir für mobile Interviews praktisch so vor, dass ich mit meinem Gesprächspartner am Tisch gegenüber sitze und hierfür die X/Y-Variante als 8-Charakteristik verwende. So sind die Mikros für beide Richtungen "offen".

Weißt Du, ob bei extern angeschlossenem Mikro der AD-Wandler mit 96 kHz/24 bit unterstützt wird? Dies ist interessant, wenn ich Leute während des Gehens befrage und das Mikro in der Hand halte.
Liebe Grüße
Bernd
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es335

Re: Welches Aufnahmegerät für Konzertgitarre im Homerecordin

Beitragvon es335 » Mo 18. Mär 2013, 12:23

Bernd C Hoffmann hat geschrieben:... Weißt Du, ob bei extern angeschlossenem Mikro der AD-Wandler mit 96 kHz/24 bit unterstützt wird? Dies ist interessant, wenn ich Leute während des Gehens befrage und das Mikro in der Hand halte.

Hi Bernd,

interne Aufnahmen mit 96/24 gehen immer, sowohl mit internen als auch externen Mikros! Der Speicherbedarf ist dabei jedoch sehr hoch!

Ich kenne den Hintergrund zwar nicht, warum du Interviews auf der Straße in Studio-Qualität aufzeichnen möchtest. Aber typischerweise wäre für solche Aufnahmen 44/16 oder ggf. sogar 22/16 vollkommen ausreichend und man hätte weniger Sorge, dass der Speicherstick im falschen Moment wieder einmal gewechselt werden muss! ;)

Gruß es335

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Re: Welches Aufnahmegerät für Konzertgitarre im Homerecordin

Beitragvon Bernd C Hoffmann » Mo 18. Mär 2013, 13:02

es335 hat geschrieben:Ich kenne den Hintergrund zwar nicht, warum du Interviews auf der Straße in Studio-Qualität aufzeichnen möchtest.

Moin Es335,

wichtig ist eine gute Ausgangsqualität. Das Material wird später in einem Audioeditor nachbearbeitet. Speicherkarten kann man sich ja in Reserve mitnehmen. Ist es denn möglich, dass man an dem Gerät die Einstellungen ändern kann? Sonst mache ich das mit dem Audioprogramm.
Liebe Grüße
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Re: Welches Aufnahmegerät für Konzertgitarre im Homerecordin

Beitragvon docsteve » Mo 18. Mär 2013, 13:14

Hallo zusammen,

und vielen Dank für die kompetenten Antworten. Ein portables Gerät ist also wohl die preiswertere Lösung. Seltsam eigentlich, ich hatte gehofft, mit einem Mikro für den Rechner käme man billiger davon, weil man dann doch nur einen Teil der Hardware braucht. Erst recht finde ich es merkwürdig, dass sich ein Zoom als externes USB-Mikrofon eignet, wo vernünftige Mikrofone doch ähnlich viel kosten, ohne die ganzen Funktionen, die das Zoom zusätzlich bietet. Wo wird denn da gespart?

Re 96 Khz Aufnahmequalität: beruflich weiß ich zufällig, dass Sendequalität heutzutage 44 KHz heißt (96 also "Overkill" wäre). 44KHz geht übrigens tatsächlich mit einem iPhone und einer entsprechenden App gut zu realisieren und hat den Vorteil, dass man eine Aufnahme sofort versenden kann. Details gerne per PN.

Viele Grüße, Stephan
Viele Grüße Stephan


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