Welches Aufnahmegerät für Konzertgitarre im Homerecording?

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es335

Re: Welches Aufnahmegerät für Konzertgitarre im Homerecordin

Beitragvon es335 » Mo 18. Mär 2013, 15:03

Bernd C Hoffmann hat geschrieben:... wichtig ist eine gute Ausgangsqualität. Das Material wird später in einem Audioeditor nachbearbeitet. Speicherkarten kann man sich ja in Reserve mitnehmen. Ist es denn möglich, dass man an dem Gerät die Einstellungen ändern kann? Sonst mache ich das mit dem Audioprogramm.

Das Argument der bestmöglichen Ausgangsqualitätist natürlich grundsätzlich richtig. Dabei spielt jedoch auch die Klangqualität der Quelle eine gewisse Rolle und die ist bei Sprachaufnahmen zum einen und bei Interviews auf der Straße zum anderen nicht gerade sehr hoch. Aber grundsätzlich ist auch dabei gegen 96/24 nichts einzuwenden.

Nur mal so zur Information lassen sich mit den heute gängigen 4 GB SD Karten
- ca. 2h in 96/24,
- ca. 6,5h in 44/16
- knapp 12h in 22/16 aufzeichnen.

Die Aufnahmequalität läßt sich an dem H2n natürlich umstellen uns eine Bitratenkonvertierung läßt sich ebenfalls intern durchführen!

@docsteve
44/16 bzw. ausführlicher 44,1 kHz/16 bit ist CD-Qualität. 96 kHz/24 bit wird im Studiobereich eingesetzt, wo man mit dieser hohen ("Overkill")-Auflösung bis zur letzten Abmischung arbeitet, um Qualitätsverluste so gering wie möglich zu halten.

Auf deine Frage "wo gespart wird" würde mir da schon was einfallen. Das H2n hat 5 Mikrokapseln mit einer gemeinsamen Speisung und Elektronik in einem gemeinsamen Gehäuse aus (wertig aussehendem) Plastik untergebracht. Bei der PC Lösung braucht man USB-Interface oder Mischpult, Mikros mit unterschiedlichen Gehäusen, Netzversorgungen, Steckern usw. usw.!

Eine andere Alternative für dich wäre ggf. noch das sogenannte USB-Mikro. Da ist das Audio-Interface in dem Mikro-Gehäuse untergebracht und die Stromversorgung erfolgt über das USB-Kabel. Da geht es dann wie beim H2n direkt digital und ohne Verluste bzw. Zusatzrauschen in den PC. Die Kosten liegen zwische 60-100 EUR und es sind in der Regel Großmembran Mikros, die zwar einen "wärmeren" Ton haben, aber nicht ganz so neutral klingen, wie Kleinmembranmikros.

Vorteil: Einfach und günstig
Nachteil: Man ist immer an den PC gebunden

Das wäre z.B. die edlere Variante und dieses hier markiert das andere Ende der Fahnenstand. Andere Anbieter wären Behringer und Samson z.B.

Gruß es335

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Re: Welches Aufnahmegerät für Konzertgitarre im Homerecordin

Beitragvon Bernd C Hoffmann » Mo 18. Mär 2013, 17:27

Hallo es335,

danke Dir für die Informationen. Aufnehmen werde ich in einer Halle mit diesem Mikrofon: http://www.thomann.de/de/rode_m3.htm
Ich bin sicher, das wird eine gute Figur machen.

es335 hat geschrieben:Eine andere Alternative für dich wäre ggf. noch das sogenannte USB-Mikro. Da ist das Audio-Interface in dem Mikro-Gehäuse untergebracht und die Stromversorgung erfolgt über das USB-Kabel. Da geht es dann wie beim H2n direkt digital und ohne Verluste bzw. Zusatzrauschen in den PC. Die Kosten liegen zwische 60-100 EUR und es sind in der Regel Großmembran Mikros, die zwar einen "wärmeren" Ton haben, aber nicht ganz so neutral klingen, wie Kleinmembranmikros.
(..)
Das wäre z.B. die edlere Variante und dieses hier markiert das andere Ende der Fahnenstand. Andere Anbieter wären Behringer und Samson

Das SC 440 hat bei vielen Leuten als USB-Version schlecht abgeschnitten, weil es Rauschprobleme hat. Mein Sohn hat das SC 450 USB, das ich kürzlich im Einsatz hatte. Er benutzt es als Chatmikrofon. Der Ton ist glasklar und um Rauschen zu höhren, muss man schon sehr stark hinhorchen. Deswegen würde ich das vorziehen. Man bekommt es auch oft gebraucht.
Liebe Grüße
Bernd
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Re: Welches Aufnahmegerät für Konzertgitarre im Homerecordin

Beitragvon docsteve » Di 19. Mär 2013, 13:15

Bezüglich USB-Mikrofonen meinte ein mir bekannter klassischer Gitarrist, die brächten immer ein gewisses Grundrauschen mit. Er rät deshalb zu Firewire. Kann das jemand bestätigen?

Viele Grüße, Stephan
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Re: Welches Aufnahmegerät für Konzertgitarre im Homerecordin

Beitragvon Bernd C Hoffmann » Di 19. Mär 2013, 16:55

Was ich bestägen kann, ist dieses sehr minimale Grundrauschen, wobei sich das nur auf dieses Mikrofon bezieht, weil ich mit anderen keine Erfahrung gemacht habe. Ich habe das Grundrauschen auf den auf das Laufgeräusch des PCs zurückgeführt. Allerdings fehlte der Ton dazu. Aufgenommen habe ich Sprache mit Audacity. Mit der Software ist es ein Kinderspiel, das Rauschen zu entfernen.

t.bone SC 450 USB - Vergleich mit/ohne Eigenrauschen
Kompression: 44.100 kHz/256 kbit/s

Sprache mit Eigenrauschen: anhören
Sprache Eigenrauschen entfernt: anhören
Gitarre mit Eigenrauschen: anhören
Gitarre Eingenrauschen entfernt: anhören

Bei der Gitarrenaufnahme musste ich kurzfristig die Nägel angleichen und konnte mich nicht richtig einspielen. Daher klingt es etwas holprig. Die Beispiele sind aber ausreichend, um für sich zu entscheiden, in wie weit das Eigenrauschen - insbesondere bei dynamisch ruhigeren Übergängen - ins Gewicht fällt. Das Mikro war mit einem Popfilter versehen.
Liebe Grüße
Bernd
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Re: Welches Aufnahmegerät für Konzertgitarre im Homerecordin

Beitragvon docsteve » Mi 20. Mär 2013, 13:31

Danke, Bernd, das war sehr anschaulich!

Wenn das über die Software so gut zu entfernen geht, stellt das minimale Rauschen wirklich kein Problem dar. Beide Male ist es mir erst richtig aufgefallen, nachdem ich die Aufnahmen OHNE Rauschen gehört habe. Das mag aber auch an der Umgebung liegen - der PC rauscht jedenfalls lauter als das Mikro (wird aber zur Aufnahme auch nicht herangezogen).

Viele Grüße, Stephan
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Re: Welches Aufnahmegerät für Konzertgitarre im Homerecordin

Beitragvon Bernd C Hoffmann » Mi 20. Mär 2013, 13:58

docsteve hat geschrieben:der PC rauscht jedenfalls lauter als das Mikro (wird aber zur Aufnahme auch nicht herangezogen).

Das ist bei mir der Fall. Den PC hört man im Zimmer gut mit einem hellen Surren im Rauschen. Du kannst die obigen Beispiele auch mit einem Kopfhöhrer vergleichen und gehst damit hinter die geschlossene Zimmertür. Dann hörst Du Deinen PC nicht mehr und hast nur die Signale im Kopfhörer.

Auf dem Foto sieht das Mikro aus als habe es ein Plastikgehäuse. Tatsächlich ist es aber Metallgehäuse und hat ganz ordentlich Gewicht.

Ich habe das Mikro an die Gehäuseöffnung beim CPU-Lüfter gehalten. Das Grundrauschen dort ist natürlich deutlich stärker, wenn man das Mikro direkt davor hält. Das SC 450 scheint aber auf der Rückseite sehr unempfindlich zu sein, denn einen halben Meter vor dem PC ist das Surren in den Beispielen oben ohne Rauschentfernung nicht zu höhren. Zum Vergleich der Beispiele ohne Rauschentfernung hier das PC-Geräusch: anhören

Hier ein Beispiel, wo das Mikro aus den Gitarreaufnahmen an der gleichen Position mit der Kapsel zum PC gedreht wurde. Das Surren hört man jetzt etwas deutlicher. Es war während der obigen Aufnahmen im Raum zu höhren, gelang jedoch nicht in die Aufnahme.

Unverstärktes Original: anhören
Geräusch verstärkt: anhören
Liebe Grüße
Bernd
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Re: Welches Aufnahmegerät für Konzertgitarre im Homerecordin

Beitragvon Gitanguero » Mo 25. Mär 2013, 15:04

Mit 200 Euronen könnte ich mein früheres Setup empfehlen:

Tascam US-122, ein robuster Klassiker zum Einstieg mit einem Großmembran Mic z. B. MXL 990 bist Du zusammen bei 200 €. Damit kann man schon ganz brauchbare Ergebnisse im Homerecording erzielen. Da die Vorverstärker in den Aufnahmegeräten der Schwachpunkt sind, könntest Du mit 50-80€ für ein kleines analoges Mischpult mit Phantomspeisung das ganze noch deutlich aufwerten (ich habe ein Soundcraft compact4, gibt es aber glaube ich nicht mehr neu zu kaufen).

Ich hab mir dann später die vielgepriesenen Rode NT5 Stereomics zugelegt, die kosten allerdings alleine schon 300€...
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Re: Welches Aufnahmegerät für Konzertgitarre im Homerecordin

Beitragvon andi33x » So 14. Apr 2013, 21:07

Hallo zusammen,
ich hab nicht den ganzen Thread gelesen, möchte hier aber meine Erfahrungen einmal aufschreiben, die ich so gemacht habe. Ich habe da lange herumprobiert und benutze heute ein einigermassen günstiges Equipment (aber ohne Großmembrane).
Ich habe mir ein Zoom H4N besorgt, bin aber enttäuscht. Der Klang, den das von der Gitarre aufnimmt, ist einfach schlecht und kratzig. Ich vermute schon, dass das an mir liegen muss, weil alle das Zoom so loben. Falls das übrigens jemand als USB-Interface nutzen will, dann sollte er wissen, dass das nicht bei AMD-Prozessoren funktioniert!

Ich benutze es als Aufnahmegerät mit externen Rode NT5. Das geht prima, aber das Zoom ist hier immer der Schwachpunkt. Irgendwann muss ein rme-Interface her. Aber dann sind wir ja schon beim 5-fachen Preis...
Früher hatte ich die sehr günstigen Rode M3 im Einsatz, die wirklich sehr gut sind, aber einen geringfügig härteren Klang liefern als die NT5. Die M3 gelten als etwas "universeller" und sind eher für Sprache gemacht.

Aber ohne Nachverhallung komme ich trotzdem niemals aus. Da gibt es ja das open source Audacity, mit dem ich aber nicht zurechtkomme. Ich habe deshalb das Acoustica von acon digital im Einsatz. Die Version 4 gibt es fast kostenlos. Und das Hallprogramm ist einfach genial!

Viele Grüße
Andreas

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Re: Welches Aufnahmegerät für Konzertgitarre im Homerecordin

Beitragvon Bernd C Hoffmann » So 14. Apr 2013, 22:15

andi33x hat geschrieben:Ich habe mir ein Zoom H4N besorgt, bin aber enttäuscht. Der Klang, den das von der Gitarre aufnimmt, ist einfach schlecht und kratzig. Ich vermute schon, dass das an mir liegen muss, weil alle das Zoom so loben. Falls das übrigens jemand als USB-Interface nutzen will, dann sollte er wissen, dass das nicht bei AMD-Prozessoren funktioniert!


Hallo Andi,
wir loben nicht das Zoom H4N sondern das H2N. Wahrscheinlich hast Du den Gain-Regler zu weit aufgedreht oder bist zu dicht an der Gitarre. Ich habe es gerade als USB-Interface an meinem Desktop mit AMD-Prozessor, und es funktioniert tadellos. Möglicherweise ist an Deinem Betriebssystem was nicht in Ordnung.

andi33x hat geschrieben:Ich benutze es als Aufnahmegerät mit externen Rode NT5. Das geht prima, aber das Zoom ist hier immer der Schwachpunkt.

Warum? Vielelicht, weil das NT5 Phantomspeisung braucht? Ich verstehe nicht, was genau der Schwachpunkt sein soll.

andi33x hat geschrieben:Die M3 gelten als etwas "universeller" und sind eher für Sprache gemacht.

Universell ja. Ich setze es als tatsächlich als Reportagemikro ein und habe damit die Inteviews auf der Musikmesse gemacht. Aber dass es eher für den Spracheinsatz gemacht wurde, sehe ich überhaupt nicht.

andi33x hat geschrieben:Aber ohne Nachverhallung komme ich trotzdem niemals aus. Da gibt es ja das open source Audacity, mit dem ich aber nicht zurechtkomme. Ich habe deshalb das Acoustica von acon digital im Einsatz. Die Version 4 gibt es fast kostenlos. Und das Hallprogramm ist einfach genial!

Nachträglichen Hall benötigt man für eine räumliche Atmosphäre. Ohne dem geht bei mir, was Gitarrenaufnahmen betrifft, ebenfalls nicht. Und ja, Audacity ist gewöhnungsbedürftig und zählt offenbar nicht Top-Programmen unter freier Audiosoftware. Acoustica werde ich mir anschauen. Danke für den Hinweis!
Liebe Grüße
Bernd
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Re: Welches Aufnahmegerät für Konzertgitarre im Homerecordin

Beitragvon andi33x » So 14. Apr 2013, 23:44

Ich hab das Gefühl, dass meine Anmerkungen nicht so gut ankamen, ich will das deshalb im einzelnen begründen. Aber insgesamt sorry, wenn ich was falsches gesagt haben sollte. Das war nicht die Absicht.


Bernd C Hoffmann hat geschrieben:Hallo Andi,
wir loben nicht das Zoom H4N sondern das H2N. Wahrscheinlich hast Du den Gain-Regler zu weit aufgedreht oder bist zu dicht an der Gitarre. Ich habe es gerade als USB-Interface an meinem Desktop mit AMD-Prozessor, und es funktioniert tadellos. Möglicherweise ist an Deinem Betriebssystem was nicht in Ordnung.

Ich wollte nur meine Erfahrung mit dem H4n beschreiben, weil das "in aller Munde ist" zur Zeit. Der Gain-Regler ist nicht das Problem. Ich verglich es mit Aufnahmen im Internet und eigenen und dann mit denen mit den M3 bzw. NT5 und sah den Unterschied.
Das mit den AMD-Prozessoren ist bei mir und 2 weiteren Rechnern hier im Haus so (einmal XP und 2 mal Windows 7 und 3 verschiedene Boards) und ich habe ziemlich recherchiert deshalb, weil ich dachte, der H4n ist defekt. Letztlich hat zoom es nach einer Anfrage aber direkt bestätigt und es wird auf der Zoom-Webseite sogar irgendwo gesagt. Ich würde das so sonst niemals schreiben! Ich dachte, ich schreibe es, um anderen die stundenlange Recherche zu ersparen. Es gibt aber ja offenbar auch AMDs, wo es funktioniert, was natürlich i.O. ist und mir neu war.

Bernd C Hoffmann hat geschrieben:
andi33x hat geschrieben:Ich benutze es als Aufnahmegerät mit externen Rode NT5. Das geht prima, aber das Zoom ist hier immer der Schwachpunkt.

Warum? Vielelicht, weil das NT5 Phantomspeisung braucht? Ich verstehe nicht, was genau der Schwachpunkt sein soll.
Nein, das H4n liefert Phantomspeisung. Der Ton ist einfach viel besser bei z.B. rme interfaces. Ich hatte aber zugegeben nur einmal eines zum Test, weil mir ein Verkäufer von just music in München das anbot. Mir ist so ein Teil aber noch zu teuer.


Bernd C Hoffmann hat geschrieben:
andi33x hat geschrieben:Die M3 gelten als etwas "universeller" und sind eher für Sprache gemacht.

Universell ja. Ich setze es als tatsächlich als Reportagemikro ein und habe damit die Inteviews auf der Musikmesse gemacht. Aber dass es eher für den Spracheinsatz gemacht wurde, sehe ich überhaupt nicht.

Das M3 ist ein geniales Mikro, das dazu sehr günstig ist. Es ist laut Rode extrem vielseitig. Ich habe es selber in vielen Situationen getestet und befand es einfach so, dass es Sprache optimal darstellt und Studioaufnahmen mit Gitarre immer etwas zu "hart".
In irgendeiner Dokumentation von Rode hatte ich das mit der Optimierung auf Sprache dann sogar auch gelesen und fühlte mich dann bestätigt.


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