Zupforchester

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Kuno Wagner
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Zupforchester

Beitragvon Kuno Wagner » Di 11. Feb 2020, 11:35

Hallo,
bin mal wieder da. Kurze Frage: spielt jemand von euch aktiv in einem Zupforchester, oder hat (langsam verblassende) Erfahrungen darin?
Ich habe mich lange sehr schwer getan mit dem Sound, bis ich das Orchester aus Partias gehört habe.

https://www.youtube.com/watch?v=pHgB1qrgJWM

erinnert mich an meine Zeit bei Guitar Craft

Kuno

CG-Fan
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Re: Zupforchester

Beitragvon CG-Fan » Di 11. Feb 2020, 18:19

Meine „verblassenden“ Erfahrungen mit Gitarrenorchestern basieren im wesentlichen auf solchen, in denen die 20-40 Teilnehmer eines Gitarrensemiars kursbegleitend ein bis zwei Vortragstücke im Kursverlauf erarbeiten. Das ganze natürlich auf eher moderatem Niveau.

Im Vergleich zum Solo- oder Ensemblespiel ist das eine vollkommen andere Geschichte. Zurücknehmen ist hier angesagt, sich als „kleines Rädchen“ in den Klangkörper eingliedern, auf i.a. mäßigem Niveau, ist sicher nicht jedermanns Sache, zumal jede Stimme immer nur so gut ist, wie ihr schwächstes Mitglied. Problemstellen auszumerzen kann so schon mal zu einer argen Geduldsprobe werden. Allenfalls für die Notenfestigkeit ist das eine sehr, sehr gute Übung. Wenn es dann halbwegs gut geht, wird man dafür aber mit einem Klang und einem Spielgefühl (!) belohnt, das wir „(Solo-)Gitarristen“ so nirgendwo anders bekommen können, auch nicht im Kammermusikensemble!

Bei Fabian Payr war die Umsetzung des Klavierkonzertes in C-Dur von Mozart beeindruckend und auf Sylt die Uraufführung von Jan Truhlars 4 Stücken op. 68 zum 25-jährigen Jubiläum und in Anwesenheit vom Herausgeber, Joachim Trekel. Letzteres mit 40 Mann/Frau, die sich überwiegend aus einem festen Orchester rekrutierten. Als diese "Truppe" loslegte, wurde man quasi wie von einer riesigen Welle mitgerissen und es hat riesigen Spaß gemacht! :D

Spieltechnisch bringt einen das kaum weiter. Für Laienmusiker, die sich zu sehr auf die Einübung und Festigung der Stimmen konzentrieren, besteht daher sogar die Möglichkeit "abzusacken"! Aber es ist und bleibt eine völlig andere Herausforderung, in so einem mehr oder weniger großen Verband synchron, taktsicher und von einen Dirigenten geleitet zu spielen. Eine Erfahrung, die ich trotz allem nicht missen möchte! ;) :D

Roberlin
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Re: Zupforchester

Beitragvon Roberlin » Di 11. Feb 2020, 20:33

Ich habe bis vor zwei Monaten in einem Gitarrenorchester gespielt und kann CG-Fans Erfahrungen im wesentlichen bestätigen. Die meisten Stücke klingen schlechter als etwa im Gitarrenquartett. Ausnahme war ein Leo Brouwer-Stück, das Wirkung auch mit mäßigen MusikerInnen entfaltete.
Es war für mich eine interessante Erfahung, ein Repertoire in kurzer Zeit draufzuschaffen und nach Dirigat zu spielen.
Ich weiß nicht, was noch an Entwicklungspotenzial da war, letztlich veranlassten mich die Marotten des Dirigenten, wieder aufzuhören.

Grüße Robin

bassklampfe
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Re: Zupforchester

Beitragvon bassklampfe » Mi 12. Feb 2020, 12:57

CG-Fan hat das wunderbar auf den Punkt gebracht! Richtig große "Orchester" habe ich als interessante Errfahrung, ansonsten kontraproduktiv empfunden. Kleinere Ensembles von 3-10 Leuten finde ich da besser.

Was man in einem Ensemble lernt, ist, zu hören. Als Solist übt man nicht, auf andere Mitspieler zu achten. Viele, die neu in ein Ensemble kommen, spielen daher "ihren Stiefel" durch und müssen erst lernen, das die anderen Musiker auch noch da sind. Manche tun sich damit so schwer, dass sie das Ensemble wieder verlassen. Aber dem eigenen Spiel bringt das viel, vor allem, wenn man noch in anderen Konstellationen spielt.
______________
Gruß
bassklampfe

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Andique
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Re: Zupforchester

Beitragvon Andique » Mi 12. Feb 2020, 13:41

Als ich noch in Tübingen wohnte, habe ich im Zupforchester Reutlingen mitgespielt. Durch meinen Umzug nach Waldenbuch ist die Entfernung zu gross geworden und ich musste dort aufhören.
Das Wichtigste ist schon geschrieben worden, deshalb kann ich keinen neuen Gesichtspunkt beistreuen. Zu erwähnen wäre noch, dass man in einem Verein ist und die vereinsübliche Geselligkeit geniessen kann.
liebe Grüsse, Andreas

Nur weil du nicht paranoid bist, heisst das noch lange nicht, dass sie nicht hinter dir her sind.


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