Spielspuren

Fragen zum 'flamenco al toque', maestros, palos, compás, falsetas etc.

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Kuno Wagner
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Spielspuren

Beitragvon Kuno Wagner » Sa 4. Nov 2017, 21:03

Ich hatte vor kurzen die Gelegenheit eine sehr schöne Lester DeVoe Gitarre zu spielen. Der Klang war unbeschreiblich, weswegen ich darüber auch kein weiteres Wort verlieren möchte. Was aber auffallend war, waren die extrem starken Spielspuren auf dem gesamten Griffbrett und der Halsrückseite. (die Gitarre war ca. 10 Jahre in Aktion)
Solche Spuren kannte ich bis dahin eigentlich nur von billigen Lagerfeuergitarren.

Von dem Einen oder Anderen im Forum hört man ja mal, dass er die Saiten erst nach drei Jahren wechselt, (Hallo Bernd) -was wohl auf einen sehr leichten Greifdruck schließen lässt, und wahrscheinlich auch zu keinerlei Spielspuren auf dem Griffbrett.
Bei mir hält kein Saitensatz länger als max 4 Wochen. Alzapua auf den Basssaiten und gelegentlich geklebte Nägel hinterlassen einfach Spuren. Meine Griffbretter sehen aber, auch nach Jahren, immer noch recht gut aus, die Halsrückseite, auch durch den Gebrauch von trad. Capos, weniger gut.

Wie ist das bei euch? Spielspuren auf Halsrückseite und/oder Griffbrett? Wenn ja, bei welchem Griffbrettholz. Gibt es eigentlich (wie bei e-Gitarren) lackierte Griffbretter? Und wie würde so was klingen? (lackiertes Ahorn?)

Wie und wo sind bei euch Spiel- und Schweiss-Spuren auf dem Korpus? Bei meinen Gitarren ist der Schelllack eigentlich immer an den gleichen Stellen abgewetzt. (Halsrückseite und Armauflagestelle des rechten Unterarms, bzw. rechtem Oberkörper). Die Gitarre liegt auf meinem rechten Bein.

Macht "ihr Klassiker" eigentlich auch Kratzer in eure Gitarren? ...wahrscheinlich nur, wenn ihr gegen einen Notenständer rempelt :lol:

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Bernd C Hoffmann
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Re: Spielspuren

Beitragvon Bernd C Hoffmann » So 5. Nov 2017, 22:22

Lester DeVoe war Haus- und Hoflieferant von Sabicas, als er in die USA auswanderte. Eine Gitarre von Lester DeVoe hatte ich noch nie zu Gesicht bekommen. Ein Problem bei alten Gitarren sind oft Kuhlen im Griffbrett. Bei alten Gitarre führe ich das darauf zurück, dass die Griffbretter mehr oder minder aus Frischholz bestanden und nicht jeder Spieler an der Greifhand auf ordentlich kurze Nägel geachtet hat. Was meinen 3jährigen Saitenwechsel betrifft, der bezieht sich nur auf die Diskantsaiten. Lackierte Griffbretter halte ich für überflüssig, weil sie (mir) die Kuppensensorik isolieren. Es würde nach einer gewissen Zeit auch blöde aussehen, weil durch die Reibung der Fingerkuppen über einen längeren Zeitraum die Griffbrettlackierung abnutzt. Dies kennt man bspw. von E-Gitarren (Tele- u. Stratocaster). Meiner Meinung nach handelt man sich damit nur überflüssige Kosten für die Lackrestauration ein. Spielspuren nach intensiver Nutzung über viele Jahre hatten sich auch bei mir schon auf der Halsrückseite gezeigt. Ich denke, es hängt davon ab, wie dünn der Lack aufgetragen wurde. Auf Gitarren mit dicken Halslackierungen spiele ich nicht gerne, weil sie mir haptisch nicht gefallen. Ich mag keine isolierende Sensorik.

Die Abnutzung der Schellackpolitur und die Schweißstellen kann ich bestätigen. Abnutzung an Konzertgitarren kommen nicht nur durch Rempler zustande sondern auch, wenn man Schlagmuster mit Plektrum spielt. Auch wenn Flamenco damit geübt wird. Bei meinen Flamencogitarre lande ich bei einigen Golpes immer mal außerhalb des Golpeadors. Das zieht sofort eine Macke im Deckenholz mit sich.
Liebe Grüße
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Kuno Wagner
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Re: Spielspuren

Beitragvon Kuno Wagner » So 5. Nov 2017, 23:19

Nur um noch mal zu zeige, wovon ich sprach.

Bild

Bild

das Griffbrett sah bis zum 12. Bund so aus.
Der Mann war sehr feissig! :)

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Bernd C Hoffmann
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Re: Spielspuren

Beitragvon Bernd C Hoffmann » Mo 6. Nov 2017, 01:50

Das ist genau das, was ich meine; so kenne ich es.
Liebe Grüße
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Bernd C Hoffmann
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Re: Spielspuren

Beitragvon Bernd C Hoffmann » Di 7. Nov 2017, 19:57

Diese Gitarre sieht auch gut aus :-)

Liebe Grüße
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Re: Spielspuren

Beitragvon Bernhard Hiller » Mi 8. Nov 2017, 19:42

Kuno Wagner hat geschrieben:Nur um noch mal zu zeige, wovon ich sprach.
Bist du sicher, daß das auf dem Griffbrett Spielspuren sind? Und nicht eine gewollte Maßnahme, "fretted" oder so ist da der Fachbegriff.
;)

Kuno Wagner
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Re: Spielspuren

Beitragvon Kuno Wagner » Mi 8. Nov 2017, 22:52

Bernhard, du meinst wahrscheinlich „scalloped fretboad“, eine e Gitarrenmode der 90er. Ich glaube auch John McLaughlin spielte bereits in den 70ern scalloped um Sitarbendings leichter spielen zu können.

Bei der von mir beschriebenen Gitarre sind es eindeutig Spielspuren. Der Vorbesitzer war ein Vielspieler. Ich bin sehr froh, dass ich die Gitarre spielen durfte.
Das Griffbrett wurde übrigens begradigt und neu bundiert.

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Re: Spielspuren

Beitragvon Kuno Wagner » Fr 10. Nov 2017, 10:19

Bernd C Hoffmann hat geschrieben:Diese Gitarre sieht auch gut aus :-)

Bernd C Hoffmann hat geschrieben:Diese Gitarre sieht auch gut aus :-)



„wiederHär, sos Geschär“ :lol:

…aber er grooved!


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