Compás Lernfragen

Fragen zum 'flamenco al toque', maestros, palos, compás, falsetas etc.
Rolando
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Compás Lernfragen

Beitragvon Rolando » Sa 12. Mai 2018, 21:52

Hallo Leute,

ich hab da eine Lernfrage, aber vorab evtl mein "Problem" zwecks Verständiss.

Es sit so, das ich mehr oder weniger Autoditakt, mir mittlerweile den Tangos, Taranto und halbwegs auch Bulerias (da hapert es noch ein bisschen am taktsicheren Flow) angeeignet habe und mittels den vielfältigen Spieltechniken eigene Interpretationen, evtl nicht ganz Regelkonservativ, arrangiere.

Nun entwickle ich gerade Taranto Passagen (Falsetas) die im 3/4 Takt sind, wohl wissentlich das ein Taranto ja eher im 4/4 Takt gespielt wird.

Kann man das -unabhängig von der künstlerischen Freiheit das zu tun was einem beliebt- machen und gibt es Stücke, speziell beim Taranto, die diese Taktwechsel inne haben ? Also konservativ gesehen, ist das legitim ? :-D
(So rein vom Bauchgefühl ist es richtig da Leben und Vibe in die Bude kommt)

Was meint ihr ?

danke
Zuletzt geändert von Rolando am So 13. Mai 2018, 11:48, insgesamt 1-mal geändert.

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Bernd C Hoffmann
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Re: Taranto Lernfrage

Beitragvon Bernd C Hoffmann » Sa 12. Mai 2018, 22:07

Nach meinem Wissen nicht.
Liebe Grüße
Bernd
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Rolando
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Re: Taranto Lernfrage

Beitragvon Rolando » Sa 12. Mai 2018, 22:13

Oder bewegt man sich da im Bereich der Polyrhythmik ?

Ist das -Lernfrage- ein gängiges Stilmittel im Flamenco ?


Hmm, na ja.. ich werd das mal praktisch vertiefen und die unterschiedlichen Taktmaße zueinander, im Arrangement, in Konkurrenz stellen.. wenn der Vibe stimmt, Why not. :-)

matthias
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Re: Taranto Lernfrage

Beitragvon matthias » So 13. Mai 2018, 04:48

Die Taranta ist im 3/4 Takt. ;)

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Re: Taranto Lernfrage

Beitragvon Rolando » So 13. Mai 2018, 10:27

Ahh, Okay..Danke für den Hiweis s!

Ich hab bisher gedacht Taranto und Taranta wären das gleiche... demnach gibt es da ein wesentlichen Unterschied, auch hinsichtlich des Ausdrucks?
Oder kann man das jetzt verkürzt, aus dem Bauch heraus, behaupten das Taranto und Taranta eigentlich identisch sind bis auf die Taktart, jeweils 4/4 bzw 3/4?


Ich muss mal da nachforschen, Danke für den Input. :-)

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Re: Compás Lernfragen

Beitragvon Rolando » So 13. Mai 2018, 11:55

Ich hab mal den Threadtitel umgewandelt, da mir auch zum Bulerias etwas unklar ist..

Prinzipiell hab ich den Compas verstanden 12-1-2-3 usw... bzw 12/4 oder 2x3/4 und 3x 2/4.. jedenfalls schustere ich mir das so zusammen und setze die Akzente nach Gefühl, frei nach der künstlerischen Freiheit, mit den jeweiligen Schwerpunkten.

dag-dang-dang, dag-dang-dang, dag-dang, dag-dang, dag-dang

Jetzt ist mir aufgefallen das Falsetas beim Bulerias auch in 4/4 gespielt werden oder zähle ich da nicht richtig und es ist eher 2x 2/4 und "hintenraus" dann jeweils 2x3/4 als Auflösung bzw so eine Art Remate ?

Wie ist das mit den Zählzeiten bei den Bulerias Falsetas ? Oder sind das dann 3x 4/4 was ja dann wieder ins Raster (Compas) passt ?

Bitte entschuldigt, ich hab den Fachjargon nicht so drauf, nehme ja kein Unterricht.. ich hoffe ihr versteht worauf ich hinauswill und schonmal Danke für evtl Input.
Zuletzt geändert von Rolando am So 13. Mai 2018, 12:08, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Compás Lernfragen

Beitragvon matthias » So 13. Mai 2018, 12:06

Wie Taranto meist in phrygisch Fis.
Gleiche Gattung: Cante levanta minero
D.h. örtliche Fandangos gemischt mit den Bergarbeiter Flamencogesängen der Region.
Also im Prinzip gleicher Charakter.

Eigentlich ist die Taranta in der Gesangsbegleitung frei ( ähnlich wie z.B. die Granaina ). Taranto ist eine tanzbare Taranta, da er im festen 4/4 steht.

Nenn deine 3/4 Takt Taranto einfach Taranta. Passt schon....die Flamencopolizei muss das ja nicht erfahren. :lol:

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Re: Compás Lernfragen

Beitragvon Rolando » So 13. Mai 2018, 12:11

Verstehe, und Danke für den Input.

Prinzipiell denke ich das ich auf dem richtigen Weg bin, also rein vom Soul klingt das alles schon sehr Flamencoartig und wenn die Spieltechniken präsise "abgespult" werden dann passt das. Künsterlich gesehen ist sowieso alles erlaubt und ich werd vermutlich auch niemals echte Tanzbegleitung spielen, sowie ich auch in meinen 25 Gitarrenjahren eigentlich fast ausschliesslich nur eigene Sachen gespielt bzw entwickelt habe, bis auf die üblichen Inspirationen die man Zweifelslos inne hat. :-)
Anderseits will man sich, also Ich, dahingehend ja auch Sattelfest machen, falls man mal auf echte Flamencos trifft, und rein aus Respekt will ich mich der Wertkonservative annähern und nicht, Ryhthmisch gesehen, total neben der Spur sein. :-) Da wird man doch von den Tänzerinnen zuerst geteert,gefedert und dann zum Teufel gejagt.. hab ich mal gehört... :-D
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Re: Compás Lernfragen

Beitragvon matthias » So 13. Mai 2018, 12:17

Die Bulerias ist im alternierenden 3/4- 6/8 Takt. Die Betonung dein: "dag" ( das erste dag ist die 12 )
Falsetas, das hast du richtig erkannt, werden im graden Rhythmus gespielt, bleiben aber bei den "12 Schlägen"des Compas ( ohne die gleiche Betonung zu haben).
12/2/4/6/8/10 statt 12/3/6/8/10

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Re: Compás Lernfragen

Beitragvon Rolando » So 13. Mai 2018, 12:27

Danke, das ist sehr aufschlussreich.

Der Begriff "Alternierend" hat mir gefehlt (kenne ich aus der elektronischen Sequenzermusik) und ich fasse jetzt mal aus dem Bauch heraus zusammen:

-explizte Tanzbegleitung folgt gewissen alternierenen Grundstrukturen die dem Tanz geschuldet sind
- als Gitarrist hat man die künstlerische Freiheit sofern man diese Alternierungen verinnerlich hat, was ja dann wiederum grosse Freiheiten in sich birgt, Stichwort: Interpretation

-Ankerpunkt ist dann dieser typische Bulerias Compas, ( beim Taranto der Schwerpunkt um das F#) der einem dann Raum und Sicherheit gbt um "Luft" zu holen



Irgendwelche Einwände ?


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