Compás Lernfragen

Fragen zum 'flamenco al toque', maestros, palos, compás, falsetas etc.
matthias
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Re: Compás Lernfragen

Beitragvon matthias » So 13. Mai 2018, 14:51

ähmm ja sorry Rolando...wie komm ich auf Bernado :oops:

Rolando
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Re: Compás Lernfragen

Beitragvon Rolando » So 13. Mai 2018, 15:15

matthias hat geschrieben:Bernado!

Lass dich jetzt nicht verwirren, das Thema eignet sich hervorragend dazu- :lol:

Ach was, ich bin da nur zielstrebig und lass mich kaum bis garnicht fremdbesetzen.


Such dir einen ( oder zwei drei) Palos aus. Entscheide dich welche regionale Ausformung du spielen willst. Befass dich mit Rhythmus, Aufbau und Struktur, hört dir Aufnahmen an.

Ich höre derzeit Manzanita.. . ansonsten höre ich eher kaum bis garkeine Musik. Bei all dem musikalisch-kreativen Schaffen ist Stille ein wichtiger Ausgleich. Von dem abgesehen streb eich eine gewisse Eigenständigkeit an, nachspielen war noch nie meins. Nur Rhythmisch will ich mich halbwegs "Wertekonservativ" ausrichten was Flamenco betrifft.


Das "ganze Feld" zu beackern überfordert zwangsläufig.

Tangos, Taranto und Bulerias, ich würd sagen das Level ist ambitioniert und fortgeschrittenen, spiele im Flow.


Wenn du nicht vor hast Tanz oder Gesang zu begleiten und ernsthaft Flamenco zu lernen, hab einfach Spaß.

25 Jahre Gitarre, Akkordeon, Electronica. Musik ist eine feste Konstante in meinem Leben. Hab schon zwei Alhambras am Lagerfeuer und Fussgängerzone "runtergespielt".. aus Spass. :-D

Die Flamencopolizei gibt es nur außerhalb Spaniens. Ein guter spanischer Flamencomusiker wird "misslungene Versuche" von dir höchsten mit einen freundlich lächelnden "fenomenal" kommentieren.

besser wäre ein "Salutos"


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Bernd C Hoffmann
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Re: Compás Lernfragen

Beitragvon Bernd C Hoffmann » So 13. Mai 2018, 17:55

Die Flamencopolizei wütet nirgends stärker als in Spanien. Das ist jedenfalls meine Erfahrung. "Belohnt" wird es mit Ablehnung durch Ungeduld zur Korrektheit.

Rolando hat geschrieben:Was ich jetzt herausgefunden habe -wuhuuu Erkenntnisgewinn :-) - es geht in meinem Falle, was das Taranto(a) betrifft um PolyRhythmik.
Das ist jetzt anfürsich nix neues für mich (bei meiner elektronischen experimentellen Musik ist das mehr oder weniger ausgeprägtes Stilmittel) ..jedenfalls habe ich herausgefunden, wenn man ein 3/4 Takt über ein 4/4 takt legt, also paralell und Timesyncron abspielt (mittels visuellem Poly-Metronom) kann man wunderbar zwischen beiden Taktarten, bzgl der Falsetas, hin und her hüpfen.. beides ist richtig..letztendlich geht es da nur um Phrasierung und Akzentuierung was letztendlich den Groove ausmacht. So langsam verstehe ich auch die komlplexen Percussions-Palos, das ist alles mehr oder weniger Polyrhythmik.. was für mich den Zaubermythos um die strigenten Compase eher entzaubert, mal salopp formuliert.. und am Ende wird auch hier ganz klar... wie so oft..die gemeinsame EINS ist auch hier der Kern.

Du musst eine seltsame Denkweise haben und musiktheoretisch eine sehr fragwürdige Ausbildung. Ich verstehe zwar, was Du mit dem Vorgenannten sagen willst, aber es ist mit Abstand der komplizierteste Ansatz, den ich je wahrgenommen habe. Für Bulerías braucht man lediglich den 2. Band von Gerhard Graf-Martinez, wo er die Bulerías als Übung mit Palmas und Fuß begleitet. Das kann man auch auf zwei 6erblöcke herunter brechen, dann erschließt sich jede (angebliche) Polyryhthmik, wie sie auf den Compás-CDs klingen. Wenn Du mal eine Compás-CD gesehen hast, wo hinten die rhythmische Struktur mit den div. Perkussionen abgedruckt ist, dann wäre die Buleríafrage ruckzuck beantwortet. Aber gut, jeder hat seinen eigenen Kopp - da kann ich mir ein gewisses Schmunzeln nicht verkneifen. Und wenn es trotzdem überschaubar zum Ziel führt, dann hat es trotz seiner enormen Individualität doch seine Berechtigung ;)
Liebe Grüße
Bernd
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Rolando
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Re: Compás Lernfragen

Beitragvon Rolando » So 13. Mai 2018, 19:57

Bernd C Hoffmann hat geschrieben:Du musst eine seltsame Denkweise haben und musiktheoretisch eine sehr fragwürdige Ausbildung.

Wie Bitte ? Seltsam, fragwürdig...hmmm, ich hab garkeine musikalische Ausbildung... zumindest nicht akademisch oder klassischen Unterricht oder sowas.

Ich verstehe zwar, was Du mit dem Vorgenannten sagen willst, aber es ist mit Abstand der komplizierteste Ansatz, den ich je wahrgenommen habe

Du, mir geht es nicht darum den Compas zu verstehen, den hab ich längst verstanden und improvisiere damit. Ich ziehe hier Paralellen zum Compas und der Polyrhythmik (so viel zu meiner seltsamen und fragwürdiger Denkweise?) und habe heute festgestellt das es prächtig funktioniert. Es eröffnen sich überall Ein und Ausstiegspunkte und welch Wunder, es gibt eine gemeinsame Eins. :-) So aus Musikersicht, also wenn man mit anderen musiziert, ist das schon wichtig. In der nächsten Jamrunde werd ich mal unseren Percussionisten damit konfrontieren. Ein 6 zu 4 Ding da... kennste ?

Für Bulerías braucht man lediglich den 2. Band von Gerhard Graf-Martinez, wo er die Bulerías als Übung mit Palmas und Fuß begleitet.

Kenn ich, hab ich nach paar Tagen, irgendwann um 2006 oder so, wieder zur Seite gelegt, war mir zu trocken und spröde. Kein Fuego. YOUTUBE ist da ink Zeitlupenfunktion sehr vielseitiger.. und das visuelle/audiophile liegt mir sehr viel besser. Und: es gibt wahre Meister die ihr profundes authentisches Wissen teilen, man muss nur suchen. Und mit Verlaub: es gehört schon ein bisschen mehr dazu, also um den Bulerias zu verinnerlichen. als lediglich ein Graf Martinez Band durchgearbeitet zu haben.

Das kann man auch auf zwei 6erblöcke herunter brechen, dann erschließt sich jede (angebliche) Polyryhthmik, wie sie auf den Compás-CDs klingen.

Was heisst hier angeblich ? Ja, 2x 6/8.. ist bekannt.. oder 2x3/4 und 3x 2/4, da bin ich längst weit drüber. Wobei ich da eben noch ein wenig Probleme habe, das Wertekonservativ in meinen selbst komponierten Arrangements zu verinnernlichen, es läuft noch nicht rund mit den Übergängen... aber ist nur eine Frage der Zeit. Ich kenn das, ist meine Art Dinge, im musikalischen Kontext, zu erarbeiten. Plötzlich ist es dann da und in Fleisch und Blut übergegangen.

Wenn Du mal eine Compás-CD gesehen hast, wo hinten die rhythmische Struktur mit den div. Perkussionen abgedruckt ist, dann wäre die Buleríafrage ruckzuck beantwortet.
Ich mache seit rund 25 Jahren elektronische Musik und mir sind grafische darstellungen von Rythmen auf einer Zeitleiste bekannt. xooxooxoxoxo Ich hab hier ein dutzend selbst gemachte Percussionsloops als Compas.

Aber gut, jeder hat seinen eigenen Kopp - da kann ich mir ein gewisses Schmunzeln nicht verkneifen.

Sorry, das wird mir jetzt zu persönlich und emotional, das mit dem Schmunzeln und Eingangs diese Superlativen wie -seltsam- -fragwürdig_.. kommt mir insgeheim alles etwas herablassend vor, aber ich werde das jetzt nicht psychologisieren und die Antriebsfeder herausarbeiten. SCHMUNZEL

Und wenn es trotzdem überschaubar zum Ziel führt, dann hat es trotz seiner enormen Individualität doch seine Berechtigung ;)
Absolut, und das schöne.. ich hab einen eigenen Stil entwickelt.. das ist das beste an der ganzen Sache und is tmir eigentlich auch schon immer das wichtigste gewesen.

Die Definition von Kunst: Der inneren Form eine äussere geben und nicht umgekehrt.

ABER: Flamenco ist zu guuut auf der Gitarre um es lieblos daher zu schrammeln.. ich denke wenigstens da wirst du mir beipflichten. Und Polyrhytmik ist da eben ein guter Ansatz um komplexe Abläufe in ein statisches Lot zu bringen, zwecks Orientierung, --> Kompass
Synkopen sind da auch ein berechtigtes Stichwort.
Schliesslich sind wir doch längst über den Anfängerstatus hinausgewachsen, oder nicht, Bernd ?
Jedenfalls bin ich mal gespannt auf dein Bulerias Tutorial für Beginner... auch wenn ich, ganz selbstbewusst formuliert, diesen Status längst überwunden habe. Okay nicht 100% Sattelfest was die strukturelle Wertkonservative auf der musikalischen Zeitleiste betrifft aber den Vibe, das Feeling und den Flow, das hab ich mit Sicherheit mehr als verinnerlicht. Nun muss ich noch beides, also meine Stärke und meine Schwäche halbwegs in Einklang bringen, ist jetzt nicht soo das Problem da uch stets daran arbeite und auch deshalb hier ein Lernfragenread gestartet habe.

Sorry für die Auslassung, aber evtl hilft es dir in Zukunft meine Postings besser zu interpretieren,

salutos und peace





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Re: Compás Lernfragen

Beitragvon matthias » Mo 14. Mai 2018, 14:15

Die Flamencopolizei wütet nirgends stärker als in Spanien. Das ist jedenfalls meine Erfahrung. "Belohnt" wird es mit Ablehnung durch Ungeduld zur Korrektheit.


Meine einmalige Erfahrung war da deutlich positiver...inklusive freundschaftlichen Schulterklopfen. :)
Da du vermutlich schön öfters als ich in Spanien warst "gewinnst" du aber allein schon rein statistisch. ;)
Allerdings glaube ich das Leute die etwas drauf haben, fast immer souverän reagieren. Und im Spanien gibt es enorm viele "Gute" Flamencomusiker.

Flamencopolizei ist meist das Mittelfeld, das sich ganz mühsam ein Grundverständnis erarbeitet hat und sich nun meint etwas wichtig tuen zu müssen und können.

Davon gibt es naturgemäß deutlich mehr außerhalb Spaniens.

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Re: Compás Lernfragen

Beitragvon Rolando » Mo 14. Mai 2018, 17:29

polyrhythmisch, nicht Polizeirhythmisch.

Synkopen, nicht Sinn-Cop's.

Oder evtl doch FlamenCop's ?



Was anderes, kennt jemand ein deutschsprachiges Flamenco Forum oder ein FB Gruppe wo sich Gitarristen spezifisch austauschen? Muss doch Alternativen geben ?

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Bernd C Hoffmann
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Re: Compás Lernfragen

Beitragvon Bernd C Hoffmann » Di 15. Mai 2018, 01:29

Ich war auf Facebook in ein paar Gruppen. Außer ein bisschen oberflächliches Geplänkel war da nichts los. Für mich war das überflüssig.
Liebe Grüße
Bernd
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Bernd C Hoffmann
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Re: Compás Lernfragen

Beitragvon Bernd C Hoffmann » Do 17. Mai 2018, 21:51

Ich glaube nicht, dass es FB-Gruppen gibt, die sich speziell an Flamenco-Anfänger wenden. Das ist nur ein sehr kleiner Nischenbereich. Kein Gruppenbetreiber hat ein Interesse daran, dass wegen Fortschritt die Mitglieder die Gruppe verlassen.
Liebe Grüße
Bernd
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Re: Compás Lernfragen

Beitragvon Rolando » Sa 19. Mai 2018, 19:40

Keine Ahnung, ich seh mich selbst eher als "weit" Fortgeschrittener der sich ambitioniert und beständig in die Materie einarbeitet.. Musik machen ist ein Stückweit auch ein lebensphilosophischer Prozess der fortwährend andauert wenn man so will.

Ich bin in einigen spanischen Flamencogruppen, auch Argentinische, Chilenische usw und es ist einfach interessant zu sehen was andere so bzw mit der Gitarre machen, es gibt ja nicht wenig Leute die Videos hochladen... ist ein nettes Programm, besser als Lindenstrasse oder Sowas. Mir beingt sowas jedenfalls mehr als sich an irgendwelchenTabs, geschweige Notenmaterial, abzuarbeiten.

Letztendlich gibts da wohl auch nicht viel zu labern, man macht das einfach, also Gitarre aktiv. :-D Wobei ich Theoretikum auch schätze, da gabs mal im Fingerpickerforum ein User, der recht kompetent und verständlich zum Thema Flamenco Tipps gegeben hat und das anhand praktischer Beispiele usw. Leider hat der User all seine Kommentare gelöscht und ist nicht mehr aktiv, vermutlich aus Gründen.

Das Internet kann in vielen Fällen zu einem echt üblen Ort werden was zwischenmenschliche Kommunikation betrifft und ich kann nachvollziehen das sich der ein ider andere von einer sogenannten "Community" abwendet.

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Re: Compás Lernfragen

Beitragvon Bernd C Hoffmann » Sa 19. Mai 2018, 20:20

Das war Ulrich Peperle. Der ist öfter mal eingeschnappt, wenn er sein Ego angekratzt sieht. Den kennen wir alle schon aus den Ende 90er bis ca. Mitte der 2000er Jahre aus den damaligen Foren von Anda, Mundo Flamenco und dem Konzertgitarreforum (das Vorgängerforum dieser Community). Wenn Du ihn nicht kennst, dann solltest Du ihm nicht alles zu gute halten. Seine Kompetenz ist profund, sein Sozialverhalten gegenüber anderen Diskutanten ist ebenfalls eindeutig bekannt...

Seine praktischen Beispiele hinsichtlich Flamenco haben sich immer sehr in Grenzen gehalten. Das waren mehr Andeutungen. Er hat im Klassikbereich viele Praxisbeispiele gebracht. Für Flamenco ist er für Unterricht definitiv interessant. Das ist sicher eine interessante Option für Dich, wenn Du persönlichen Unterricht bei ihm nimmst.
Liebe Grüße
Bernd
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