Duke Flamenco Geruch

Flamencogitarren & sonstige Instrumente
Henne
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Duke Flamenco Geruch

Beitragvon Henne » Di 22. Sep 2020, 19:42

Ein herzliches "Hallo" in die Runde!

Ich habe mir zu einem sehr guten Preis auf eBay Kleinanzeigen eine Duke Flamenco gekauft, da ich nebenbei spaßeshalber einige Flamencotechniken üben möchte.
Die Gitarre war nicht sonderlich gut verpackt, hatte die Reise mit GLS aber zum Glück gut überstanden.
Wie auf den Fotos in der Anzeige, war sie technisch und optisch in gutem Zustand, jedoch leider sehr eingestaubt und mit ziemlich alten, erbarmungswürdigen
schwarzen LaBella Nylons bestückt, die auch noch extra schlecht aufgezogen waren (so viele Knoten habe ich selten gesehen).
Nach einer ausgiebigen Putzaktion und einer großzügigen Menge Griffbrettöl zog ich einen Satz Savarez Cantiga 510 MRJ auf, die Mechaniken waren mir erst fast etwas zu leichtgängig, laufen jetzt unter Spannung jedoch butterweich und halten die Stimmung gut. Die Gitarre klingt sehr gut und lässt sich auch klasse bespielen.

Ein kleines Wermutströpfchen gibt es jedoch:
Die Gitarre stand wohl bei einem Raucher und müffelt noch ziemlich aus dem Schalloch. Gibt es da etwas, das man dagegen tun kann? Duftsäckchen oder Ähnliches hineinlegen? Oder heilt auch hier die Zeit alle Wunden?

rwe
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Re: Duke Flamenco Geruch

Beitragvon rwe » Di 22. Sep 2020, 20:01

"Duftsäckchen" mit Kaffeepulver könnten helfen. Nach ein paar Jahren sollte der Geruch kein Problem mehr sein.

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Bernd C Hoffmann
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Re: Duke Flamenco Geruch

Beitragvon Bernd C Hoffmann » Di 22. Sep 2020, 23:02

Ich hatte mal von der Musima ein paar Konzertgitarren für den Unterricht als Leihgitarren gekauft. Die hatten durch einen miesen Knochenleim einen derart fauligen Geruch, dass sie die ganze Wohnung vollstanken. Ich hatte sie ca. 4 Monate in den Keller gestellt. Dan ging es eingermaßen. Es roch nur noch leicht im Arbeitszimmer. Nach einem halben Jahr waren sie ausgedünstet.

Bei interessierten Gitarrenkäufen im Gebrauchtmarkt kläre ich vorher ab, ob die Gitarre aus einem Raucherhaushalt kommt, ebenso bei Mikrofonen. Gerade bei Kettenrauchern ist der Mief nicht auszuhalten. Wie man derartige Stinkbomben kurfristig neutralisieren kann, wüsste ich auch gerne.

Ich habe auch eine Duke Flamenco. Klanglich geht sie voll durch, aber die Bespielbarkeit ist unterirdisch. Das gilt auch für die teuren Flamencas (das Thema hatten wir schon). Die Stegsaitenlage ist für eine Flamencogitarre völlig inakzeptabel. Hätten sie einen Halswinkel, der sie zwischen 7 und 8 mm hält, dann könnten sie auch international Erfolg haben. Unter den Profis gilt hierfür der Zigarettentest. Armin Hanika orientiert sich lieber an Barbara Hennerfeindt. Das ist schade, denn klanglich sind sie absolut authentisch.
Liebe Grüße
Bernd
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Henne
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Re: Duke Flamenco Geruch

Beitragvon Henne » Mi 23. Sep 2020, 19:44

Ich habe über Nacht ein Säckchen Kaffeepulver im Schalloch gelassen und der Geruch ist jetzt tatsächlich schon etwas besser. Nur bekomme ich jetzt beim Spielen immer Lust auf einen Cappucino.
Möbeltischler verwenden wohl Natron gegen Gerüche, das probiere ich noch aus, hatte es jedoch noch nicht greifbar.
Ich habe auch die Stegeinlage nochmal herausgenommen und feile noch 1-2 mm runter, das war doch noch etwas zu hoch. Dann sollte es für mich erst einmal reichen.
Ist der Herr Hanika allgemein ein Freund der sehr hohen Saitenlage? Ab Werk ist da ja gefühlt immer der absolute Sicherheitsabstand für Grobmotoriker +3mm eingestellt.

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Re: Duke Flamenco Geruch

Beitragvon rwe » Mi 23. Sep 2020, 21:10

Henne hat geschrieben:Ich habe über Nacht ein Säckchen Kaffeepulver im Schalloch gelassen und der Geruch ist jetzt tatsächlich schon etwas besser. Nur bekomme ich jetzt beim Spielen immer Lust auf einen Cappucino.
.. das wird über die Jahre teuer, jedenfalls wenn man den im Restaurant trinkt... Ok, die meisten meiner Instrumente liegen in Koffern. Wenn man überlegt, dass die nach Jahren noch nach Lack riechen, dann war meine Aussage mit den "Jahren" schon so gemeint:-)
Beim Auto, das immer draußen steht und in dem es zieht und das regelmäßig mit offenen Fenstern und Lüftung gefahren wird, dauerte es ca. 1/4 Jahr, bis ein leichterer Geruch allmählich übertüncht war. Ein PC-Gehäuse im Haus roch (ohne Kaffee) einige Jahre nach Zigaretten.

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Bernd C Hoffmann
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Re: Duke Flamenco Geruch

Beitragvon Bernd C Hoffmann » Do 24. Sep 2020, 00:30

Henne hat geschrieben:Ich habe über Nacht ein Säckchen Kaffeepulver im Schalloch gelassen und der Geruch ist jetzt tatsächlich schon etwas besser. Nur bekomme ich jetzt beim Spielen immer Lust auf einen Cappucino.
Möbeltischler verwenden wohl Natron gegen Gerüche, das probiere ich noch aus, hatte es jedoch noch nicht greifbar.
Ich habe auch die Stegeinlage nochmal herausgenommen und feile noch 1-2 mm runter, das war doch noch etwas zu hoch. Dann sollte es für mich erst einmal reichen.
Ist der Herr Hanika allgemein ein Freund der sehr hohen Saitenlage? Ab Werk ist da ja gefühlt immer der absolute Sicherheitsabstand für Grobmotoriker +3mm eingestellt.

Mit Grobmotorikern hat das nichts zu tun sondern mit der Anschlagsrichtung und -stärke.

Auf wie viel mm hast Du die Stegsaitenlage bringen können?
Liebe Grüße
Bernd
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Re: Duke Flamenco Geruch

Beitragvon Klampfenkarl » Do 24. Sep 2020, 00:44

Mir hat bei unangenehmen Gerüchen ein Teefilter gefüllt mit Backpulver geholfen. Das sind diese Einmal-Teefilter aus papierähnlichem Gewebe von Cilia, gibt es auch von anderen Herstellern. Die kann man mit einer Büroklammer o.ä. verschließen und in den Korpus legen. Sind zwar nicht ganz dicht, aber ein bisschen Backpulver, das austritt, schadet der Gitarre nicht. Kann man ja vielleicht nach der Behandlung mit einem Staubsauger entfernen. Jedenfalls bindet es zuverlässig Gerüche.
Davon abgesehen heilt die Zeit tatsächlich solche Wunden. Ich habe vor einem halben Jahr so ein „Rauchermodell“ gekauft; das riecht jetzt gar nicht mehr nach Nikotin.

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Re: Duke Flamenco Geruch

Beitragvon Henne » Fr 25. Sep 2020, 12:07

Hi Bernd, sie ist am Steg von Unterkante der Saite bis zur Decke auf 12mm. Ein ganz knappes Millimeterchen weniger würde wohl noch gehen, aber dann kommt so langsam das Holz des Steges in Reichweite. Am 12. Bund sind es jetzt 3mm Saitenlage.
Sie macht richtig Spass zu spielen und klingt auch wirklich schön. Die Savarez Cantiga Bässe scheinen mir für sie etwas zahm zu sein, da muss noch etwas anderes her. Ich habe gebraucht 200 Euro für die Gitarre gezahlt und auch kein drittes Weltwunder erwartet, so bin ich zufrieden.
Meine Nachbarin hat mir ein Luftreinigungsmittel (ProWin PureAir) gegeben. Das werde ich auf einen Lappen sprühen und in die Gitarre legen, dann berichte ich wieder.

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Re: Duke Flamenco Geruch

Beitragvon Bernd C Hoffmann » Fr 25. Sep 2020, 12:48

Was an der Duke richtig Spaß macht, ist der Ton. Für die Stegsaitenlage gilt allerdings nach wie vor, dass alles über 9 mm absolut indiskutabel ist. i- und m-Golpe lässt grüßen ;-)
Liebe Grüße
Bernd
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