mi nueva novia

Flamencogitarren & sonstige Instrumente
Kuno Wagner
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mi nueva novia

Beitragvon Kuno Wagner » Di 20. Feb 2018, 22:21

Nachdem ich mich auch mit Gerardo Nuñez über die Qualität diverser internationaler Gitarrenbauer unterhalten habe, ist mir klar, dass ich wohl den Gitarrenbauer meiner Wahl aufsuchen und eine neue Gitarre in Auftrag geben werde. Es muß nicht immer ein spanischer Gitarrenbauer sein.

Auch Cepillo, der Percussionist von Gerardo Nuñez, sagte, der beste Gitarrenbauer sei nach Antonio Rey´s Meinung ein Deutscher: Nicolaus Wollf. Dem will ich nichts hinzufügen nur, dass ich der gleichen Meinung bin.
Im letzten Jahr hatte ich die Möglichkeit Antonio Reys´ Reyes-Kopie von Nicolaus Wollf zu spielen. Im Vergleich zu meiner aktuellen Blanca, würde eine Reyes eher die moderneren Gitarrensounds abdecken.
Das eine Problem dabei ist nur, Nicolaus Wollf baut nicht mehr! das andere: Will ich überhaupt eine Reyes?

Nicolaus Wollfs Werkstatt wird nun von Carl-Herrmann Schäfer betrieben, der sich bei Insidern einen Namen als Spezialist bei der Restauration und Erhaltung historischer Zupfinstrumente gemacht hat.
Nach langen Gesprächen klingt das Ende vom Lied folgendermaßen:

„Wenn man eine Torres hat, braucht man nichts anderes mehr!“
(Zitat: Carl-Herrmann Schäfer).

Einfügen möchte ich, das es in meinem Leben zwei magische Gitarrenmomente gab. Der eine war verbunden mit einer 64´Fender Stratocaster der andere Moment war der, als ich eine originale Antonio Torres Rio Palisander Gitarre spielen durfte. In beiden Fällen klang danach jede! andere Gitarre nur noch „na ja, ganz okay“.

Für die Nerds unter euch werde ich Laufe der nächsten Zeit immer mal wieder Bilder des Entstehens eines (und davon bin ich überzeugt) Meisterwerkes zeigen.

Den Boden habe ich ja schon seit einiger Zeit
siehe:

viewtopic.php?f=50&t=3832#p17240

matthias
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Re: mi nueva novia

Beitragvon matthias » Mi 21. Feb 2018, 04:58

Hi Kuno!

Wenn ich dich richtig verstanden habe läßt du dir jetzt also eine Torres Kopie von Carl-Herrmann Schäfer mit Zypressen Boden bauen.

Nunez hat und hatte unter anderem durch seine Schule und WS sicher schon viele Flamencas in der Hand und weiß da bestimmt fundiertes Zeug drüber zu erzählen.
Ich erinnere mich wie er bei seinem encuentros Video eine Andres Marvin spielte und dessen Gitarren daraufhin einen ziemlichen hype hatten. Die haben ja auch einen sehr schönen Klang.
Mir persönlich hat der Hals von denen, die ich spielen konnte, zu schlecht in der Hand gelegen.

Ich hatte nun schon diverse hervorragende Gitarren in der Hand. Jede für sich mit dem Prädikat: "es geht nicht besser, nur anders." Neben dem Bauchgefühl (und den persönlichen Klangvorlieben und den angedachten Einsatzbereich) was dann letztlich entscheidet, ist für mich inzwischen immer sehr wichtig wie sie in der Hand liegt.
Einer der Gründe für mich sich eine bauen zu lassen. Denn wie sie klingen wird weiß man zwar ungefähr aber nie wirklich, bevor sie fertig ist.

Wobei ich schon bei meiner Frage bin.: wie liegt denn so eine torres in der Hand?

Halt uns auf dem Laufenden.

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Bernd C Hoffmann
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Re: mi nueva novia

Beitragvon Bernd C Hoffmann » Mi 21. Feb 2018, 09:00

Kuno Wagner hat geschrieben:Im Vergleich zu meiner aktuellen Blanca, würde eine Reyes eher die moderneren Gitarrensounds abdecken.
Das eine Problem dabei ist nur, Nicolaus Wollf baut nicht mehr!

Ja, die Reyes klingt modern. Vicente Amigo ist als Gitarrist ein würdiger Vertreter.
Was Nicolaus Wolff betrifft, mit Speck fängt man Mäuse ;)
Liebe Grüße
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Re: mi nueva novia

Beitragvon Bernd C Hoffmann » Mi 21. Feb 2018, 09:12

matthias hat geschrieben:Ich erinnere mich wie er bei seinem encuentros Video eine Andres Marvin spielte und dessen Gitarren daraufhin einen ziemlichen hype hatten. Die haben ja auch einen sehr schönen Klang.
Mir persönlich hat der Hals von denen, die ich spielen konnte, zu schlecht in der Hand gelegen.

Ich war 2006 bei den Gitarrentagen in Nürtingen zeitgleich Aussteller neben Bernd Martin, Frank Butscher u. a. Standnachbar von Andreas Marvin. Natürlich habe ich seine Flamencas - meist mit Zederndecke - angespielt. Ich hatte auch weitere Möglichkeiten zum Antesten seiner Gitarren. Ein unbequemes Halsprofil hatte ich dabei nie. Aber das heißt nichts, weil in der Preisklasse fast ausschließlich solche Unikate im Kundenauftrag gebaut werden, die ein individuelles Halsprofil verlangen. Jemand mit tellergroßen Barrueco-Pranken wird für eine 66er Mensur mit 55er Halsbreite sehr wahrscheinlich einen Schuhanzieher benötigen. Ich persönlich komme am besten mit einem abgeflachten D-Profil sofort klar. Bei anderen Profilen benötige ich lediglich etwas mehr Zeit, um mich daran zu gewöhnen.
Liebe Grüße
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Re: mi nueva novia

Beitragvon grenner » Mi 21. Feb 2018, 12:46

Kuno Wagner hat geschrieben:
Den Boden habe ich ja schon seit einiger Zeit
siehe:

viewtopic.php?f=50&t=3832#p17240


Der schaut aber nicht wirklich bookmatched aus. Und die Äste rechts würden mich auch beunruhigen, wenn ich die Gitarre meines Lebens in Auftrag geben würde. Wird der Boden laminiert?

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Re: mi nueva novia

Beitragvon matthias » Mi 21. Feb 2018, 19:03

Ich hatte auch weitere Möglichkeiten zum Antesten seiner Gitarren. Ein unbequemes Halsprofil hatte ich dabei nie.


Das ist wahrscheinlich echt ne individuelle Sache. Mir war der Hals von der Marvi die ich mal spielen konnte viel zu dick und klobig. Aber der Klang stimmte. So ist es mir aber auch mit den ersten Lucas Martin mit Libanon Zeder gegangen...nach meinem Empfinden zu klobiger Hals, aber klasse Klang.

Eine Torres hatte ich noch nie in der Hand, gehört allerdings schon. Toller Klang, aber wenn sie nicht gut in der Hand liegt, nichts was ich mir bauen lassen würde. Deshalb meine "Nachfrage".

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Re: mi nueva novia

Beitragvon Bernd C Hoffmann » Mi 21. Feb 2018, 19:11

Ein klobiger Hals (ich nenne es einen klotzigen Hals) kann auch eine bewusste bauphysikalische Entscheidung sein. Das bekannte Paradebeispiel sind die Konzertgitarren von Manfred Pletz. Die haben ein enormes Volumen. Ich sprach damals mit ihm über den Hals. Er sagte dazu, dass bei dem Volumen der Hals dicker sein muss, damit er möglichst nicht mitschwingt. Wäre dies der Fall, dann verliert die Gitarre sofort an Sustain. Ich kann mir das tatsächlich sehr gut vorstellen.
Liebe Grüße
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Kuno Wagner
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Re: mi nueva novia

Beitragvon Kuno Wagner » Sa 24. Feb 2018, 20:40

Da ich große Computerprobleme habe, kommen die Antworten erst jetzt.


matthias hat geschrieben:Hi Kuno!

Wenn ich dich richtig verstanden habe läßt du dir jetzt also eine Torres Kopie von Carl-Herrmann Schäfer mit Zypressen Boden bauen.


Ja, aber nicht nur der Boden soll Zypresse sein, die Zargen auch.

Das kam diese Woche per WhatsApp

Bild


meine Vorgabe (zwei Tage vorher) war das Prospekt der Torres Ausstellung in Genua.

Bild

und hier mit der zukünftigen Decke

Bild

viewtopic.php?f=50&t=3832#p17240
grenner hat geschrieben:Der schaut aber nicht wirklich bookmatched aus. Und die Äste rechts würden mich auch beunruhigen, wenn ich die Gitarre meines Lebens in Auftrag geben würde. Wird der Boden laminiert?


hierbei handelt es sich um gesunde Äste. Also: Null Problemo!

Laminat wird doch eher beim Fussbodenbau verwendet, Sperrholz hat im (Meister) Gitarrenbau nichts zu suchen.

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Re: mi nueva novia

Beitragvon Bernd C Hoffmann » Sa 24. Feb 2018, 22:28

Mit Ästen hätte ich bei Zypresse auch keine Probleme, ebenso bei Indiopalisander. Aber bei Riopalisander habe ich das schon gesehen. Es war auf der Zarge. An einer Seite das Holz am Ast haarfein offen.
Liebe Grüße
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Re: mi nueva novia

Beitragvon bassklampfe » So 25. Feb 2018, 11:19

Bernd C Hoffmann hat geschrieben:Aber bei Riopalisander habe ich das schon gesehen. Es war auf der Zarge. An einer Seite das Holz am Ast haarfein offen.

Rio neigt ohnehin zum reißen, vor allem der wild strukturierte. Das kann man aber gut schließen.
______________
Gruß
bassklampfe


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