Bach ...am Bach!

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Johannes
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Bach ...am Bach!

Beitragvon Johannes » Do 10. Jun 2021, 06:05

Ich hätte auch den Namen des Stücks in den Betreff geschrieben, aber in den Noten steht leider nur "Minuet". Weiß jemand, wie das Stück heißt? Es ist in A moll, vielleicht hilft das jemandem. Im Werke Verzeichnis habe ich es nicht finden können.

Ich spiele noch nicht lange und bin für Tipps sehr, sehr dankbar! Ich habe den Eindruck, dass ich meine Angewohnheiten im Moment noch ganz einfach ändern kann. Zur Haltung: Die ist zuhause im Grunde genau so. Der Ast war tatsächlich ganz bequem. Bis auf die Füße ist alles wie immer!

https://www.youtube.com/watch?v=gb1sQO4g-Vg

Danke im Voraus!

Charlie
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Re: Bach ...am Bach!

Beitragvon Charlie » So 13. Jun 2021, 16:16

Hallo Johannes,
für mich persönlich rückt immer mehr „der schöne Ton“ ins Zentrum meiner Bemühungen, wobei ich damit nicht etwa gleich teure Gitarren meine. Klar, klanglich oder technisch reizvolle Stücke gehen damit Hand in Hand, aber das schönste Stück wird zur Qual, wenn es mit unpolierten und kratzenden Nägeln der rechten Hand gespielt wird, wohingegen auch einfachste Tonfolgen mich berühren, wenn in ihnen die Tonbildung gelungen ist.
Von daher wäre mein Tipp, auf youtube nach „tone production / guitar“ und „Nagelpflege / Nägel polieren / Gitarre“ zu suchen.
Weiterhin ist sauberes Greifen dicht am Bundstäbchen wichtig, spart Kraft und verhindert Rasseleien.
In Deinem Video hast Du Dir in vielerlei Hinsicht sehr viel Mühe gegeben, allein Dein Tonstudio in die Natur zu verlegen ist ja schon ein Kraftakt.
Welche Komponenten hast Du verwendet?
Viele Grüße
Charlie

P.S.: Deine Spieluhr ist ja phänomenal. Hättest Du Lust, unter „Off topic“ dazu mal was zu schreiben? Also z.B. wie Du die gebaut hast und wie Du die Melodien auf den Papierstreifen bekommst?

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Bernd C Hoffmann
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Re: Bach ...am Bach!

Beitragvon Bernd C Hoffmann » So 13. Jun 2021, 20:57

Bei Deiner Frage kann ich Dir leider nicht weiterhelfen, aber gespielt ist das absolut ok.

Die Haltung betreffend ist es Meckern auf hohem Niveau. Es betrifft die Greifhand, weil der Daumen oben drüber guckt. Genauer hingeschaut vermute ich, dass Du ziemlich große Hände hast und dies der Auslöser ist. In dem Fall bräuchtest Du eine Gitarre mit einem breiteren Hals. Alternativ hilft es meist, den Winkel der Gitarre zu erhöhen. Dies erreicht man z. B., indem man die Fußbank auf höchster Stufe umdreht und ganz heran zieht. Die Schulter ist dann in der Höhe zwischen dem 3. bis 5. Bund. Es erfordert es Umgewöhnung, weil durch die erhöhte Position der Hand der linke Schultermuskel "nachtrainiert" wird => anfangs leichter Muskelkater.
Liebe Grüße
Bernd
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Johannes
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Re: Bach ...am Bach!

Beitragvon Johannes » Di 15. Jun 2021, 08:00

Charlie hat geschrieben:Hallo Johannes,
für mich persönlich rückt immer mehr „der schöne Ton“ ins Zentrum meiner Bemühungen, wobei ich damit nicht etwa gleich teure Gitarren meine. Klar, klanglich oder technisch reizvolle Stücke gehen damit Hand in Hand, aber das schönste Stück wird zur Qual, wenn es mit unpolierten und kratzenden Nägeln der rechten Hand gespielt wird, wohingegen auch einfachste Tonfolgen mich berühren, wenn in ihnen die Tonbildung gelungen ist.
Von daher wäre mein Tipp, auf youtube nach „tone production / guitar“ und „Nagelpflege / Nägel polieren / Gitarre“ zu suchen.
Weiterhin ist sauberes Greifen dicht am Bundstäbchen wichtig, spart Kraft und verhindert Rasseleien.
In Deinem Video hast Du Dir in vielerlei Hinsicht sehr viel Mühe gegeben, allein Dein Tonstudio in die Natur zu verlegen ist ja schon ein Kraftakt.
Welche Komponenten hast Du verwendet?
Viele Grüße
Charlie

P.S.: Deine Spieluhr ist ja phänomenal. Hättest Du Lust, unter „Off topic“ dazu mal was zu schreiben? Also z.B. wie Du die gebaut hast und wie Du die Melodien auf den Papierstreifen bekommst?


Hallo Charlie,

dankesehr für Deine Antwort!
Mir geht es genau so, was "den schönen Ton" angeht. Die ersten Stücke, die ich mir ausgesucht habe, waren wirklich absurd kompliziert gemessen an meinen Fertigkeiten und ich habe sie nur gespielt, weil sie mir perfekt gespielt so unheimlich gut gefallen haben. Das Bach-Stück ist schon eines meiner einfacheren Stücke, aber ich gehe im Schwierigkeitsgrad mit der Zeit immer mehr zurück um die Stücke wirklich genießend spielen zu können. Aktuell lerne ich Jean Baptist Lullys "Air", für danach höre ich mich gearde Stücke von Maria Luisa Anido an. Ich merke selber schon, dass ich bei einfachen Passagen von Stücken deutlich sauberer und effizienter greife als bei Stücken, bei denen ich gerade so rechtzeitig den gesuchten Bund treffe (siehe Videobeweis). Mit meinen Nägeln habe ich mich dafür bisher kaum beschäftigt, deshalb vielen Dank für den Tipp! Ich dachte eigentlich immer "rund ist rund", aber da gibt´s wohl mehr zu entdecken!
Mein Tonstudio besteht aus einem Laptop (mit Audacity zum aufnehmen), dem Audio-Interface Alesis iO2 und einem LD D1102 Mikrofon. Das Gute daran: Das Interface braucht keine externe Stromzufur! Der Aufbau ist also wirklich schnell gemcht und ich bin unheimlich flexibel. Daran hatte ich beim Kauf noch gar nicht gedacht. Es war einfach ein sehr günstiges, gebrauchtes Set von eBay.
Ich werde demnächst mal etwas zur Spieluhr schreiben! Das ist tatsächlich eine ganz andere Art, zu musizieren. Mr. Engywook spielt immer sauber und genau so schnell, wie ich ihn einstelle :D

Bei Deiner Frage kann ich Dir leider nicht weiterhelfen, aber gespielt ist das absolut ok.

Die Haltung betreffend ist es Meckern auf hohem Niveau. Es betrifft die Greifhand, weil der Daumen oben drüber guckt. Genauer hingeschaut vermute ich, dass Du ziemlich große Hände hast und dies der Auslöser ist. In dem Fall bräuchtest Du eine Gitarre mit einem breiteren Hals. Alternativ hilft es meist, den Winkel der Gitarre zu erhöhen. Dies erreicht man z. B., indem man die Fußbank auf höchster Stufe umdreht und ganz heran zieht. Die Schulter ist dann in der Höhe zwischen dem 3. bis 5. Bund. Es erfordert es Umgewöhnung, weil durch die erhöhte Position der Hand der linke Schultermuskel "nachtrainiert" wird => anfangs leichter Muskelkater.


Hallo Bernd,

durch dein "Meckern auf hohem Niveau" ist mir ein ganz elementarer Fehler aufgefallen: Ich habe mir beim Greifen eine unheimlich merkwürdige Daumenhaltung angewöhnt! Für mich schien es immer normal und da ich bis vor einem Jahr auch eher Akkorde gespielt habe wurde das auch nie zum Problem, aber ich umgreife mit dem Daumen den Hals fast vollständig! Ich habe gerade mal zum Vergleichen Videos anderer Gitarrristen geschaut und festgestellt, dass das niemand so macht. Es erschwert auch sauberes Greifen, ein ganz einfaches Beispiel: Beim Am tendiere ich dazu, die 1. Saite mit dem Zeigefinger mit zu berührern. Das ändert sich, wenn ich den Hals weniger umklammere. Bei einigen Stellen greife ich jetzt auch schon ganz normal, z.B. immer, wenn ich Barree greife.
Für mich ist das ein sehr weitreichender Tipp, ich danke Dir ganz herzlich! Ich habe gerade schon versucht, durchgehend den Daumen weiter unten zu positionieren und es ist schon so ungewohnt, dass ich meine Stücke gar nicht mehr spielen kann! Ich möchte mich dennoch natürlich umgewöhnen. Nach meinem ersten Versuch glaube ich aber, dass das eine Weile dauern wird!


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