Wechselschlag, Saitenübergänge, Übungen

Unterrichtsformen, Methodik, Didaktik, die Gitarre aus pädagogischer Sicht

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courante
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Re: Wechselschlag, Saitenübergänge, Übungen

Beitragvon courante » Mi 22. Feb 2017, 13:34

Das ist und war absolute Exotentechnik, die fast niemand mehr praktiziert. Juan Serrano hatte bspw. beim Wechsel auf die tieferklingende Saite den letzten Finger durchgezogen. Auch das praktiziert kaum jemand.

Gehört vielleicht nicht in dieses Forum, aber einige E-Bassisten gehören auch zu diesen Exoten.
Beim Abwärtsspielen von Tonleitern unterbrechen sie den Wechselschlag ( alternate Picking), um den letzten Finger zur nächst tieferen Saite durchzuziehen (Raking).
https://www.youtube.com/watch?v=eNAYIfITgpw

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Thomas
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Re: Wechselschlag, Saitenübergänge, Übungen

Beitragvon Thomas » Mi 22. Feb 2017, 15:52

Auch ich benutze öfters die Technik bei einem schnellen Lauf abwärts, einen Finger durchzuziehen. Bevorzugt mit dem Zeigefinger.
Viele Profis benutzen diese Technik. Manche bewusst, manche intuitiv.
Nur in der Gitarren – Methodik kommt diese seltener vor.

Viele Grüße
Thomas

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klaus
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Re: Wechselschlag, Saitenübergänge, Übungen

Beitragvon klaus » Mi 22. Feb 2017, 23:26

Hallo Mat,
um auf die Ausgangsfrage dieses Beitrags zurückzukommen, so glaube ich, dass du mit den ersten 4 Antworten erschöpfend bedient bist.
Natürlich sind auch die anderen Kommentare interessant. Sie werden aber keinem Anfänger ( und ich glaube, du suchst Ratschläge für gerade diese) wirklich weiterhelfen und nur irritieren.

Vielleicht wäre dieses Thema einen extra Beitrag wert???

Ich wünsche Dir viel Erfolg bei Deiner Lehrtätigkeit..

GrüBe an alle

Klaus

courante
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Re: Wechselschlag, Saitenübergänge, Übungen

Beitragvon courante » Do 23. Feb 2017, 08:25

Sollte der Wechselschlag grundsätzlich strikt durchgezogen werden, oder gibt es viele Ausnahmen (z.B. eine halbe oder längere Note vor einem Taktwechsel oder Melodiewiederholungen bei denen eine Wiederholung auch des FIngerstazes musikalisch sinnvoll sein könnte) ?

Ein Beispiel dafür wäre zum Beispiel das Ende von "Sascha liebt nicht große Worte".
la-la-laa-/la-la-laa-/la-la-la-la-/la-la-laa (Wiederholt)
Wenn man das mit m anfängt wird der letzte Ton auch mit m gezupft und bei konsequentem Wechselschlag beginnt dann die Wiederholung mit i.
Man muss sich also an einen neuen Fingersatz rechts für die Wiederholung gewöhnen.
Bei solchen Kinderliedern ist das natürlich kein Problem, aber bei anspruchsvolleren Passagen finde ich es nützlich, den Wechselschlag bei einer langen Note bewusst zu unterbrechen, um zwei mal den gleichen Fingersatz rechts für die gleiche melodische Phrase spielen zu können.

Interessantes Thema übrigens...

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Re: Wechselschlag, Saitenübergänge, Übungen

Beitragvon Heike » Do 23. Feb 2017, 12:08

An so einer Stelle wie von @Courante genannt, würde ich NIE auf Wechselschlag bestehen. Noch eine in Stein zu meißelnde These: Gleicher Notentext, gleicher Fingersatz.

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Re: Wechselschlag, Saitenübergänge, Übungen

Beitragvon Bernd C Hoffmann » Do 23. Feb 2017, 12:18

Stimmt. courante bringt ein Beispiel, das mir nicht gleich präsent war. Ich hatte schon Stücke, wo beim Beibehalten des Wechselschlags Saitenwechsel mit gekreuzten Anschlagsfingern erforderlich wären. Spätestens da wird es sehr aufwändig.

Zu "gleicher Notentext, gleicher Fingersatz": Es hängt auch von dem ab, was vorher war und später kommt. Daneben denke man nur an die Bearbeitungen von Julian Bream. Spätestens dann sollten einem die Lampen angehen.
Liebe Grüße
Bernd
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klaus
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Re: Wechselschlag, Saitenübergänge, Übungen

Beitragvon klaus » Do 2. Mär 2017, 08:49

Hallo...

Thomas schreibt ...
Finger durchziehen....
Nur in der Gitarren – Methodik kommt diese seltener vor.

Richtig ..
Wo das Thema ziemlich bewusst behandelt wird ist in:
J.L.Lopategui:
Introducción al estudio de la guitarra: Método preliminar progresivo.
Mehr als ein weiters Gitarrelehrbuch, ist das für mich eher ein Begleitheft zu anderen Gitarreschulen.
Obwohl auch hier erstmal das "Laufen" gelernt wird(Wechselschlag) . Wird die Fingerwiederholung, egal ob auf der selben Saite oder Saitenwechsel ziemlich ernsthaft behandelt. Darin kommen auch in diesen Beiträgen beschriebenen Probleme vor.

Lopategui hat dazu auch ein eigenes Spielzeichen angegeben. : Den Fingerbuchstaben + einer Linie, wie lange oder wohin der Finger anschlagen soll.
Für Lopategui schien das nur eine weitere Anschlagmöglichkeit zu sein, denn in den Texten geht er nicht speziell darauf ein.
Das Ganze ist aufgebaut mit Anweisungen ...sich führen lassen..., aber dann auch suchen und finden lassen, sodass der Schüler in der Fingersatzentscheidung schon vom Beginn an mit einbezogen wird.

Bernd schreibt:
...Pepe Romero ... das bewusste Anspannen und Entspannen der Hände ...


Es kommt schon an anderen Stellen vor, dass diese Technik oft mit P.R in Verbindung gebracht wird. Als wäre es eine von ihm entwickelte Technik...
Aber man sollte für unsere Neueinsteiger vielleicht doch betonen, dass dieser Bewegungsablauf vom Vorbereiten der Greiffinger, das Zupacken und dann die Entspannung der beteiligten Muskeln die Grundlage für ein ökonomisches Spiel ist, in dem man seine Kräfte sinnvoll einsetzt. Ausserdem, so paradox das klingt: somit wird auch erst schnelles Spielen möglich.
In der Gitarreliteratur gibt es schon in der Klassik Etüden, die diesen Bewegungsablauf trainieren sollen.
Das Thema hörte man im Studium oder bei Kursen immer angesprochen. Auch in den Meisterkursen mit anderen GitarregröBen ist das immer wieder ein Thema.
Was P.R. auszeichnet ist, dass er nie müde wird, in seinen Kursen auf dieses Thema und seine Bedeutung immer wieder hinzuweisen.

Um nochmal auf dieses Werk Lopateguis zurückzukommen:
Hier gibt es auch spezielle Übungen, um die Spannung und Entkrampfung zu praktizieren.

Zum Schluss können wir noch einmal einem GroBmeister zum Thema Wechselschlag auf die Finger gucken, gleich in der ersten Minute können wir hier Bream sehen, wie er munter mit EINEM Finger über die Saiten spaziert.

viewtopic.php?f=42&t=3284

L.G.

Klaus

aläx
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Re: Wechselschlag, Saitenübergänge, Übungen

Beitragvon aläx » Sa 4. Mär 2017, 19:15

Hallole Gitarristengemeinde :D ,

bin mal wieder aktiv und gebe meinen Senf dazu 8-)

Ich hatte vor langer Zeit Unterricht bei einer direkten Schülerin von Julian Bream.
Das erste was ich dort machen musste war der konsequente Wechselschlag (damals sogar konsequent apoyando).
Das ist wirklich hart aber eine gute Schule.
Soweit ich das beurteilen kann, ist man mit dieser Technik zunächst mal auf der sicheren Seite.
Ab dann kann man sich Gedanken machen was noch so geht und ob es Sinn macht.
Das Durchziehen mit einem Finger kanne ich auch und praktiziere es auch. Gesehen habe ich es zurest bei Elliot Fisk.
Tolle Technik aber auch sehr übungsintensiv.
Ich spiele inzwischen auch E-Gitarre und da gibt es auch das Alternate Picking oder das Economic Picking und das SweepPicking.
In jedem Dieser Bereiche gib es Leute die das perfekt beherschen (Bsp. Alternate Picking, Steve Morse, Al di Meola, Economy; Frank Gambale, Eric Johnson) wobei Sweep Picking nur bei Arpeggios angewendet wird.
Ich habe viel Zeit verschwendet, alles zu lernen und bin jetzt auch auf der E-Gitarre darauf gekommen, dass man erst mal gehen muss bevor man laufen kann.
Heißt 8-) Alternate Picking und auf der Klassikgitarre ist es eben vergleichbar der konsequente Wechselschlag :o
Jedenfalls habe ich inzwischen die Freiheit davon abzuweichen und mir für heikle Stelle etwas alternatives wie Finger durchziehen überlege und auch anwende (z.B 2.te Etüde von Villa Lobos).
Nun gut hier noch ein tolles Beispiel wie man mit verschiedenen Techniken eine schier unglaubliche Nummer spielen kann.
Ich habe das live gesehen und es ist wirklich beeindruckend.
https://www.youtube.com/watch?v=MQ9PRzIyzFA

viel Spaß und man muss auch nicht alles können.

tschau aläx


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