Gitarre bis 1000 EUR

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Klampfenkarl
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Re: Gitarre bis 1000 EUR

Beitragvon Klampfenkarl » Di 6. Jul 2021, 00:54

Die Carbon-Saiten von Knobloch kenne ich nur als CX 400 ADC. Dass die hohe E-Saite sich besonders hart anfühlt, liegt auch daran, dass sie dünner und biegesteifer ist als eine Nylon-Saite. Ich persönlich bin komplett weg von Carbon-Saiten, weil mir die hohe E-Saite bei allen bisher getesteten Marken auf Dauer zu schrill ist. Nylonsaiten klingen zwar im direkten Vergleich erstmal nicht so brillant wie Carbon, aber das Ohr gewöhnt sich schnell um. Und dann erfreut man sich am weicheren Klang der Nylons.
Wenn du bei Carbon bleiben willst, kann ich die Dogal Diamante 127B Standard Tension empfehlen. Die sind carbonhaltig, aber trotzdem nicht so hart wie die Knobloch. Die hatte ich mal auf meiner Amalio Burguet 3M, auf der sie einen sehr schönen trennscharfen Klang hatten. Auf ihr waren meine Lieblingssaiten etwas undifferenziert.
Meine Lieblingssaiten sind die Pepe Romero GLOW. Die geben zwar an, Low Tension zu sein, fühlen sich aber an wie Medium Tension. Einziger Nachteil: sie müssen während des Spielens nachgestimmt werden, weil sie sehr temperaturempfindlich sind. Aber der Klang ist es wert.

Wie docsteve schon schrieb, hat jede Gitarre die für sie besten Saiten.

Charlie
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Re: Gitarre bis 1000 EUR

Beitragvon Charlie » Di 6. Jul 2021, 05:52

Gitarrenjan hat geschrieben:Ich kann jetzt die Spanische Romanze leicht ruckelig spielen

Hallo Gitarrenjan,
es macht Freude, Deine Zeilen und Deine Begeisterung für Gitarren zu lesen!

Die Spanische Romanze bietet in meinen Augen ein hohes Potential, an seinem eigenen spielerischen Ausdruck zu feilen, da es einerseits eine sehr schöne Melodie ist, sie andererseits aber ganz schnell in trivialen Kitsch oder Langeweile abgleiten kann. Da jetzt einen eigenen auch innerlich gefühlten Ausdruck zu finden, ist für mich immer wieder spannend … mindestens ebenso spannend, wie mit neuen Saiten zu experimentieren ;-) Hier liegen Savarez New Crystel bereit, auf die ich auch schon gespannt bin.

Und als weiteres Experimentierfeld kommt meiner Meinung nach die rechte Hand immer zu kurz: Anschlagswinkel, -druck und Ort, Fleisch-Nagel-Verhältnis, Nagelform, -länge und Nagelfinish … Auch hier steckt eine Fülle von Klangmöglichkeiten, die mich meine Gitarre immer wieder neu entdecken lassen.

Mal eine technische Frage: ist bei einer 54-iger Sattelbreite eigentlich der Saitenabstand am Steg auch größer?

Viele Grüße
Charlie

rwe
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Re: Gitarre bis 1000 EUR

Beitragvon rwe » Di 6. Jul 2021, 11:15

docsteve hat geschrieben:Bei einem Preis unter 20€ für einen Satz würde ich auf jeden Fall wechseln und testen.
Ich gehe dabei zwischendurch immer wieder auf einen "Referenzsatz" zurück, also A - B - A - C - A - D ..., bis ich einen neuen "Referenzzsatz" gefunden habe.

Gitarrenjan
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Re: Gitarre bis 1000 EUR

Beitragvon Gitarrenjan » Di 6. Jul 2021, 11:47

Hallo,

leider hat sich bei meinen Angaben in meinem Beitrag vom 05.07.2021 tatsächlich ein Fehler eingeschlichen.
Auf meiner HANIKA 58 habe ich KNOBLOCH ACTIVES CX Carbon Double Silver 400 ADC aufgezogen. Ich habe es korrigiert. Meine ursprüngliche Angabe (400 ACR) bezog sich nur auf den Diskantsatz. Danke für den Hinweis!

Gitarrenjan
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Re: Gitarre bis 1000 EUR

Beitragvon Gitarrenjan » Di 6. Jul 2021, 12:37

Hallo,
hier einige Maße vom Griffbrett meiner guten Konzertgitarren:
Gemessen habe ich jeweils am Sattel (oben am Kopf), Mitte Saite e1 bzw. E6 bis zur Griffbrettkante (nicht Sattelkante, da die Sättel bei mir teilweise etwas kürzer sind).
Dann noch einmal Mitte Saite e1 bzw. E6 am 12. Bund bis zur Griffbrettkante.

Ich kenne das Problem. Man rutscht schon mal (meist bei der Saite e1) seitlich mit der Saite vom Griffbrett. Das hängt aber nicht nur von den hier gemessenen Maßen ab, sondern auch von dem Winkel der Bundstäbe-Seiten.

Amalio Burguet -------- SB 52: Sattel e1 5,0 ; E6 5,0 ----- 12. Bund e1 7,0 ; E6 8,2

Hanika 58 -------------- SB 52: Sattel e1 5,4 ; E6 5,4 ----- 12. Bund e1 5,4 ; E6 7,3

Hopf Gran Concierto -- SB 54: Sattel e1 5,5 ; E6 5,5 ----- 12. Bund e1 7,4 ; E6 8,0

Die Gitarrenbauer scheinen das Problem nicht so sehr zu berücksichtigen. Ich könnte mir aber vorstellen, dass man bei einem Auftragsbau diese Maße beeinflussen kann.
Das "Seitenabstandsmaß" ist bei meiner Gitarre mit der Sattelbreite (SB) 54 mm minimal größer.

Gruß Christian

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Re: Gitarre bis 1000 EUR

Beitragvon Gitarrenjan » Mi 7. Jul 2021, 12:00

Wenn man das jetzt umrechnet, kommt man bei den Gitarren

mit Sattel 52 auf einen Saitenabstand von 8,2 bis 8,4 mm,

mit Sattel 54 auf einen Saitenabstand von 8,6 mm.

Ich merke da beim Spielen fast keinen Unterschied.

Gitarrenjan
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Re: Gitarre bis 1000 EUR

Beitragvon Gitarrenjan » Mo 19. Jul 2021, 17:06

@ Klampfenkarl

Hallo,
ich habe mir die empfohlenen Saiten von DOGAL besorgt, warte jetzt aber noch mit dem Aufziehen.
Es ist eigenartig. An manchen Tagen ist mein Klangempfinden anders. Heute dachte ich, dass die alten Saiten, die ich auf meiner Amalio Burguet 2m spiele, vielleicht doch gehen. Also warte ich noch mit dem Wechsel.
Trotzdem vielen Dank für die Empfehlung!

Liebe Grüße Christian

Klampfenkarl
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Re: Gitarre bis 1000 EUR

Beitragvon Klampfenkarl » Mo 19. Jul 2021, 23:33

Gitarrenjan hat geschrieben:An manchen Tagen ist mein Klangempfinden anders.

Geht mir genauso. Hat vielleicht auch etwas mit dem Wetter zu tun (Luftfeuchtigkeit, Temperatur), dass die Gitarre anders klingt. Es gibt Tage, da gefällt mir der Klang des einen Instruments besser und Tage, da gefällt mir ein anderes Instrument besser. Da freue ich mich, eine Auswahl verschieden besaiteter Gitarren unterschiedlichen Charakters zu haben.


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