Hanika 34P

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Tino
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Hanika 34P

Beitragvon Tino » Mo 4. Feb 2019, 18:13

Hallo meine Lieben!

Kann mir jemand Auskunft geben über die Hanika 34P?
Ich weiß nur, dass sie eine (vollmassive) Fichtendecke hat und als Bodenholz Palisander (P) verwendet wurde.
Was hat die damals neu gekostet? (Baujahr ´93) und um welche Klasse handelt es sich demnach, Mittelklasse?

Was wäre ein solches Stück in nahezu neuwertigem Zustand heute Wert?
Interessant ist die Gitarre für mich vor allem wegen der 62er Mensur.

Ich danke Euch!

PS: Was denkt ihr würde ein Vergleich zur Hanika 50 PF (63er Mensur) ergeben (Verarbeitung, Klang, Bespielbarkeit ...)?
Merci!

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Bernd C Hoffmann
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Re: Hanika 34P

Beitragvon Bernd C Hoffmann » Mo 4. Feb 2019, 22:17

Hallo Tino,

bezüglich der Preisfrage würde ich Dir empfehlen, dass Du Dich direkt an Armin Hanika wendest. Er wird es am Besten wissen. Da er wahrscheinlich alte Unterlagen durchforsten muss, würde ich etwas Wartezeit einplanen.
Liebe Grüße
Bernd
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Tino
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Re: Hanika 34P

Beitragvon Tino » Di 5. Feb 2019, 07:38

Danke für den Tipp! Dass ich da nicht selbst drauf gekommen bin ... :P

wolfgang
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Re: Hanika 34P

Beitragvon wolfgang » Di 5. Feb 2019, 08:28

Hallo Tino,
hast Du die Gitarre in der Hand gehabt, oder nur eine Anzeige gesehen? Mir fällt spontan die Halsdicke ein, die Hanika mit den Modellen seit 2016 verringert hat. Die meisten Modelle hatten von 2016 einen D-Hals. Die Hanika 50er haben jetzt einen D-1 Hals. Was diese Angaben bedeuten kannst Du auf der Options-Seite auf der Hanika-Webseite dir anschauen und abschätzen. Bis ich den C-1 Hals hatte, hielt ich den D-Hals für das nonplusultra, weil meine alte Landola noch viel wuchtiger war. Gewöhnen kann man sich an alles, aber Vorlieben bilden sich dennoch heraus.
Frei nach Erich Fromm 'Haben oder Sein': Wenn ich schon nicht spielen kann wie Eric Clapton, möchte ich wenigstens seine Gitarre haben.

Tino
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Re: Hanika 34P

Beitragvon Tino » Di 5. Feb 2019, 09:23

Hallo Wolfgang,
danke für deine Zeilen.

Ich hatte die Gitarre noch nicht in der Hand.
Dieses Model wird derzeit "in der Bucht" angeboten, allerdings als "34PF".
Interessant ist, dass das angebotene Model nahezu neuwertig ist.
Sogar der Empfehlungsaufkleber der EGTA klebt noch tadellos drauf.

Letztendlich habe ich mich nun doch dagegen entschieden. Nicht zuletzt ist auch dein Argument entscheidend. Ich befürchte, dass der Hals zu dick ist.
Die Gitarre soll zum 10. Geburtstag verschenkt werden. Das Kind ist eher klein und hat demnach auch "recht kurze" Finger. Weiterhin ist der Preis zu hoch, Startpreis: 730€.
Ich habe Rückmeldung von Hanika, die 34PF hatte 1993 einen unverbindlich empfohlenen Endverkaufspreis von 936.- DM. Da sollte der Verkäufer
(trotz des sehr guten Erhaltungszustandes) vielleicht noch 200€ runter gehen. Und außerdem (bitte jetzt nicht lachen) gefällt mir die Schalllochrosette der 34PF überhaupt nicht.
Die der 50PF oder aber der 54PF sind zum verlieben! Und die gibt es ja als 63er Mensur, die 54PF sogar mit 48mm Sattelbreite. - Nur wo gibt es die gebraucht?

Ich fand eben nur die 62er Mensur interessant (Wechsel von 3/4 auf 62er Mensur ist m.M. nach optimal) und, dass die angebotene Gitarre in einem sehr guten Zustand ist.

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Re: Hanika 34P

Beitragvon bassklampfe » Di 5. Feb 2019, 10:16

Drei Dinge: 936 DM in Euro macht grob geteilt durch 2 etwa 470 Euro. 25 Jahre alt macht je nach Zustand max. 50-60 % vom Neupreis also rund 240-260 Euro. Kein Koffer, dafür top Zustand (vermutlich, aber eben auch nie gespielt) evtl noch mit Aufschlag. Dennoch, der Preis ist absurd.

PF = Palisander/Fichte, die Bezeichnung ist korrekt. Die Rosette ist tatsächlich zweitrangig. ;)

Kind 10 Jahre, eher klein, kurze Finger – ist da die Mensur von 62 cm nicht noch etwas zu groß? Was meint der Lehrer/die Lehrerin dazu? Ein 48er Hals ist nix, das ist zu schmal für diese Größe. Ich würde mir die Frage stellen, ob man nicht noch etwas warten soll und dann auf ein normal großes Instrument wechselt, das dann auch lange gespielt werden kann, zumal du ja wohl bereit bis ein bisschen mehr zu investieren.
______________
Gruß
bassklampfe

Tino
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Re: Hanika 34P

Beitragvon Tino » Mi 6. Feb 2019, 14:26

Vielen Dank an alle für euere rege Anteilnahme!

@ bassklampfe: Betreffend der Gitarrengröße: Noch ist mein Sohn 9 1/4, wird im Oktober 10 Jahre alt. Momentan ist er schon altersentsprechend groß, aber eben nicht "groß und schlank"
(und die "Großen" haben ja dann eben eher lange & schmale Finger). Aber da alle anderen (3) Jungs ähnlichen Alters (und ähnlicher Statur) beim Ensemblespiel bereits eine größere Gitarre besitzen
(mindestens 7/8, wenn nicht sogar 4/4), dachte ich, er möchte in nächster Zukunft auch eine größere. Die Jungs scheinen damit gut zurecht zu kommen.
Er kommt aber eigentlich momentan sehr gut klar mit seiner 3/4 - Hopf / Hellweg CJ10, aber nicht unbedingt "besser" als die anderen.
Die Gitarrenlehrerin meinte letztens mal beiläufig, dass es schon noch ein bisschen Zeit hat für die nächste Größe.
Aber ein 3/4 Jahr bis zum 10. Geburtstag (Geschenk!) ist doch noch "ein bisschen" (habe ich gedacht), oder? Bis dahin wächst er ja noch. Also sollte eine 7/8 dann vielleicht "ganz gut passen". (?)
Und wenn er beim Gitarrespielen bleibt, kann er sich (oder "wir uns") später immer noch eine "noch bessere" (4/4) leisten, habe ich gedacht,
z.B. von meinen Lieblings-Gitarrenbauern Oliver Klapproth oder Christina Kobler.

Liebe Grüße!
Tino

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Re: Hanika 34P

Beitragvon Andique » Mi 6. Feb 2019, 14:44

Sorry, ich habe diesen Beitrag zuerst im falschen Thread geschrieben, daher verschiebe ich ihn hierher. Vielleicht kann Bassklampfe seine Antwort auch hierher verschieben, da ich darauf gerne antworten würde.

"Unglaublich, was manche für absurde Preisvorstellungen haben :shock: Ich habe für meine Hopf "Gran Concierto" weniger bezahlt (wenn man den Preis der Zugfahrt mitberechnet genauso viel).
viewtopic.php?f=50&t=4691
Ich vermute, dass die Auktion abläuft ohne ein Gebot. Dann stellt der Verkäufer das Ganze vermutlich günstiger wieder ein. Wenn du wirklich an der Gitarre interessiert bist, würde ich die Preise für andere 7/8 Gitarren recherchieren und dem Verkäufer ein vernünftiges Angebot machen. Sehr wahrscheinlich findest du aber bessere Angebote.
Rein optisch gefällt mir die Gitarre überhaupt nicht. Wenn der Klang genauso "schlicht" ist wie die Optik der Gitarre ... Hier wäre ein Antesten wirklich nötig.
Was mich aber immer wieder ärgert ist, dass manche Gitarrenmanufakturen oder Gitarrenhändler es nicht lassen können irgendwelche Aufkleber auf die Brücke zu kleben.
Ich hatte mal das Problem bei einer Höfner HGL 5 mit einer offenporigen, matten Lackierung. Da hat sich der Kleber bis in's Holz reingefressen und übrig blieb ein hässlicher, sehr dunkler Fleck auf dem Steg.
Dass der Verkäufer diese Gitarre im Titel als "Meistergitarre" bezeichnet, macht es auch nicht besser. :x "
liebe Grüsse, Andreas

Das Leben ist kein Problem, dass man lösen muss, sondern eine Wirklichkeit, die es zu erfahren gilt.

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Bernd C Hoffmann
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Re: Hanika 34P

Beitragvon Bernd C Hoffmann » Mi 6. Feb 2019, 15:02

Hallo Tino,

aus meiner Unterrichtspraxis kann ich Dir sagen, dass auch kleinere Jungs mit 10 Jahren sehr oft mit einer 4/4 Größe zurecht kommen. Um auf Nummer sicher zu gehen, muss man einen kleinen Trick anwenden, den ich (bzw. der damalige Gitarrenbauer) umgesetzt hat: Man tauscht den Sattel aus gegen einen, der zwar auch über die volle Breite von 52 mm geht, jedoch sind die Kerben von der E1 in Normalposition bis E6 so positioniert, als hätte man eine 48er oder 50er Halsbreite. Die E6 liegt also weiter im Griffbrett. Wenn das Kind mit der Hand aus der Gitarre heraus gewachsen ist, dann tauscht man den Sattel wieder gegen einen normalen aus. In den 1990er Jahren hatte ich öfters Gitarren mit diesem Sattel bei Manfred Pletz bestellt.

Falls die Mensur wegen der Spreizfähigkeit kleiner Hände Probleme macht, dann stimmt man die Gitarre 2 oder 3 Halbtöne herunter und setzt ein Kapo auf den 2. oder 3. Bund. Ein Lehrer kann das sofort beurteilen, indem man das Kind einen C- und G7-Akkord greifen lässt. Das "überstehend" erscheinende Griffbrett sieht zwar im ersten Moment etwas gewöhnungsbedürftig aus, erfüllt aber seinen Zweck und schont den Geldbeutel vor einer zweiten Investition. Zudem kann man höher investieren und schenkt seinem Kind damit ein schönes Maß an Selbstmotivation.
Liebe Grüße
Bernd
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rwe
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Re: Hanika 34P

Beitragvon rwe » Mi 6. Feb 2019, 15:29

Bernd C Hoffmann hat geschrieben:Um auf Nummer sicher zu gehen, muss man einen kleinen Trick anwenden, den ich (bzw. der damalige Gitarrenbauer) umgesetzt hat: Man tauscht den Sattel aus gegen einen, der zwar auch über die volle Breite von 52 mm geht, jedoch sind die Kerben von der E1 in Normalposition bis E6 so positioniert, als hätte man eine 48er oder 50er Halsbreite.


Das ist eine sehr schöne Idee, kannte ich noch nicht. (Das Thema "Kapo" hingegen schon.)


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