Gitarre bis 1000 EUR

Konzertgitarren, Gitarrenbauer & Themenverwandtes
Gitarrenjan
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Gitarre bis 1000 EUR

Beitragvon Gitarrenjan » Mo 6. Apr 2020, 17:30

Hallo,

ich lese schon seit längerer Zeit die Beiträge in diesem Forum. Vieles war ein Gewinn für mich, da ich eine sehr eingeschränkte Einsicht in die Musikwelt besitze.

Jetzt habe ich mich doch einmal hier angemeldet, in der Hoffnung, dass ich ein paar Tipps bekomme. Ich habe als Kind das Klavierspielen gelernt, aber später nicht weiter verfolgt, da ich eher Techniker bin. Das Gitarrespielen hat mich immer schon etwas interessiert und ich habe mir auch Grundkenntnisse (vorwiegend selbst) beigebracht. Mein Stand: Akkorde, Gesangsbegleitung im Wohnzimmer (Lagerfeuer).

Leider habe ich zurzeit meine linke Hand verletzt (Sportverletzung; Sehnenriss), sodass ich viel Ruhe habe. Hinzu kommt, dass ich jetzt eigentlich im "Süden" wäre, was ja leider nicht geht (Corona). Ich bin Pensionär.

Also habe ich viel Zeit und suche im Netz schöne Gitarren. Ich möchte diese ruhige Zeit nutzen, um mir ein neues Instrument zuzulegen, damit ich in einigen Monaten vielleicht etwas Zupfen lerne. Ich hätte auch Lust etwas Klassik zu spielen.

Ich besitze eine Klein-Sammlung an Gitarren. Die beste ist aus meiner Sicht eine Raimundo 118 Zeder, die nur leider etwas beschädigt ist und deswegen den Platz im Wohnzimmer nicht mehr würdevoll ausfüllt. Auch eine Höfner HZ23 Zeder besitze ich, die mir und meiner Frau (die auch etwas spielt) zu "dumpf" im Ton ist.

Jetzt müsste es klar werden. Ich suche eine schöne Konzertgitarre für das Wohnzimmer.

Wie ist es bei euch? Wenn ihr zu Freunden kommt und dort eine schöne Gitarre seht, habt ihr dann nicht auch Lust, diese einmal auszuprobieren? So soll es auch bei mir sein. Ich möchte mich an dem Instrument erfreuen und es soll auch eine Aufforderung für andere sein, damit zu spielen.

Ich habe hier alle Tipps gelesen: In die Läden gehen, Instrumente anspielen... Das möchte ich nicht, hat bei mir auch keinen Zweck. Bekannte, die helfen könnten, habe ich auch nicht. Deswegen möchte ich mir ein Instrument bestellen. Meine Vorstellung:

500 - 1000 EUR, dunkler Palisander-Korpus (möglichst Vollholz), Decke Vollholz Fichte oder Zeder, normaler Hals 52 mm, Hochglanzlackierung.

Ich habe gefunden:
Hanika 54PC 1090,00 EUR
Duke Meister 860,00 EUR
Alhambra 7p 790,00 EUR
Alhambra 4p 550,00 EUR (Reicht die vielleicht auch? Kein Vollholz-Körper)
Juan Hernandez Estudio 970,00 EUR
Höfner HM 80 Z 999,00 EUR

Jetzt würde mich interessieren, auf welcher dieser Gitarren würdet ihr am liebsten spielen, wenn ihr mich besuchen würdet?
Andere Hersteller sind mir eher unbekannt. Könnt ihr mir noch etwas anderes empfehlen. Es wäre schön, wenn ihr mir nicht nur einen Namen nennt, sondern auch eine Modellbezeichnung.

Liebe Grüße Jan

Karel
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Re: Gitarre bis 1000 EUR

Beitragvon Karel » Mo 6. Apr 2020, 17:57

Hallo Jan, schöne Idee, das Forum einzubeziehen. Ich bin als Hobby Gitarrist im Segment 1000,-bis 2500,- eur Gitarren unterwegs und habe auch schon viel probiert, weil neugierig und gitarrenbegeistert. Deine Auswahl ist gut recherchiert, Gratulation. Da es bei diesen Instrumenten doch eine Streuung gibt, kann man so kaum sagen, dass du mit diesem Model einen Volltreffer machst, mit einem anderen eine Niete ziehst. Handelt es sich um die Alhambra 7C oder 7P? Du müsstest alle angeführten Gitarren testen können, was auch nach Corona schwierig sein wird, denn zumindest ein einziges Geschäft wird kaum alle Modelle vorrätug haben. Die Alhambra 4 würde ich eher streichen. Eine 7C kann sehr gut sein, muss aber nicht. Ebenso die Hanika, finde ich zumindest. Duke hat gute Qualität (Made in China und von Hanika vor der Auslieferung geprüft?). Und letztlich gilt das auch für die Juan Hernandez und die Höfner (wobei, wenn ich bedenke, eine richtig gute Höfner in diesem Preissegment zu finden, ist eher schwer). Meine besten Gitarre unter 1000,- sind zwei Martinez Gitarren, was mich selber überrascht hat, aber es ist einfach wahr: Eine Martinez Professional Torres Fichte und eine Martinez Professional Hauser Fichte, gibt es derzeit nur bei Granadianguitars online je unter 900,- inkl. Porto und Koffer. Die Leute dort sind freundlich, du kannst mit denen sicher über eine Rücksendung bei Nichtgefallen sprechen (würde ich vor einer Bestellung regeln, dann kann nichts schiefgehen). Maxguitars in Holland will, wen er eine solche Martinez anbieten, 1300,-! Aber es wird zu allem andere Meinungen geben, hier im Forum.
Alles Gute für Dich
Karel

rwe
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Re: Gitarre bis 1000 EUR

Beitragvon rwe » Mo 6. Apr 2020, 19:49

Wäre es eine Alternative, es bis zum "Corona-Ende" mal mit neuen Carbon-Saiten auf der Höfner zu probieren?

ANspielen würde ich persönlich am liebsten die Duke und die Hernandez - weil ich von den anderen Herstellern bereits viele Modelle kenne. Selbst spielen? Hmm, vielleicht die Hanika. Ohne eben die Duke zu kennen. Letztendlich würde ich aber eher nach einer gebrauchten Ausschau halten. Und persönlich würde ich auch immer Hopf in Erwägung ziehen, damit habe ich in den verschiedensten Preisklassen persönlich immer gute Erfahrungen gemacht (und habe selbst auch 4 Instrumente hier im Haus, von der Einfachst-Wandergitarre bis zur Virtuoso).

Klampfenkarl
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Re: Gitarre bis 1000 EUR

Beitragvon Klampfenkarl » Mo 6. Apr 2020, 19:58

Ich habe auch schon einige Gitarren bis 1.000 € angespielt und mir schließlich eine Valdez Modell 14 mit Fichtendecke gekauft. Listenpreis 990 € und von den von mir angespielten (darunter auch Hanika) in meinen Ohren das beste Instrument in dieser Preisklasse. Kleiner Nachteil: das Instrument ist etwas schwerer (1,8 kg) und der Korpus ist ca. 1 cm tiefer als andere Gitarren; deshalb passt sie nicht in jeden Koffer.

Eine Valdez 14 mit Zederndecke habe ich auch angespielt, aber die war mir im Klang zu hart.

Ich hatte auch eine Duke Meister F, ein sehr schönes Instrument mit einem schönen Klang; aber die habe ich wieder verkauft, weil die Valdez klanglich deutlich mehr Tiefe hat. Die Duke hat ein flacheres und leichter bespielbares Halsprofil als die Valdez; die Mechaniken sind auch besser, weil teflongelagert. Was ich an der Duke nicht so schön finde, ist, dass sie kein Ebenholzgriffbrett hat. Da müsste man zur Duke Meister ST greifen. Mir war auch die erste Saite zu nah am Griffbrettrand.

Die aufgelistete Hanika 54 PC ist übrigens nicht hochglanzlackiert.

Ich weiß natürlich nicht, wie die Serienstreuung ist, deshalb würde ich persönlich nie eine Gitarre ohne Probespielen kaufen. Aber wenn sie in erster Linie den Gästen gefallen soll, ist man weder mit der Duke noch mit der Valdez falsch beraten. Und wenn man sie online bestellt, hat man ja noch das 14-tägige Rückgaberecht.

grenner

Re: Gitarre bis 1000 EUR

Beitragvon grenner » Di 7. Apr 2020, 07:02

Ich würde mir auch noch die Camps M10 ansehen. Liegt online knapp unter 1000 € und entspricht dem was man sich unter "spanischer" Gitarre sich vorstellt. Ist sozusagen der Kontrapunkt zur Hanika als "deutsche" Gitarre.

Bertram
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Re: Gitarre bis 1000 EUR

Beitragvon Bertram » Di 7. Apr 2020, 11:19

Ich habe eine Hanika 50MF (also, das einfachste Modell von der Firma mit dem geächteten Mahagoni-Korpus).
Bei mir steht sie auch im Wohnzimmer offen und immer griffbereit. Daneben steht ein kleines Djembé (wie schreibt man das?), so dass hier ruck-zucki Musik gemacht wird.
Die Gitarre als solches ist einladend. Beinahe jeder der mal eine in der Hand gehabt hat, wird das wieder machen wenn denn eine griffbereit dasteht. Da brauchst du dir, glaube ich, keine Sorgen zu machen.

Und der ganz einfach Trick zum Einladen zum Spielen: nur eine oder zwei parat haben, dann ist der Besuch auch nicht so wählerisch. :D


Wenn du nicht warten willst auf die Post-Corona-Zeit um wieder in einen Laden zu gehen, würde ich (als Laie) ruhig eine Gitarre bestellen. Die kannst du ja wieder zurückschicken wenn es denn nötig sei sollte.

Auf jeden Fall viel Spass mit deiner Wohnzimmerrgitarre. Es ist schön wenn der Besuch mitspielt.

WGgitarre
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Re: Gitarre bis 1000 EUR

Beitragvon WGgitarre » Di 7. Apr 2020, 15:59

ja mei, 1000 teuros mußte ich nicht ausgeben für eine meistergitarre, die jetzige habe ich von hr. Hartwig in münchen bekommen u. hat nur 1/4 von 1tsd. E. gekostet. noch billiger geht es nur wenn man eine gitarre selbst macht. allerdings wenn man die jemals wieder verkaufen möchte seis weil man zu alt ist zum spielen dann läßt man diese laut testament mit ins grab legen, denn wir deutschen sind sowas von geizistgeil u. kaufen nie nicht bei einem menschen der aus reiner passion gitarren baut die nicht 1% besser od. schlechter sind als sie ein gitarrenbaumeister anfertigen könnte.

wolfgang
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Re: Gitarre bis 1000 EUR

Beitragvon wolfgang » Di 7. Apr 2020, 16:29

WGgitarre hat geschrieben:ja mei, 1000 teuros mußte ich nicht ausgeben für eine meistergitarre, die jetzige habe ich von hr. Hartwig in münchen bekommen u. hat nur 1/4 von 1tsd. E. gekostet. noch billiger geht es nur wenn man eine gitarre selbst macht. allerdings wenn man die jemals wieder verkaufen möchte seis weil man zu alt ist zum spielen dann läßt man diese laut testament mit ins grab legen, denn wir deutschen sind sowas von geizistgeil u. kaufen nie nicht bei einem menschen der aus reiner passion gitarren baut die nicht 1% besser od. schlechter sind als sie ein gitarrenbaumeister anfertigen könnte.

Mit einem 1/4 des Preises bist halt auch schon irgendwie beim Geizistgeil dabei.
Und die Heuristik des Otto Normalverbraucher (der nicht so blöd ist, wie manche glauben) sagt uns halt: "Da is einer, der hats glernt, der lebt davon, der hat schon 100(te) Gitarren gemacht - bei dem hab ich ein besseres Gefühl".
Frei nach Erich Fromm 'Haben oder Sein': Wenn ich schon nicht spielen kann wie Eric Clapton, möchte ich wenigstens seine Gitarre haben.

Klampfenkarl
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Re: Gitarre bis 1000 EUR

Beitragvon Klampfenkarl » Di 7. Apr 2020, 18:16

WGgitarre hat geschrieben:die jetzige habe ich von hr. Hartwig in münchen bekommen u. hat nur 1/4 von 1tsd. E. gekostet.

Es ist ja nicht so, dass man Meistergitarren zu diesem Preis an jeder Ecke nachgeworfen bekommt. Es gehört ja wohl eine ordentliche Portion Glück dazu, so ein Instrument zu finden. Den Namen „Hartwig“ lese ich in diesem Zusammenhang zu ersten Mal.
Habe gerade auf der Hartwig-Website nachgesehen. Da gibt es eine Mittelklasse-Gitarre mit Mahagoni-Korpus für 389 €. Den Preis für die Meistergitarre muss man anfragen. Also wenn du deine Meistergitarre für 250 € bekommen hast, war das sicher ein Freundschaftspreis, oder?

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Re: Gitarre bis 1000 EUR

Beitragvon Bernd C Hoffmann » Di 7. Apr 2020, 18:45

Bei 250 € für eine angebliche Meistergitarre würde ich kritisch hinterfragen, wie dort der Begriff definiert ist. Ich sehe neue Meistergitarren sehr selten unter 3.000 €.
Liebe Grüße
Bernd
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