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Re: Saugnäpfe und Gitarrenlack

Verfasst: Fr 1. Feb 2019, 13:10
von docsteve
Roberlin hat geschrieben:Hallo, weiß jemand, ob Saugnäpfe auf geölten Gitarren problemlos halten?

LG Robin


Meine Martin hat ein offenporiges Finish (womit auch immer) und Saugnäpfe halten nicht. Eine Folie habe ich nicht ausprobiert, die Zargen sind eh zu schmal für meine Stütze.

Viele Grüße Stephan

Re: Saugnäpfe und Gitarrenlack

Verfasst: Fr 1. Feb 2019, 14:37
von bassklampfe
Eigentlich sollte das mit dem Nchlackieren funktionieren, alle Naturlacke kann man aufarbeiten (= anlösen, nachlackieren, ausbessern und polieren). Inwiefern sind Nitrolacke von früher anders als heute? Bei Schellack ist es so, dass jeder Instrumentenbauer sein eigenes "Süppchen" kocht, aber kompatibel zueinander sind die schon.

Re: Saugnäpfe und Gitarrenlack

Verfasst: Fr 1. Feb 2019, 15:00
von Andique
Ich habe das irgendwie so im Kopf, dass alte Nitrolacke mittlerweile verboten sind, da sie giftige Zusatzstoffe enthalten (enthalten haben), die moderne Nitrolacke nicht haben.
Nachtrag:
Die Saugnäpfe haften permanent an meiner Hopf und ich habe noch einmal nachgeschaut. Im Lack an einer Stelle, an der ein grosser Saugnapf haftet, hat sich ein Kreisrand gebildet, ähnlich wie bei einem Trinkglas (Pilsglas) auf einem Tisch. Nicht wirklich schlimm, aber sichtbar.

Re: Saugnäpfe und Gitarrenlack

Verfasst: Fr 1. Feb 2019, 16:45
von bassklampfe
Andique hat geschrieben:Ich habe das irgendwie so im Kopf, dass alte Nitrolacke mittlerweile verboten sind, da sie giftige Zusatzstoffe enthalten (enthalten haben), die moderne Nitrolacke nicht haben.

Nitrolack ist in der Verarbeitung per se gesundheitsgefährdend, wenn man keinen Atemschutz etc. verwendet. Das hat sich nicht geändert, und darum wird er zunehmend weniger eingesetzt.

Andique hat geschrieben:Nachtrag:
Die Saugnäpfe haften permanent an meiner Hopf und ich habe noch einmal nachgeschaut. Im Lack an einer Stelle, an der ein grosser Saugnapf haftet, hat sich ein Kreisrand gebildet, ähnlich wie bei einem Trinkglas (Pilsglas) auf einem Tisch. Nicht wirklich schlimm, aber sichtbar.

Bist du sicher dass es nicht nur ein Schmutzrand ist? Die Reaktion des Lackes müsste nämlich auf der gesamten Fläche sichtbar sein, so ein Rand besteht meist nur aus Ablagerungen.

Re: Saugnäpfe und Gitarrenlack

Verfasst: Fr 1. Feb 2019, 16:56
von Andique
bassklampfe hat geschrieben:
Andique hat geschrieben:Ich habe das irgendwie so im Kopf, dass alte Nitrolacke mittlerweile verboten sind, da sie giftige Zusatzstoffe enthalten (enthalten haben), die moderne Nitrolacke nicht haben.

Nitrolack ist in der Verarbeitung per se gesundheitsgefährdend, wenn man keinen Atemschutz etc. verwendet. Das hat sich nicht geändert, und darum wird er zunehmend weniger eingesetzt.

Andique hat geschrieben:Nachtrag:
Die Saugnäpfe haften permanent an meiner Hopf und ich habe noch einmal nachgeschaut. Im Lack an einer Stelle, an der ein grosser Saugnapf haftet, hat sich ein Kreisrand gebildet, ähnlich wie bei einem Trinkglas (Pilsglas) auf einem Tisch. Nicht wirklich schlimm, aber sichtbar.

Bist du sicher dass es nicht nur ein Schmutzrand ist? Die Reaktion des Lackes müsste nämlich auf der gesamten Fläche sichtbar sein, so ein Rand besteht meist nur aus Ablagerungen.

Heisst das man verwendet heute den gleichen Nitrolack wie damals?

Nach Reinigen der Stelle war der Kreisrand schon noch da (vielleicht etwas weniger sichtbar). Leider habe ich zur Zeit kein Poliermittel da, Bellacura oder so was. Ich mache mir da jetzt nicht so Kopfzerbrechen, ist nicht so wild. Seltsam ist allerdings, dass das nur an einer Stelle ist.

Re: Saugnäpfe und Gitarrenlack

Verfasst: Fr 1. Feb 2019, 17:25
von bassklampfe
Andique hat geschrieben:Heisst das man verwendet heute den gleichen Nitrolack wie damals?

Ich denke schon. Aber ich bin kein Lackier-Fachmann oder Gitarrenbauer. Das Problem sind hauptsächlich die Lösungsmittel, und ohne die geht's nicht. Siehe Tante Wiki:
https://de.wikipedia.org/wiki/Nitrozelluloselack

Re: Saugnäpfe und Gitarrenlack

Verfasst: Fr 1. Feb 2019, 20:37
von Bernd C Hoffmann
bassklampfe hat geschrieben:Bei Schellack ist es so, dass jeder Instrumentenbauer sein eigenes "Süppchen" kocht, aber kompatibel zueinander sind die schon.

Das hat keinerlei Auswirkungen. Wenn die Decke neu lackiert werden soll, dann legt man für ein paar Minuten ein in Alkohol getränktes Tuch drauf, dann ist der Schellack runter.

Re: Saugnäpfe und Gitarrenlack

Verfasst: Fr 1. Feb 2019, 20:41
von Bernd C Hoffmann
Andique hat geschrieben:Ich habe noch eine Zusatzfrage:
Shellack lässt sich "leicht" (leicht für einen Profi) auffrischen.
Kann man das bei Nitrolack auch, insbesondere bei einem alten Nitrolack, der meines Wissens nach eine andere Zusammensetzung hat als moderne Nitrolacke?

Damit kannst Du bspw. zu Christian Stoll gehen. Der hatte für einen früheren Schüler von mir die Lackierung gerichtet. Er schleift den Lack sehr fein ab und erneuert ihn. Die Gitarre hatte vorher einige Macken, die er ebenfalls "ausgebügelt" hat. Die Gitarre sah anschließend aus wie neu, d. h. 6 Jahre nach dem Kauf.

Re: Saugnäpfe und Gitarrenlack

Verfasst: Sa 2. Feb 2019, 11:56
von Andique
Bernd C Hoffmann hat geschrieben:
Andique hat geschrieben:Ich habe noch eine Zusatzfrage:
Shellack lässt sich "leicht" (leicht für einen Profi) auffrischen.
Kann man das bei Nitrolack auch, insbesondere bei einem alten Nitrolack, der meines Wissens nach eine andere Zusammensetzung hat als moderne Nitrolacke?

Damit kannst Du bspw. zu Christian Stoll gehen. Der hatte für einen früheren Schüler von mir die Lackierung gerichtet. Er schleift den Lack sehr fein ab und erneuert ihn. Die Gitarre hatte vorher einige Macken, die er ebenfalls "ausgebügelt" hat. Die Gitarre sah anschließend aus wie neu, d. h. 6 Jahre nach dem Kauf.

Ich würde natürlich zu Achim-Peter Gropius gehen, da näher und bekannter. Um Geld zu sparen würde ich für solche Arbeiten, die auch ein talentierter Semiprofi machen kann, bei zwei Anlaufstellen in näherer Umgebung nachfragen:
in Tübingen: http://www.spielzeugladen-froschgasse.com/georg.html (Geheimtip für Gitarristen, die in der Nähe wohnen);
bei Tübingen: http://www.ullis-gitarrenwerkstatt.de
Ich könnte mir vorstellen 3 verschiedene Lacks auf der Gitarre zu haben:
der Boden kann so bleiben, also Nitrolack
die Zargen mit hartem Polyurethan o.ä., da beansprucht durch Saugnäpfe
die Decke Schellack.
Ich weiss nicht, ob sowas geht. Aber der Lack ist in den nächsten Jahren wirklich kein Problem.
Was eher ansteht ist:
die Stegeinlage kleinen Tick höherlegen, da die Basssaiten in hohen Lagen bei starkem Anschlag etwas schnarren
neue Mechaniken.
Weiss jemand was alte Originalmechaniken, von Sommer glaube ich, noch wert sind? Kann auch BIlder machen, wenn erwünscht.