Wo findet man (gute) Falsetas?

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raytracer
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Wo findet man (gute) Falsetas?

Beitragvon raytracer » Do 9. Jun 2016, 20:46

Hallo, ich suche nach guten Buleria Falsetas, aber finden tue ich kaum was. In den Büchern vom Martinez sind nur ein paar drinne und die paar die man im Netz findet habe ich auch schon alle gelernt. Es gibt zwar ein paar die Tabs verkaufen, aber die Preise sind enorm hoch. Generell scheint es mir so, dass alles im Flamencobereich extremst überteuert ist, egal ob compas apps, Falsetas oder guten Akkordreinfolgen. Weis jemand, wo man welche herkriegt umsonst oder zu einem akzeptablen Preis?
MfG

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Bernd C Hoffmann
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Re: Wo findet man (gute) Falsetas?

Beitragvon Bernd C Hoffmann » Fr 10. Jun 2016, 11:14

Hallo raytracer,

bienvenido!

Was verstehst Du unter "extremst überteuert" und wovon machst Du das abhängig?
Liebe Grüße
Bernd
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raytracer
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Re: Wo findet man (gute) Falsetas?

Beitragvon raytracer » Fr 10. Jun 2016, 13:12

z.b. die tabs von atrafana. habe mir da mal was für 15 € gekauft und es waren nur ein paar kleine licks auf die ich auch selber kommen konnte. Bei anderen Anbietern ist es auch so, dass Noten, die vlt. maximal 1 minute lang gehen locker 10€ aufwärts kosten. In Büchern von graf martinez wiederholen sich die Elemente oft und am Ende warens vielleicht 4 soleas und 4 bulerias. Aber um einen Buleria über 5 minuten zu spielen braucht man ja eine Menge Falsetas und die Preise sind extremst hoch. Für Noten in anderen Bereichen findet man die Tabs meist kostenlos oder wenn für Geld, dann für weitaus weniger.
Oder gibt es Lieder (Bulerias) von bekannten Musikern, die man im Netz auch so findet? Von paco de lucia z.b. findet man zu vielen liedern tabs im Netz, aber da weis ich ja nicht, welches Lied ein Buleria ist.

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Bernd C Hoffmann
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Re: Wo findet man (gute) Falsetas?

Beitragvon Bernd C Hoffmann » Fr 10. Jun 2016, 22:46

Es fällt auf, dass Du extrem schlecht informiert bist. 10 € für gute Falsetas ist nicht zuviel Geld. Auch stimmt Deine Aussage zu klassischen Tabulaturen nicht. Ich habe in den 1990er Jahren über die Zeitschrift Akustik Gitarre meinen Tabulaturservice angeboten, wo ich meine Transkriptionen als Tab-Only in authentischen Rhytmus-Tabulaturen anbot. Bekannte Standardstücke der Mittel- und Oberstufe gab es selten unter 49 DM pro Stück. Auch bot ich das Herausschreiben von Flamencostücken an (natürlich gegen vorhandene Autorisierungsbestätigung). Die Preise wurden auch bezahlt. Ganze Stücke heraus zu schreiben (oder Teile davon, wie es bei Falsetas der Fall ist), ist extrem zeitaufwändig. Deswegen konzentrierte ich mich auf bekannte Titel mit erhöhter Nachfrage. Im Notationsbereich, speziell den Flamenco betreffend, ist eine Geiz ist Geil Mentalität völlig unpassend! Atrafana betreffend ist es weitaus einfacher, sich die Falsetas auf Youtube anzuhören und dort einzusteigen. Ansonsten ist betonen, dass ein Großteil der kostenlos erhältlichen Flamenconotationen gegen geltende Urheberrechte verstößt.

Auch Deine Meinung zu Flamenconetronomen finde ich ausgesprochen abenteuerlich. Woran machst Du Dein persönliches Preisempfinden fest und welche Kompetenz bringt Dich dazu? Das allerbeste Metronom, das ich kenne, kommt aus deutschem Hause und kostet als PC-Version 59,00 €. Ich kenne den Entwickler persönlich. Er ist Informatiker und Gitarrenpädagoge, dazu ein sehr guter Lehrer und Flamencogitarrist. Hierfür war schon letztes Jahr eine Rezension geplant, die ich organisatorisch leider immer wieder verschieben musste. Diese Software müsste allermindestens 89,00 € kosten. Aber dafür ist der Entwickler zu bescheiden. Ich werde dieses Metronom im Rahmen von Flamencoworkshops, die ich hier kostenfrei anbieten werde - ein paar Bulerías-Sequenzen sind auch dabei -, einflechten. Die Version Play kann nur abspielen, wobei man in der Version Full jeden Compás selbst auf vielfältige Weise editieren kann. Insbesondere ist dieses Metronom so editierbar, dass es nicht wie jedes andere nach dem letzten Akkordschlag am Schluss nervig weiter läuft sondern an der gewünschten Stelle stoppt. Man kann die Compases auch "mitnehmen" und im Konzert einsetzen. Der Entwickler macht das permanent mit großem Erfolg.

Hochkarätige Tab-Only-Transkriptionen von vielen Maestros kannst einzeln bei Alain Faucher kaufen. Die sind qualitätiv absolut Spitze und weltweit begehrt; siehe http://www.affedis.com/shop/index.php?m ... ex&cPath=1 . Daneben findest Du auch Transkriptionsbücher bekannter Maestros, die in Standardnotation mit Tab-Zeile versehen sind.

Palo bezogene Falsetasammlungen gibt es von Claudo Worms mit seiner Reihe Duende Flamenco. Oft sind ganze Stücke drin enthalten. Die Preise sind nicht überteuert sondern jeden Cent wert. Abgesehen von Sabicas, Ramón Montoya und Niño Ricardo gibt es von den alten Maestros wie Esteban de Sanlúcar Transkriptionsbücher von Oscar Herrero inkl. CD. Juan Martín hat 2 Sammelbände mit diversen Falsetasammlungen bei Mel Bay inkl. CD und DVD heraus gebracht. Hochwertige Lernliteratur zu gruppierten Palos mit CD gibt es von Manuel Granados. Diverse hochkrätige Flamenconotenbücher sind in der japanischen Edition Gendai erschienen. Die sind allerdings schon größtenteils vergriffen (aber ich habe sie alle ). Weiteres interessantes Material gibt es von Alberto Velez (ich glaube von Oscar Herrero) => http://www.oscarherrero.com

Aus Preisgründen kaufe ich meine Literatur fast nur noch in Madrid bei El Flamenco Vive. Die Ausgaben von Claudo Worms, bei denen Oscar Herrero meist Co-Autor ist, findest Du hier: http://www.elflamencovive.com/spanish/c ... aude+Worms

Im Grunde ist alles in astreiner Qualität legal erhältlich. Man muss nur wissen, wo man sucht.

Insbesondere muss deutlich klargestellt werden, dass weit über 90 % der kostenfrei verfügbaren Flamenconotationen im Internet einerseits miserabel in TAB übertragene Kopien der Edition Gendai sind. Der Rest ist unvollständig und grob fehlerhaft und oft gar nicht spielbar. Daher können die Anbieter tatsächlich nur froh sein, wenn sich irgend jemand Unbedarfter versehentlich an ihrem völlig überflüssigen Superschrott vergreift. Diesen Mist habe ich schon vor Jahren analysiert und bin heilfroh, dass ich (auch teilweise viel) Geld für seriöse Ausgaben bezahlt habe. Man weiß den Wert, den geleistet hat, zu schätzen. Auch macht das Lernen mit solchen Ausgaben viel mehr Spaß, weil das Material nicht von ausgiebig starken Dummschwätzern bearbeitet wurde sondern von Gitarristen, die sich damit einen internationalen Namen gemacht haben und selten Fehler produzieren.
Liebe Grüße
Bernd
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Re: Wo findet man (gute) Falsetas?

Beitragvon raytracer » So 12. Jun 2016, 21:55

mir geht es nicht um Transkriptionen sondern um licks. die von deoromusic.com habe ich auswendig gelernt und im netz immer mal wieder welche gefunden bzw. gekauft und mehrere bücher durchgearbeitet. aber ich suche noch mehr. und 10 € für ein paar sekunden lange meldodie ist es mir zu teuer.

Woran machst Du Dein persönliches Preisempfinden fest und welche Kompetenz bringt Dich dazu?

es gibt tausende kostenlos für mobile geräte und pc, für flamenco aber deutlich wenigere kostenlos und die, die was kosten sind extremst überteuert. würd ich heute noch programmieren, hätt ich mir sowas auch gleich selbst programmieren können bzw. mit jedem sampler selbst herstellen.

Flamenconotationen gegen geltende Urheberrechte verstößt.

ehr weniger, da es ja licks allerart sind und nicht von irgendein lied geklaut ist. typische blues bzw. rocknroll licks gabs vorher in der art ja auch schon 100 mal und die typischen bulerias fills findet man auch bei jedem flamencogitarrist.

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Re: Wo findet man (gute) Falsetas?

Beitragvon Bernd C Hoffmann » Mo 13. Jun 2016, 00:42

raytracer hat geschrieben:
Woran machst Du Dein persönliches Preisempfinden fest und welche Kompetenz bringt Dich dazu?

es gibt tausende kostenlos für mobile geräte und pc, für flamenco aber deutlich wenigere kostenlos und die, die was kosten sind extremst überteuert. würd ich heute noch programmieren, hätt ich mir sowas auch gleich selbst programmieren können bzw. mit jedem sampler selbst herstellen.

Du meinst klassische Metronome! Die müssen durch ihre Einfachheit nichts können. Und nur, weil es sie tausendfach kostenlos gibt, muss es nicht auch Flamencometronome kostenlos geben. Schon gar nicht, wenn sie gut sind. Insbesondere muss bei den Apps für jede neue OS-Version nachgebessert werden. Wenn Du Dich mit Samplern zufrieden geben willst, bitte. Dann orientiere Dich am Billigkram. Ich lege lieber Wert auf Sounds, die im Studio aufgenommen wurden und deren Detaills, wie insbesondere Laufzeit, beliebige Tempoänderungen, Dynamik und Gestaltung. Zudem kann ich mit meinem Favoriten die Tracks direkt aus dem Programm auch für andere Gitarristen ins Internet stellen. Sobald ein anderer sein Metronom öffnet und ins betreffende Menü geht, kann er es mit einem Klick bei sich integrieren (und bei Bedarf für seine Belange anpassen).

Flamenconotationen gegen geltende Urheberrechte verstößt.
raytracer hat geschrieben:ehr weniger, da es ja licks allerart sind und nicht von irgendein lied geklaut ist. typische blues bzw. rocknroll licks gabs vorher in der art ja auch schon 100 mal und die typischen bulerias fills findet man auch bei jedem flamencogitarrist.

Auch in diesem Punkt bist Du völlig falsch informiert. Was Du beschreibst, gilt ausschließlich für traditionelle Falsetas! Das Allermeiste, was im Netz zu finden ist, sind nachgespielte Falsetas aus der Hand von Gitarristen, die Mitglieder in Autorenrechtsverbänden wie die GEMA sind. Dass diese Falsetas so oft nachgespielt werden, liegt einzig daran, dass die Interpreten ihren Wohnsitz nicht in Deutschland haben und das Nachspielen in deren Ländern nicht gegen die dortigen Autorenrechte verstößt. Für das Nachspielen im Internet haben wir in Deutschland das weltweit unbequemste Urhebergesetz. Das ist der Grund, dass nur selten was von Gitarristen aus dem deutschsprachigen Raum nachgespielt wird. Aber auch das ist nichts Neues.
Liebe Grüße
Bernd
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Re: Wo findet man (gute) Falsetas?

Beitragvon raytracer » Mo 13. Jun 2016, 07:44

sowas verstößt gegen urheberrechte ?
https://www.youtube.com/watch?v=j-B3y7kRzcA

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Re: Wo findet man (gute) Falsetas?

Beitragvon Bernd C Hoffmann » Mo 13. Jun 2016, 19:32

Soweit ich informiert bin, arbeitet Diego ausschließlich mit eigenem Material. Wenn er es kostenlos mit Tabs als Video zur Verfügung stellt, dann kann es jeder bedenklos nutzen.

Sobald man eine gewisse Sammlung spielfertig drauf hat, sollte man beginnen und Teile davon als Inspiration nehmen, um daraus was Eigenes zu machen.
Liebe Grüße
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Re: Wo findet man (gute) Falsetas?

Beitragvon raytracer » Mo 13. Jun 2016, 19:45

werd ich jetzt auch machen. habe nen dokument gefunden mit extremst vielen falsetas inklusive sound/videofiles und das kostenlos. jetzt merk ich erst, wie viele leute einfach ne melodie/lick schreiben und es einfach nur dem compas anpassen, auch wenns nur ne simple tonleiter ist.


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