Wie haltet ihr es mit CITES?

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CG-Fan
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Re: Wie haltet ihr es mit CITES?

Beitragvon CG-Fan » Mi 13. Jun 2018, 09:57

Madinter(dot)com, ein großer spanischer Zulieferer für alles rund um den Gitarrenbau, der insbesondere wegen seiner Holzeinkäufe und Lieferungen massives Interesse an solchen Erleichterung für den Handel haben dürfte.

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Michael730
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Re: Wie haltet ihr es mit CITES?

Beitragvon Michael730 » Do 14. Jun 2018, 08:27

Ein herzliches Hallo an Alle.

Cites ist ein wenig verwirrend und es kommt auf die Schutzstufe des Holzes an. Ich hatte mal ein nettes Telefonat mit einem Beamten der Naturschutzbehörde in Bonn, der mir geduldig sehr viel erklärte. Hier ist woran ich mich jetzt noch erinnere: Die Hölzer, die 2017 geschützt wurden unterliegen einer einfachen Schutzstufe und, sofern man sie nicht veräußern will, hat man keine weiteren Probleme damit. Reisen innerhalb der EU sind wegen der Zollunion kein Problem. Soweit ich mich erinnere sind selbst Reisen außerhalb der EU hier kein Problem, da man bis zu einem Gewicht X (Gitarrengewicht ist viel kleiner als X) verarbeitete(!) Hölzer mit sich führen kann. Anders bei der höchsten Schutzstufe in der sich Rio-Palisander befindet: Hier sind selbst verarbeitete Produkte streng geschützt und damit zertifizierungspflichtig. Handel, Tausch oder ähnliches sind illegal und bei Reisen sollte man vorsichtig sein. Für eine Nachzertifizierung ist hier nicht das Datum des Baus der Gitarre relevant, sondern das Datum der Inbesitznahme. Eine 1970 gebaute Gitarre mit Rio-Palisander, die ich 1996 ohne Wissen von CITES gekauft habe, kann ich also nicht mehr ohne weiteres zertifizieren. Bei diesem Holz empfiehlt sich in jedem Fall eine Zertifizierung und die Mitführung von Reisepapieren. Bei Reisen gilt im allgemeinen: Es gelten die Bestimmungen des Einreiselandes. Wenn diese strenger sind oder spezielle Papiere erfordern, dann sollte man sich darum kümmern bevor man die Reise antritt. Im allgemeinen sind aber die Regelungen für einen legalen Besitz lockerer als die Regelungen für die Veräußerung.
Wenn man auswandert gelten besondere Bedingungen. Man kann auch geschützte Produkte (unzertifiziert) als Hausrat in beschränktem Umfang mit sich führen. Aber das ist eine andere Geschichte. Zertifizierungen erfordern einmalig einen gewissen Aufwand. Sobald das Instrument aber zertifiziert ist, kann man Genehmigungen für den Weiterverkauf oder für Reisen recht einfach und ohne Aufwand beantragen (der Naturschutzbehörde einfach mitteilen, dass man Papiere haben will). Nach der Zertifizierung ist dies eine reine Formsache.

Um jetzt auf die Ausgangsfrage zu antworten: Mir wäre CITES beim Kauf egal. Ich würde aber auf Bescheinigungen bestehen. Ich würde entweder eine Bescheinigung vom Händler haben wollen, in der steht, dass dieses Instrument CITES-frei ist, oder eine Beschinigung über die Zertifizierung aller in der Gitarre verbauten CITES-pflichtigen Hölzer haben. Im CITES-freien Fall wäre eine Auflistung der verbauten Hölzer in der Gitarre ideal. Für den Fall, dass neue Hölzer auf der Liste landen. Die Rechnung gut behütet aufbewahren. :D Wenn Du zum Gitarrenbauer gehst, dann sollte er Dir ebenfalls eine Bescheinigung über die Zertifizierung der Hölzer des Instrumentes geben. So macht es mein Gitarrenbauer, bei dem ich eine neue in Auftrag gegeben habe (das Boden- und Zargenholz wird ostindischer Palisander).

Ob ich ein Altinstrument zertifizieren lasse, würde ich vom Instrument und meiner persönlichen Risikoaversion abhängig machen. Bei einer alten Ober oder Hauser, die den Wert eines fünfstelligen Eurobetrages hat wäre meine Risikotoleranz gleich null-komma-null. Und, das ist jetzt vielleicht Typsache, aber die Edelholzkisten wachsen einem ja doch ans Herz. :D


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