Manchmal kommen sie wieder ...

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WGgitarre
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Re: Manchmal kommen sie wieder ...

Beitragvon WGgitarre » Sa 29. Dez 2018, 13:13

Bernd C Hoffmann hat geschrieben:
joachim24 hat geschrieben:
Andique hat geschrieben:Stellen eigentlich andere Gitarrenbauer auch einen Instrumentenpass für ihre Gitarren aus?


Hanika stellt seit 2016 einen Pass aus.

Die wenigsten Gitarrenbauer tun das. Richtig ist, dass es hauptsächlich die Manufakturen tun. Auch Hanika ist eine Manufaktur. Für die ist das durch größere Stückzahlen günstiger einen Pass auszustellen. - Wobei das beim heutigen Druckangebot kein großer Kostenaufwand mehr ist. Bei handwerlichen Gitarrewerkstätten sind das in der kleinsten Auflage weitaus mehr Pässe als sie jemals im ganzen Leben bauen werden.


kein kostenaufwand...............das stimmt nicht Hr. Hartwig hat 2 wochen gebraucht um alle vorhanden Materiealien u. Instrument zu registrieren u. katalogisieren. viele teile sind im inventar aber die herkunft ist
nicht mehr feststellbar. man muss da schon 2 augen zudrücken. die cites pflicht gibt es zwar seit 1992 aber kaum jemand hat davon notiz genommen. ich habe selbst palisander erworben in der zeit u. auch der Grossist hatte kein wort darüber gesprochen. das ganze ist einfach gesagt eine staatlich organisierte "verarschung" weil der tatsächliche nutzen gleich null ist u. darum wird warscheinlich ab okt. 2019 die große komission der EU die für diese sache zuständig ist eine geänderte regelung für die registration beschließen. mir ist bekannt das von einer bekannten münchner firma holz im wert von mehreren zig tausend Euros konfisziert u. wohlgemerkt verbrannt wurde. da muss man sich doch ans hirn greifen wo da der sinn dieses Cites sein soll. wie gesagt staatliche " verarschung " ist noch ein harmlose bezeichnung. mfg WGgitarre.

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Andique
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Re: Manchmal kommen sie wieder ...

Beitragvon Andique » Sa 29. Dez 2018, 13:16

RaBu hat geschrieben:
Joseph Maria Moller hat geschrieben:
WGgitarre hat geschrieben: ... VERGEßT das blöde Cites. mfg WGgitarre


Das sollte man besser nicht tun! Egal, in welcher Schutzstufe die Hölzer eurer Gitarren eingeordnet sind...
...Die Probleme fangen dann an, wenn man beim Händler ein Instrument in Zahlung geben will und der Händler nach entsprechenden Nachweisen fragt.

So ist es! Ich habe kürzlich einen Bass mit Pali-Griffbrett bei einem größeren Händler in Zahlung gegeben, für den ich keine Kaufquittung mehr hatte. Das hat nur funktioniert, weil ich die Vorerwerbsbescheinigung der örtlichen Naturschutzbehörde vorlegen konnte. Und die habe ich nur bekommen, weil ich dort den Vorerwerb mit den Metadaten alter Dgitalfotos nachweisen konnte.

Was die erhofften Handelserleichterungen für 2019 betrifft, habe ich nochmal nachgelesen. Danach soll die Entlistung von “finished musical instruments” und “finished musical instrument parts” bzw. “finished musical instrument accessories” auch für den kommerziellen Handel gelten. Was darunter genau zu verstehen ist, wird sicher noch definiert. Die besonderen Auflagen und Nachweispflichten bezüglich der betreffenden Hölzer als unverarbeitete Rohware werden dagegen bestehen bleiben. Für Holzhändler und Gitarrenbauer wird es also wohl nicht einfacher.


Was ist mit dem Verkauf von - sagen wir mal - einer Konzertgitarre mit einem Korpus aus ostindischem Palisander von privat an privat über Ebay (o.ä.)? Also innerhalb Deutschlands und in der Gegenwart.
Oder soll man besser noch etwas warten bis diese "Entlistung" da ist?
liebe Grüsse, Andreas

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Re: Manchmal kommen sie wieder ...

Beitragvon rwe » Sa 29. Dez 2018, 13:19

Andique hat geschrieben:Was ist mit dem Verkauf von - sagen wir mal - einer Konzertgitarre mit einem Korpus aus ostindischem Palisander von privat an privat über Ebay (o.ä.)? Also innerhalb Deutschlands und in der Gegenwart.
Oder soll man besser noch etwas warten bis diese "Entlistung" da ist?


Sofern Du eine Vorbesitzbescheinigung hast, ist das unproblematisch. Ich habe den Käufern meiner Instrumente immer eine Kopie meiner (Behörden-) Bescheinigung mitgegeben; da dies eine Liste aller gemeldeten Instrumente war, habe ich den Rest (also die nicht relevanten Instrumente) geschwärzt.

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Re: Manchmal kommen sie wieder ...

Beitragvon RaBu » Sa 29. Dez 2018, 13:38

So mache ich das auch. Aber zugegeben: bei Privatgeschäften interessieren sich fast 100 % der Leute nicht dafür. Und weil das ernsthaft von den Behörden mangels Kapazitäten nicht mal ansatzweise kontrolliert und verfolgt werden kann, sind die angestrebten Handelserleichterungen nur logisch.
Gruß
von
Ralf

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Re: Manchmal kommen sie wieder ...

Beitragvon Bernd C Hoffmann » Sa 29. Dez 2018, 13:56

RaBu hat geschrieben:So mache ich das auch. Aber zugegeben: bei Privatgeschäften interessieren sich fast 100 % der Leute nicht dafür. Und weil das ernsthaft von den Behörden mangels Kapazitäten nicht mal ansatzweise kontrolliert und verfolgt werden kann, sind die angestrebten Handelserleichterungen nur logisch.

Oha... Also nur eine Ohnmachtserklärung mangels Personalknappheit.
Liebe Grüße
Bernd
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Re: Manchmal kommen sie wieder ...

Beitragvon RaBu » Sa 29. Dez 2018, 16:06

Nicht so ganz. Die ab 2017 geltenden ergänzenden Schutzvorschriften sind von der CITES (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora :) ) wohl nicht in allen Auswirkungen zu Ende gedacht worden. Das betrifft auch den nötigen Aufwand bei den europäischen Vollzugsbehörden, die das Thema (wie alle Betroffenen) dann recht überraschend getroffen hat.
Gruß
von
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Re: Manchmal kommen sie wieder ...

Beitragvon Andique » Sa 29. Dez 2018, 16:43

Was will man mit dem ganzen Aufwand überhaupt erreichen? Bei fertigen Gitarren sind die Hölzer schon verbaut, das schützt die gefährdeten Arten auch nicht mehr.
liebe Grüsse, Andreas

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Re: Manchmal kommen sie wieder ...

Beitragvon Bernd C Hoffmann » Sa 29. Dez 2018, 18:46

WGgitarre hat geschrieben:kein kostenaufwand...............das stimmt nicht Hr. Hartwig hat 2 wochen gebraucht um alle vorhanden Materiealien u. Instrument zu registrieren u. katalogisieren. viele teile sind im inventar aber die herkunft ist nicht mehr feststellbar. man muss da schon 2 augen zudrücken. die cites pflicht gibt es zwar seit 1992 aber kaum jemand hat davon notiz genommen.

Das ist genau das selbe wie mit der DSGVO. Die gilt schon seit ein paar Jahren, nur seit dem 25.05. ist sie scharf gestellt. Man hatte also lange genug Zeit, um sich darauf vorzubereiten. Deswegen sehe ich das nicht als Argument. Zudem braucht man die gesamte Bestandsaufnahme nur 1x zu machen. Dieses Beispiel zeigt, wie sich praktiziertes und vernachlässigtes Prozessmanagement auf die Erfüllung bestimmter Ziele auswirkt: Wer früher spart, legt hinten drauf.

Nachtrag
Ich kann mich selbst davon nicht freisprechen. Das ist u. a. der Grund, warum der Siccas Banner nicht mehr da ist. Jetzt habe ich mit anderen Projekten zuviel zu tun, um mich hier darüber zu kümmern.
Liebe Grüße
Bernd
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Re: Manchmal kommen sie wieder ...

Beitragvon Andique » Do 21. Feb 2019, 11:14

Kleiner Nachtrag:
Gestern habe ich beim Surfen im Internet ein relativ neues Angebot bei "Guitar Dreams" entdeckt, in der eine Hopf "Gran Concierto" aus dem Jahr 1981 verkauft wird. Diese hat für das Modell die ungewöhnliche Holzauswahl Riopalisander/Zeder (jedenfalls habe ich bei dem Modell bisher nur Honduraspalisander/Zeder gesehen). Sonst hat die GItarre die gleichen Features und ist in einem exzellent gutem Zustand. Der Preis ist mit $6000 extrem hoch, aber na ja exklusives Gitarrenfachgeschäft und brasilianisches Palisander, da kann man es wohl versuchen. Vielleicht gehen sie bei Nichtverkauf mit dem Preis auch wieder runter. Ich frage mich nur inwiefern die Preisgestaltung für mich interessant ist, falls ich meine Hopf mal verkaufen sollte. Für das Geld ist jedenfalls auch eine Hopf "Virtuoso" oder möglicherweise eine "La Portentosa" drin.
https://www.dreamguitars.com/shop/1981- ... 48-41.html

Ich habe das Gefühl, dass sich in dem Werbevideo der Gitarrist (Steve Newbrough) sich etwas schwer tut mit den vergrösserten Maßen.
liebe Grüsse, Andreas

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Re: Manchmal kommen sie wieder ...

Beitragvon bassklampfe » Do 21. Feb 2019, 11:37

Die großen Gitarren mit 66er Mensur liegen wie Blei bei den Händler und Privatverkäufern, das tun sich nicht mehr viele an. Deshalb ist der Preis Wunschtraum, bietet aber möglicherweise großen Spielraum bei der Preisverhandlung. ;)

Zum Anderen sind die Preise in den USA deutlich höher als bei uns, weshalb der amerikanische Markt für Gitarrenbauer interessant ist. Für Gebrauchtkäufer allerdings deutlich weniger. :lol:
______________
Gruß
bassklampfe


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